Leonid Hlibow

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Ein Denkmal für Leonid Hlibow in Sedniw
Das Grab von Leonid Hlibow in Tschernihiw

Leonid Iwanowytsch Hlibow (ukrainisch Леонiд Iванович Глiбов wiss. Transliteration Leonid Ivanovyč Hlibov; * 21. Februarjul./ 5. März 1827greg. in Weselyj Podil, Gouvernement Poltawa; † 29. Oktoberjul./ 10. November 1893greg.) in Tschernihiw war ein ukrainischer Schriftsteller, Dichter, Verleger, Fabelschreiber, Lyriker, Dramaturg und Publizist.

Biografie[Bearbeiten]

Leonid Hlibow wurde am 5. März 1827 in Weselyj Podil geboren. Sein Vater, Iwan Nasarowitsch Hlibow, war bei der Adelsfamilie Rodzjanko am Hof tätig.[1] Die Grundschulausbildung bekam er zu Hause angelernt von seiner Mutter, Irina Gawrilowna Troschtschinskaja, eine nahe Verwandte von Nikolai Wassiljewitsch Gogol.[2] Sein Patenonkel war Porfirij Rodzjanko, der auch gleichzeitig sein Lehrer war und ihm das Lesen und Schreiben unterrichtete. Mathematik, Griechisch und Latein brachte ihm der Priester Jakow Sabolozkij bei. In seinem Griechischunterricht lernte er die Fabeln Äsops kennen, die ihn begeisterten. [3] Ein weiterer Anstoß für das dichten war das Werk Kobzar‘ von Taras Schewtschenko.[4] Im August 1840 kam er auf das Poltawer Gymnasium. In der Schule, im Alter von 13 Jahren, begann er Gedichte zu schreiben und mit 20 Jahren wurde sein erster Sammelband der Poesie herausgebracht. Von 1849 bis 1855 ging er auf das Lyzeum in Nischyn, deren Absolventen Nikolaj Gogol‘ und Jewhen Hrebinka waren. Dort kam er mit der ukrainischen Literatur das erste Mal in Berührung. Nach der Absolvierung des Lyzeums lehrte Hlibow bis 1858 Geographie und Geschichte in Tschornyj Ostriw in Podolien. Ab 1858 lehrte er Geographie an dem Knabengymnasium in Tschernihiw. Dort entfaltete er seine literarische Tätigkeit als Lyriker, Fabel- und Prosaschreiber, Feuilletonist, Volkskundler und Dramaturg. Um seine Familie gruppiert sich die Intelligenzija der Stadt. 1861 wurde er zum Verleger und Redakteur der Zeitung Černigovskij listok, aber 1863 wurde diese Zeitung wegen regierungsfeindlicher Agitation verboten. Aufgrund dessen und der Verbindung zu I. Andrjuschtschenko, einem Mitglied der Untergrundorganisation Zemlja i volja, wurde ihm das Recht der Lehrerschaft entzogen, und er wurde von der Polizei unter Beobachtung gestellt, die bis zum 25. Mai 1858 [3] andauerte.Zwei Jahre lang lebte er in Nischyn und 1865 kehrt er nach Tschernihiw zurück, wo er eine Zeit lang als Beamter in der Kanzlei des Gouverneurs arbeitet. Ab 1867 wird er Leiter der Landestypographie, arbeitet an seinem Fabelsammelband, gibt Bücher heraus, druckt Feuilletons, publizistische Artikel, Dichtungen in russischer Sprache und Werke für Kinder, die ihn „Deduschka Kenar‘“ (Russ.) oder „didus‘ kendyr“ (ukrainisch) nannten. Außerdem wird er zum Direktor des Tschernihiwer Theaters gewählt. In den letzten drei Jahren seines Lebens schrieb Hlibow mehr als davor, vor allem in ukrainischer Sprache. Hlibow hatte ein krankes Herz und litt zudem an Asthma. Völlig erblindet starb er am 10. November 1893 in Tschernihiw, wo er auch beerdigt wurde

Familie[Bearbeiten]

Hlibow lernte Paraska kennen, Tochter des Erzpriesters Fjodor Burdonos. 1852 [5] heiratet er und aus der Ehe geht am 23. Juli 1853 die Tochter Lida hervor, die am 31. Dezember 1859 stirbt. [6] [3] Seine Frau stirbt am 4. November 1867 an Brustkrebs.[3] 1882 heiratet er Paraskewa Wasilewna Baranowa, deren Sohn Alexander er adoptiert und ihm seinen Namen gibt. [7] 1879 wird der gemeinsame Sohn Sergej geboren, der Ende Februar 1882 stirbt. [3] Während seiner Studienzeit stirbt sein Vater (1852). Er befindet sich auf dem Dnepr, als das Eis bricht und er in den Fluss fällt. Einige Wochen später stirbt er an Lungenentzündung. Nach kurzer Zeit stirbt auch seine Mutter. Diese aufeinanderfolgenden Ereignisse erklären die lange Studienzeit Hlibows.

