Leberdialyse

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Die Leberdialyse ist ein auf Techniken der Reinigungsverfahren bei Nierenversagen, der so genannten Dialyse, basierendes Therapiekonzept, das Patienten mit Leberversagen helfen soll, die Zeit bis zur Transplantation zu überbrücken beziehungsweise die Leber zu entlasten, um eine Regeneration zu ermöglichen. Die Leber kann sich selbst bei einer Schädigung von 90 Prozent in einigen Fällen noch selbst heilen, sofern genug Zeit zur Verfügung steht. Durch die Selbstheilung können Transplantationen eventuell umgangen werden.

Verfahren

Es gibt grundsätzlich zwei Arten von Leberdialyseverfahren: 1) die zellbasierten - bioartifiziellen Verfahren und die 2) zellfreien - artifiziellen Verfahren.

Zu den zellfreien Systemen zählen das so genannte MARS-Verfahren, das später eingeführte Prometheusverfahren und das OPAL-Verfahren (alle nutzen humanes Serumalbumin zum Transport). Die Mutter dieser Verfahren stellt die single pass albumin dialysis dar, auch SPAD genannt.

In einigen Kliniken findet auch noch das Verfahren der Bilirubinadsorption statt, welches aber genau genommen kein echtes Leberunterstützungsverfahren ist.

Hinsichtlich der Anwendung der Verfahren haben sich weitere Indikationen vom rein akuten Leberversagen bis zum chronischen Leberversagen ergeben, auch der Einsatz bei Vergiftungen ist bereits belegt und von der Food and Drug Administration (FDA) zugelassen.

Die Kosten der 'echten' Verfahren können seit 2004 über das DRG-System (Diagnosis Related Groups) der Kliniken als Zusatzentgelt (ZE2006-10) verrechnet werden.

Die bioartifiziellen Verfahren haben sich trotz des Einsatzes von verschiedenen wissenschaftlichen Arbeitsgruppen weltweit in ihrer Wirksamkeit und Sicherheit nicht belegen lassen. Insbesondere die zusätzliche Syntheseleistung ist bisher nicht ausreichend nachweisbar gewesen. Die Kosten dieser Bio-Verfahren stehen heute in keiner Relation zu den Diskussionen im Gesundheitswesen. Viel Erfahrung auf diesem Gebiet hat die Charité in Berlin mit dem Modular Extracorporeal Liver Support (MELS) gesammelt.

Molecular Adsorbents Recirculation System (MARS)

Das MARS-Verfahren (Molecular Adsorbent Recirculation System) der Gambro Hospal GmbH ist eine Weiterentwicklung der ursprünglichen Idee der Albumindialyse, als SPAD bekannt. Der Wunsch nach einem standardisierten System mit längerer Laufzeit und geringem Albuminverbrauch hat zur Weiterentwicklung bis zum MARS-System geführt.

Grundsätzlich ist das MARS-System eng an die bekannte Dialysesystematik angelehnt. Das Blut wird an einer semipermeablen Membran vorbeigeleitet und kann dort seine Moleküle, bis etwa 55 kD, abgeben. Darunter befinden sich in der Regel viele Giftstoffe, die sich beim Leberversagen im Blut des Patienten anreichern. Die Albuminlösung (gelber Kreislauf) transportiert die Giftstoffe weiter zu einer sog. Low-Flux-Membran, um dort die kleineren Moleküle auszutauschen (Harnstoff, Kreatinin, Elektrolyte). Auch eine Bilanzierung des Patienten kann hier durchgeführt werden. Die beiden nächsten Reinigungsschritte sind die Abgabe der größermolekularen Substanzen in einem Kohleadsorber und einem Ionentauscher. Das dann nahezu gereinigte Albumin kann so erneut der MARS-Membran zugeführt werden und dort weiter Giftstoffe aufnehmen.

Das MARS-Verfahren wird 8-24 Stunden täglich und im Allgemeinen 3-10 Tage eingesetzt.

Single Pass Albumin Dialysis (SPAD)

Bei SPAD wird mittels eines ähnlichem Verfahrens wie bei MARS versucht, das Bilirubin aus dem Blut zu entfernen. Eine Variante zu dem SPAD ist die Continuous Single Pass Albumin Dialysis (CSPAD).

Prometheus

Das von Fresenius-Wissenschaftlern in Zusammenarbeit mit der Donau-Universität Krems entwickelte Prometheus-System zählt zu den neuesten Leberunterstützungssystemen auf dem Markt. Das Prometheus-System kombiniert eine typische High Flux Dialyse mit einer Adsorberbehandlung.

Weblinks

Studien

OPAL

MARS

Prometheus