Fresenius Medical Care

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Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA
Logo der Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA
Rechtsform AG & Co. KGaA
ISIN DE0005785802
Gründung 1975
Sitz Hof an der Saale, Deutschland[1]
Leitung Rice Powell,
Vorstandsvorsitzender
Gerd Krick, Aufsichtsratsvorsitzender
Mitarbeiter 86.153 (31. Dezember 2012)[2]
Umsatz 13.800 Mio. US-Dollar (2012)[2]
Gewinn 1.187 Mio. US-Dollar (2012)[2]Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Gewinn
Bilanzsumme 22.326 Mio. US-Dollar (2012)[2]Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Bilanzsumme
Branche Medizintechnik
Website www.fmc-ag.de
Älteres Firmenlogo
Das im Bau befindliche Hochregallager im Distributionszentrum Biebesheim am Rhein mit 55.000 Stellplätzen für Europaletten.[3]

Die Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA mit rechtlichem Sitz in Hof an der Saale und operativem Sitz in Bad Homburg vor der Höhe ist der weltweit führende Anbieter von Dialyseprodukten und Dialysedienstleistungen zur überlebensnotwendigen medizinischen Versorgung von Menschen mit chronischem und akutem Nierenversagen.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Fresenius Medical Care AG entstand am 5. August 1996 durch die Umwandlung der 1975 gegründeten Vorratsgesellschaft Sterilpharma GmbH in eine Aktiengesellschaft. Damals übernahm die damalige Fresenius AG den weltweit größten Betreiber von Dialysekliniken, National Medical Care aus den USA, und brachte diese mit der eigenen Dialysetechnik-Sparte in die Fresenius Medical Care AG ein.[4]

Am 21. April 2005 übernahm Fresenius Medical Care das kanadische Unternehmen Haemotec, einen Hersteller von Konzentraten für die Hämodialyse.[5]

Am 4. Mai 2005 kündigte Fresenius Medical Care an, den Konkurrenten Renal Care Group für 3,5 Milliarden US-Dollar (48 US-Dollar je Aktie) zu übernehmen.[6] Die Übernahme wurde am 31. März 2006 unter Auflagen der US-amerikanischen Kartellbehörden abgeschlossen.[7]

Am 30. August 2005 schlug der Vorstand und der Aufsichtsrat der Fresenius Medical Care AG den Aktionären vor, die Rechtsform von einer Aktiengesellschaft in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien umzuwandeln. Nach der Zustimmung der Aktionäre wurde dies am 10. Februar 2006 durchgeführt.[8]

Am 12. Oktober 2006 übernahm Fresenius Medical Care die Phosphatbinder-Sparte von Nabi Biopharmaceuticals[9] und schloss die Übernahme am 15. November 2006 erfolgreich ab.[10]

Am 9. Januar 2007 übernahm das Unternehmen eine Mehrheitsbeteiligung von 51 Prozent am taiwanesischen Dialysedienstleister Jiate Excelsior und stieg damit zum führenden Dialyseanbieter in Asien auf.[11]

Am 29. November 2007 übernahm Fresenius Medical Care Renal Solutions, einen Anbieter von Heim-Hämodialyse für 190 Millionen Dollar, wovon 100 Millionen Dollar bei Kaufabschluss gezahlt werden.[12]

Am 30. Juni 2010 wurde Kraevoy Nefrologicheskiy Centr, ein russischer Betreiber von Dialysekliniken übernommen.[13]

Für 485 Millionen Euro wurde am 4. Januar 2011 das Dialysedienstleistungsgeschäft von Euromedic übernommen.[14] Die Übernahme wurde am 1. Juli 2011 abgeschlossen.[15]

Am 1. Dezember 2011 hat Fresenius Medical Care alle acht privat geführten Dialysekliniken in Ecuador übernommen.[16]

Die Übernahme des Peritonealdialyse-Geschäfts von Gambro wurde am 26. August 2010 angekündigt[17] und am 27. Dezember 2010 abgeschlossen.[18]

Am 29. Februar 2012 erwarb das Unternehmen die US-amerikanische Holdinggesellschaft Liberty Dialysis Holdings, zu der die beiden amerikanischen Unternehmen Liberty Dialysis und Renal Advantage gehören, für 1,7 Milliarden Dollar (1,31 Milliarden Euro) unter Auflagen.[19]

Deutsche Standorte[Bearbeiten]

Zu den großen deutschen Produktionsstandorten gehören das Werk Schweinfurt in Bayern und das Werk St. Wendel im Saarland. Im 1979 eröffneten Werk Schweinfurt fertigen ca. 1200 Mitarbeiter Dialysemaschinen, im 1974 eröffneten Werk St. Wendel werden von ca. 1700 Mitarbeitern Dialysatoren und Lösungen für die Peritonealdialyse hergestellt. Der rechtliche Sitz der Fresenius Medical Care befindet sich seit der Gründung in Hof an der Saale, der operative Sitz ist allerdings in Bad Homburg vor der Höhe. In Hof werden keine Mitarbeiter beschäftigt.[20]

Konflikte[Bearbeiten]

Als Rechtsnachfolger von Grace, der Muttergesellschaft von National Medical Care, zahlte Fresenius Medical Care 115 Millionen US-$ Schadensersatz für asbestbezogene Forderungen und für Steuernachforderungen gegen W. R. Grace.[21]

Im Verlauf dieser Rechtsstreitigkeiten wurde behauptet, der Zusammenschluss von National Medical Care und der Dialysesparte von Fresenius sei in betrügerischer Absicht erfolgt, um die Verbindlichkeiten von Grace loszuwerden (Geschäftsbericht der FMC 2004, Seite 71).

