Lame Duck

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Als Lame Duck („lahme Ente“) wird im politischen System der Vereinigten Staaten ein Präsident oder anderer Politiker bezeichnet, der noch im Amt ist, aber nicht zu einer Wiederwahl antritt bzw. eine Wahl verloren hat. Er gilt insbesondere innenpolitisch als handlungsunfähig.[1]

Da die Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten („General Elections“) auf den Dienstag nach dem ersten Montag im November festgesetzt ist, Präsidenten jedoch erst am 20. Januar eingesetzt werden, verbleibt der Präsident im Falle der ausbleibenden Wiederwahl noch gut zehn Wochen im Amt. Ein solcher Präsident sollte während dieser Periode keine wichtigen Gesetze auf den Weg bringen oder wichtige Stellen besetzen, z. B. Richterstellen im obersten Gerichtshof, dem Supreme Court.

Etwas allgemeiner bezeichnet der Begriff einen Politiker, der in absehbarer Zeit aus dem Amt scheidet, z. B. weil:

Ebenso wird der Begriff verwendet, sobald die Partei, der der Präsident angehört, die Mehrheit im Kongress verliert und der Präsident somit ohne den politischen Gegner keine Gesetze mehr verabschieden kann.

Auch außerhalb der Politik wird dieser Begriff benutzt. So werden im Sport Trainer, die den Verein verlassen wollen oder müssen, als „Lame Duck“ oder „lahme Ente“ bezeichnet.[2]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Patrick Labriola und Jürgen Schiffer: Politisches Wörterbuch zum Regierungssystem der USA: Englisch-Deutsch, Deutsch-Englisch, Oldenbourg Wissenschaftsverlag 2001, online auf Google Bücher
  2. Das Lame-Duck-Syndrom. Süddeutsche Zeitung, 9. März 2011