Leberversagen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Klassifikation nach ICD-10
K72.0 Akutes und subakutes Leberversagen
ICD-10 online (WHO-Version 2013)

Als Leberversagen oder Leberinsuffizienz wird das Erlöschen der Leberfunktion bis hin zum hepatischen Koma bezeichnet. Es gibt heutzutage Verfahren, die der Leber beim Entgiften des Blutes helfen (siehe auch Leberdialyse) bzw. die die Zeit bis zur Transplantation überbrücken.

Ursachen[Bearbeiten]

Die Leberfunktion selbst wird sowohl durch die entsprechende Stoffwechselarbeit der Leberzellen als auch durch eine ausreichende Durchblutung des Lebergewebes gewährleistet und ist somit vom intakten feingeweblichen Aufbau der Leber abhängig.

Zum Leberversagen können somit alle Erkrankungen oder Schädigungen führen, die diese anatomisch-physiologische Einheit schädigen. In erster Linie sind die hepatotropen Hepatitisviren B, C und D, unerwünschte Arzneimittelwirkungen (z. B. Leberschädigung durch Makrolid-Antibiotika), akzidentelle Vergiftungen oder solche in suizidaler Absicht mit leberschädigenden Substanzen (zum Beispiel Paracetamol oder insbesondere Alkohol) und Toxine wie jene des Knollenblätterpilzes - Amatoxine, Aflatoxine, Phallotoxine und Phallolysine - dafür verantwortlich.

Einteilung[Bearbeiten]

Das akute und subakute Leberversagen wird in der ICD-10 dann mit K72.0 klassifiziert, wenn keine genaueren Angaben zur Entstehung des Leberversagens möglich sind. Ein chronisches Leberversagen wird - wieder bei Fehlen näherer Angaben - als K72.1 bezeichnet.

Ein Leberversagen als Folge näher bezeichneter Krankheiten oder Vergiftungen wird dementsprechend diesen Ursachen zugeordnet.

Folgen[Bearbeiten]

Das Leberversagen ist gekennzeichnet durch:

Literatur[Bearbeiten]

  •  Canbay, A. et al.: Akutes Leberversagen: Ein lebensbedrohliches Krankheitsbild. In: Dtsch Arztebl Int. Nr. 108(42), 2011, S. 714-20 (Übersichtsarbeit).
Gesundheitshinweis Dieser Artikel bietet einen allgemeinen Überblick zu einem Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose. Bitte hierzu diese Hinweise zu Gesundheitsthemen beachten!