Aktie[Bearbeiten]

Die Aktien des Unternehmens werden seit dem 2. Oktober 1996 an der Frankfurter Wertpapierbörse und seit dem 17. Oktober 1996 an der New Yorker Börse[1] gehandelt und sind seit dem 20. September 1999 Mitglied im DAX. Größter Einzelaktionär ist die Fresenius SE & Co. KGaA, die 30,8 Prozent des Kapitals hält. Der Rest der Aktien befindet sich in Streubesitz.[22]

Produkte[Bearbeiten]

Das Unternehmen bietet eine breite Angebotspalette für die Hämodialyse (chronisch und akut) und die Peritonealdialyse wie zum Beispiel Hämodialyse-Maschinen, Dialysatoren und damit verbundene Einweg-Produkte und Lösungen an.

Siehe auch[Bearbeiten]

  • Jörg Vienken (* 1948), Biomediziner, Forschungsdirektor bei Fresenius Medical Care
  • 2005 erhielt Fresenius Medical Care den Innovationspreis der Deutschen Wirtschaft für die Entwicklung des Dialysesystems 5008.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Fresenius Medical Care: Kurzprofil. Abgerufen am 21. Oktober 2013 (PDF; 675 kB). (Seite 11)
  2. a b c d Fresenius Medical Care: Geschäftsbericht 2012. Abgerufen am 21. Oktober 2013 (pdf; 3,9 MB, deutsch).
  3. fr-online.de: Biebesheim – Zentrales Lager im Herzen Europas, 3. Oktober 2008
  4. Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA: Umwandlungsbericht in eine KGaA. 2005, abgerufen am 17. Februar 2014 (pdf, deutsch).
  5. Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA: Fresenius Medical Care expandiert in Kanada. 21. April 2005, abgerufen am 17. Februar 2014.
  6. Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA: Fresenius Medical Care übernimmt Renal Care Group, Inc. 4. Mai 2005, abgerufen am 17. Februar 2014.
  7. Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA: Fresenius Medical Care schließt Übernahme der Renal Care Group ab. 31. März 2006, abgerufen am 17. Februar 2014.
  8. Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA: Geschäftsbericht 2007, Abschnitt 2: WECHSEL DER RECHTSFORM UND UMWANDLUNG DER VORZUGSAKTIEN. 2007, abgerufen am 17. Februar 2014.
  9. Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA: Fresenius Medical Care erwirbt Phosphatbinder-Sparte von Nabi Biopharmaceuticals. 12. Oktober 2006, abgerufen am 17. Februar 2014.
  10. Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA: Fresenius Medical Care schließt Übernahme der Phosphatbinder-Sparte von Nabi Biopharmaceuticals ab. 15. November 2006, abgerufen am 17. Februar 2014.
  11. Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA: http://www.fmc-ag.de/536.htm. 9. Januar 2007, abgerufen am 17. Februar 2014.
  12. Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA: http://www.fmc-ag.de/554.htm. 29. November 2007, abgerufen am 17. Februar 2014.
  13. Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA: Fresenius Medical Care baut Dialysedienstleistungs-Geschäft in Russland aus. 30. Juni 2010, abgerufen am 17. Februar 2014.
  14. Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA: Fresenius Medical Care übernimmt Dialysedienstleistungsgeschäft von Euromedic. 4. Januar 2011, abgerufen am 17. Februar 2014.
  15. Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA: Fresenius Medical Care baut Dialysedienstleistungs-Geschäft in Russland aus. 1. Juli 2011, abgerufen am 17. Februar 2014.
  16. Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA: Fresenius Medical Care steigt in Dialysedienstleistungs-Geschäft in Ecuador ein. 22. Dezember 2011, abgerufen am 17. Februar 2014.
  17. Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA: Fresenius Medical Care übernimmt Peritonealdialyse-Geschäft von Gambro. 26. August 2010, abgerufen am 17. Februar 2014.
  18. Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA: Fresenius Medical Care schließt Übernahme des Peritonealdialyse-Geschäfts von Gambro ab. 27. Dezember 2010, abgerufen am 17. Februar 2014.
  19. faz.net: Deutschland exportiert seine Unternehmen
  20. Aussage eines Fresenius-Mitarbeiters auf der Diskussionsseite des Artikels
  21. fresenius.de: Presseinformation FMC 12. Februar 2003 (PDF; 83 kB)
  22. Fresenius Medical Care: Aktionärsstruktur. Abgerufen am 21. Oktober 2013.