Leonid Ossipowitsch Utjossow

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Leonid Ossipowitsch Utjossow
Briefmarke Russlands, Leonid Utjossow, 1999, 2 rub. (Michel 756, Scott 6542)

Leonid Ossipowitsch Utjossow (russisch Леонид Осипович Утёсов, wirklicher Name - Lasar (Lejser) Weissbein, russisch Ла́зарь (Ле́йзер) Ио́сифович Вайсбе́йн; * 9. Märzjul./ 21. März 1895greg. in Odessa; † 9. März 1982 in Moskau) war ein populärer Jazzsänger, Bandleader und Schauspieler in der Sowjetunion.

Leben[Bearbeiten]

Utjossow wurde 1895 in einer jüdischen Familie in Odessa geboren. Er machte ab 1911 seine ersten künstlerischen Schritte mit einem Theater, mit dem er über das Land reiste und auch in Moskau und Leningrad auftrat. Ende der 20er Jahre baute er sein erstes Jazz-Orchester auf. Sein erster Spielort wurde die Kleine Oper in Leningrad, an der er erste große Erfolge feierte. Auch in der Folgezeit war Utjossow der charismatische Leiter und Frontmann seiner Bands. 1934 trat er in Lustige Burschen auf, dem ersten Filmmusical der Sowjetunion. Auch danach trat Utjossow regelmäßig in Filmen als Schauspieler auf.

An Musikgenres deckte er eine breite Palette ab: Jazz (insbesondere der Swing-Stil der 1930er) zählte ebenso dazu wie sowjetische Unterhaltungsmusik (Estrada), Filmmusiken sowie Aufnahmen mit sogenannten Gaunerchansons.

Am 9. Mai 1945 trat er neben anderen Musikern auf dem Roten Platz in Moskau bei den Siegesfeiern zum Ende des Zweiten Weltkrieges auf. Er war bis zu seinem Lebensende aktiver Musiker. Bis heute zählt er zu den wichtigsten Künstlern in den ersten Jahrzehnten der Sowjetunion.

1965 erhielt er die Auszeichnung Volkskünstler der UdSSR. 1982 verstarb Utjossow in Moskau.

Literatur[Bearbeiten]

  • Barry Dean Kernfeld (Hrsg.): The New Grove Dictionary of Jazz. 2. Aufl. Grove, New York 2002, ISBN 0-333-69189-X.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Leonid Utyosov – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien