Kurt Kotrschal

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Kurt Kotrschal (* 5. Mai 1953 in Linz) ist österreichischer Biologe, Verhaltensforscher und Autor.[1] Er ist Professor an der Universität Wien.[2]

Leben und Karriere[Bearbeiten]

Kurt Kotrschal studierte Biologie in Salzburg, schloss sein Diplomstudium 1979 ab, wurde 1981 promoviert und 1987 habilitiert. Von 1981 bis 1989 war er Assistenzprofessor an der Universität Salzburg und 1989 bis 1990 im Rahmen eines Erwin-Schrödinger-Stipendiums[1] Assistant Visiting Professor an der Universität Colorado, Denver (Vereinigte Staaten). Dort forschte er und verfasste wissenschaftliche Artikel über die Evolution der Fische und zur Funktion von Sinnes- und Nervensystemen.[3]

Kotrschal hat eine Professur an der Universität Wien, Fakultät für Lebenswissenschaften, Department für Verhaltensbiologie.[2][4][5] Er beschäftigt sich mit hormonalen und kognitiven Gesichtspunkten sozialer Organisation[6] sowie der Erforschung der Mensch-Tier-Beziehung, insbesondere der Beziehung zwischen Mensch und Hund.[7][8][3] Seit Juli 1990 leitet Kotrschal als Nachfolger von Konrad Lorenz die Konrad Lorenz Forschungsstelle in Grünau im Almtal.[9]

Kotrschal wurde besonders durch die Erforschung und Zuschreibung charakterlicher Eigenschaften von Tieren bekannt.[10][11] Im Jahr 2008 hat Kotrschal das Wolf Science Center mitbegründet, welches zuerst in Grünau im Almtal angesiedelt war und sich seit 2009 in Ernstbrunn befindet.[12][13]

Kotrschal ist Präsident des Eurasier-Clubs Austria (ECA).[14] Er ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Außerdem ist Kotrschal als Experte für die SWR 2-Radiosendung 1000 Antworten tätig[15] und war an der dreiteiligen Fernsehsendung Die Zukunft ist wild beteiligt.[16] Kotrschal ist Autor eines regelmäßig alle 14 Tage erscheinenden Gastkommentars „Mit Federn, Haut und Haar“ in der österreichischen Tageszeitung Die Presse.[17] Ferner ist er in den Fernsehsendungen Planet Wissen und Faszination Wissen als Experte aufgetreten.[10][18][19]

Kotrschal machte sich besonders um die Erforschung des Verhaltens des Wolfes verdient.[13][20] Außerdem unternimmt er grundlegende Forschung zur Intelligenz von Vögeln.[21]

Am 10. Jänner 2011 wurde Kotrschal vom „Klub der Bildungs- und Wissenschaftsjournalisten Österreichs“ zum Wissenschafter des Jahres 2010 ernannt.[22][23][24] 2013 wurde sein Buch Wolf – Hund – Mensch als österreichisches Wissenschaftsbuch des Jahres ausgezeichnet.[25]

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten]

Kotrschal ist Autor von mehr als 60 wissenschaftlichen Publikationen aus dem Zeitraum 2001 bis 2011.[26]

  • Faktor Hund – Hund. Eine sozio-ökonomische Bestandsaufnahme der Hundehaltung in Österreich. Czernin Verlag, Wien 2004, ISBN 3-7076-0199-4.
  • Im Egoismus vereint? Tiere und Menschentiere – das neue Weltbild der Verhaltensforschung. Piper, München 1995, ISBN 3-492-03738-0. Neuauflage. Filander-Verlag, Fürth 2001, ISBN 3-930831-44-9.
  • Konzepte der Verhaltensforschung. Konrad Lorenz und die Folgen. Filander Verlag, Fürth 2001, ISBN 3-930831-33-3.
  • Grundkurs Verhaltensbiologie. Verhaltensbiologische Übungen für Schule und Universität, Filander-Verlag, 2000, ISBN 3-930831-34-1
  • Wolf - Hund - Mensch - Die Geschichte einer jahrtausende alten Beziehung, Brandstätter Verlag, 2012, ISBN 978-3-85033-675-8 (Wissenschaftsbuch des Jahres 2013 in der Kategorie Medizin/Biologie)
  • Einfach beste Freunde - Warum Menschen und andere Tiere einander verstehen, Brandstätter Verlag, 2014, ISBN 978-3850338141

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b FWF-Portal der Erwin-Schrödinger-StipendiatInnen (abgefragt am 24. November 2009)
  2. a b Neue Professuren an der Universität Wien
  3. a b Czernin Verlag: Biographie - Kurt Kotrschal
  4. Department für Verhaltensbiologie der Universität Wien (abgefragt am 5. September 2010)
  5. Forschungsgruppe Mensch-Tier-Beziehung der Universität Wien (abgefragt am 5. September 2010)
  6. Sozialer Stress stört hormonelle Harmonie In: Der Standard vom 24. Januar 2010
  7. Verhaltensforschung: „Sie mag mich, wie ich bin“ In: Die Zeit 53/2009
  8. Der kooperative Wolf. In: Science@orf.at vom 29. Juli 2010
  9. Geschichte der KLF. In: Website KLF abgerufen am 24. November 2009 (englisch)
  10. a b Faszination Wissen: Wie Hund und Katz: Haben Tiere Charakter? In: BR alpha
  11. Biologie: Schrullige Eidechsen, ängstliche Clownfische In: Süddeutsche Zeitung vom 18. Dezember 2006
  12. „über das WSC“ Homepage WSC, abgerufen am 24. November 2009
  13. a b „Newton“: Die wahre Geschichte vom bösen Wolf orf.at vom 14. März 2009:
  14. Homepage des Eurasier Clubs Austria
  15. SWR 2: 1000 Antworten: Kurt Kotrschal
  16. Ist das unsere Zukunft? In: Hamburger Abendblatt vom 25. März 2003
  17. Online-Archiv der Tageszeitung „Die Presse“ Suche nach Autor Kotrschal
  18. Schlaue Tiere In: Planet-Wissen Sendung vom 5. August 2010
  19. Planet Wissen: Wölfe und ihre Verwandtschaft - Von Hunden, Schakalen und Wüstenfüchsen In: SR Fernsehen am 30. September 2010
  20. Staunen über die Klugheit von Wölfen. In:: Der Standard
  21. Papageien und Raben denken anders. In: Der Standard vom Februar 2010
  22. Beatrix Karl gratuliert "Wissenschafter des Jahres 2010" Kurt Kotrschal. Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung
  23. Wissenschafter des Jahres 2010: Kurt Kotrschal. Klub der Bildungs- und Wissenschaftsjournalisten
  24. Wolfsforscher Kotrschal ist "Wissenschafter des Jahres". In: Der Standard
  25. Wolf - Hund - Mensch. Die Geschichte einer jahrtausenden alten Beziehung bei wissenschaftsbuch.at; abgerufen am 3. Februar 2013
  26. Liste ausgewählter Publikationen von Kurt Kotrschal
  27. Kurt Kotrschal ist "Wissenschafter des Jahres" vom 10. Jänner 2011 abgerufen am 25. Februar 2013

Weblinks[Bearbeiten]