Sein schriftstellerischer Werdegang[Bearbeiten]

Hlibow war einer der Initiatoren der Kinderliteratur. Sein erstes Gedicht Son schrieb er mit 13 Jahren. Dieses Gedicht wurde von seinem Lehrer bemerkt, der auch gleichzeitig der Redakteur der Zeitung „Poltavskie gubernskie vedomosti“ war und dort das Gedicht drucken ließ. [3] [6] Es folgten lange Poeme, die ebenfalls in der erwähnten Zeitung gedruckt wurden. 1847 wird sein erster Sammelband der Poesie in russischer Hochsprache Stihotvorenija Leonida Glebova herausgebracht und ab 1853 werden seine Fabeln auf den ersten Seiten der Zeitung "Tschernigowskie gubernskie wedomosti" gedruckt. Mit dem erzwungenen Umzug nach Podolien, in die Ortschaft Tschornyj Ostriw, fühlt sich Hlibow einsam und die fröhlichen Fabeln werden durch traurige Gedichte und Lieder ersetzt. In diesem Moment schreibt er die berühmte Poesie Žurba, zu der Mykola Lysenko die Musik komponiert. Heute ist das ein beliebtes Volkslied. [3] In Folge des Todes seiner Tochter, wird im Jahre 1860 ein einziges Gedicht Ziron’ka geschrieben, das seiner Tochter gewidmet wird. Am 12. Juli 1861 kommt die erste Ausgabe der Zeitung Černigovskij listok, in der vor allem viele seiner Feuilletons erscheinen. Mit dem Errichten eines hobbymäßigen Theater AG im Sommer 1962 von seinen Freunden Afanasij Markowitsch und Ilja Doroschenko, wurden dort die Bühnenstücke Do mirovogo und Hutorjanočka Hlibows aufgestellt. In dieser Zeit werden seine Gedichte und Fabeln in der Petersburger Zeitschrift „Osnova“ gedruckt. [5] 1863 wird sein erster Sammelband mit insgesamt 36 Fabeln herausgegeben, doch dieser wird vernichtet wegen der Verordnung „Waluewskij zirkuljar“. 1872 kommt der zweite Sammelband in ukrainischer Sprache heraus, dass sehr schnell ausverkauft wird, womit er auch Popularität erringt. [8] Das hat zur Folge, dass seine Artikel, Feuilletons und Gedichte auch auf den Seiten des „Kievskij telegraf“ und in der Moskauer Zeitung „Budil’nik“ gedruckt werden. Am 4. Juni 1876 druckt Hlibow in dem „Kievskij telegraf“ den Anfang seines satirischen Zyklus Černigovskij fel’eton Kapitana Bonvivan und zwei Monate später gibt er das Büchlein Krasnyj motylёk. Pigmej – al’bomčik v stichach. Posvjaščaetsja vesel’čakam. Kapitana Bonvivan heraus. [3] 1882 [8] kommt sein drittes Sammelband der Fabeln heraus. Die weiteren sechs Jahren werden seine Gedichte und Fabeln nicht gedruckt. Erst ab 1889 erscheinen seine ukrainischen Fabeln in der Lemberger Zeitung „Zorja“ und in dem Kindermagazin „Dzvinočok“. Ab 1890 fängt er an Gedichte für Kinder zu schreiben (Vesnjanka, Zimnja pisen‘ka). Am 29. Oktober 1893 diktierte er, auf Grund seiner Blindheit, die letzte Fabel Ohon‘ i Haj seinem Freund Aleksandr Tyschtschinskij.

Insgesamt hat er Hunderte von Fabeln geschrieben. Iwan Franko bezeichnete Hlibow, neben Jewhen Hrebinka, als den besten ukrainischen Fabelschreiber. [4] Die Thematik dieser Fabeln war breit ausgeweitet. Die Fabeln handeln über den grausamen Umgang mit Bauern (Vovk ta Jahnja, Vovk i Kit) und die Bestechung (Lysycja i Chovrach, Ščuka), sie waren moralisch- ethisch gerichtet (Troježenec‘) und gegenrevolutionär (Ohon‘ i Haj). Seine früheren lyrischen Gedichte hatten einen traurigen Charakter (Uznik, Melodyja), wie auch die Liedertexte.

Werke[Bearbeiten]

Fabeln[Bearbeiten]

Ведмідь-пасічник – Vedmid‘-pasičnyk

  • Вовк та ягня – Vovk ta jahnja
  • Жаба й Віл – Žaba j Vil
  • Зозуля і півень – Zozylja i piven‘
  • Квіти - Kvity
  • Лисиця-жалібниця – Lysycja- žalibnycja
  • Мальований стовп – Mal’ovanyj ctovp
  • Мірошник - Mirošnyk
  • Муха й бджола – Mucha j bdžola
  • Охрімова свита – Ochrimova svyta
  • Синиця - Synycja
  • Солом'яний дід – Solom’janyj did
  • Щука - Ščuka
  • Цуцик - Cucyk
  • Шелестуни – Šelestuny

Lyrik[Bearbeiten]

  • Журба - Žurba
  • Пісня – Pisnja
  • Конь – Kon‘
  • Встреча – Vstreča
  • Соловей - Solovej

Akrostichon[Bearbeiten]

  • Кому привіт? – Komu pryvit?
  • Хто баба? – Chto baba?
  • Хто вона? – Chto vona?
  • Хто вони? - Chto vony?
  • Хто розмовляє? - Chto rozmovljaje?
  • Хто сестра і брат – Chto sestra i brat
  • Хто хвастає? – Chto chvastaje?
  • Що за птиця? Ščo za ptycja?
  • Щозашкварчить? – Ščo zaškvarčyt‘?

Rätsel[Bearbeiten]

  • Раз уночi я в лiс ходив… – Raz unoči ja v lis chodyv…
  • Мати донi молодiй… – Maty doni molodij…
  • Мале, забавненьке воно… – Male, zabavnen’ke vono…
  • Раз пiшов я на отаву… – Paz pišov ja na otavu…
  • Котилася тарiлочка… – Kotylasja tariločka…
  • Кучерява i вродлива… – Kučerjava…

Zusätzliche Information[Bearbeiten]

Hlibow war mit dem Autor der ukrainischen Hymne Šče ne vmerla Ukrajina Mychajlo Verbyc’kyj befreundet.[3]

Er hat sich mit Heilkunde beschäftigt und sammelte Volksrezepte. Zu ihm kamen Menschen, um vom ihn geheilt zu werden.[3]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Дончинко, В. Г.: Iсторiя української лiтератури ХХ столiття. У двох книгах, книга перша: Перша половина ХХ столiття. Пiдручник, Kuїв, Либiдь 1998, 360 с. ISBN 966-06-0025-9
  • Дончинко, В. Г.: Iсторiя української лiтератури ХХ столiття. У двох книгах, Друга половина ХХ столiття. Пiдручник, Kuїв, Либiдь 1998, 368 с. ISBN 966-06-0026-7
  • Бєляєв, В. Г.: История Украинского – русских литературных связей, в двух томах; Том второй, Советский период, Киев, Наукова думка 1987, 18 с.
  • Наєнка, М. К.: Українська лiтература: Посiбник для старшокласникiв i абiтурiєнтiв, Киiв, Либiдь 1995, 95-100 с.
  • Гурьєва, Б. М.: Л. Глiбов: Твори, Державне видавництво художньної лiтератури, Київ 1962, 3-27 с.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikisource: Leonid Hlibow – Quellen und Volltexte (ukrainisch)
 Commons: Leonid Hlibow – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Леонiд Глiбов, Твори, 5. Juni 2013
  2. ЕГО НАЗЫВАЛИ УКРАИНСКИМ ЭЗОПОМ, 6. Juni 2013
  3. a b c d e f g h i j ИНОСТРАННЫЙ СКАЗОЧНИК ЛЕОНИД ГЛЕБОВ: [1], 6. Juni 2013
  4. a b Глебов Леонид:Глебов Леонид, 5. Juni 2013
  5. a b Глебов Леонид Иванович: Глебов Леонид Иванович, 5. Juni 2013
  6. a b Гурьєва, Б. М.: Л. Глiбов: Твори, Державне видавництво художньної лiтератури, Київ 1962, 3-27 с.
  7. Леонид Глибов не прощался с Тарасом Шевченко, 3. Juni 2013
  8. a b САЙТ ВЕЛИКИХ: [2]