Niederösterreichisches Wappen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Lerchenwappen)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Schild des niederösterreichischen Landeswappens

Das Niederösterreichische Wappen, auch Lerchenwappen genannt, ist das Landeswappen von Niederösterreich.

Beschreibung[Bearbeiten]

Das Wappen Niederösterreichs besteht „aus einem blauen Schild, der eine goldene Mauerkrone mit drei sichtbaren Zinnen trägt und in welchem sich fünf goldene Adler, je zwei gegeneinander und einer nach links gewendet, befinden.” (entn. aus: (1) Verfassungsgesetz über die Verfassung des Bundeslandes Niederösterreich, NÖ Landesverfassung 1979 - NÖ LV 1979, vom 7. Dezember 1978 Artikel 7, Landessymbole)

Die Mauerkrone im Wappen ist ein republikanisches Symbol.

Geschichte[Bearbeiten]

Lerchen oder Adler?[Bearbeiten]

Wappen des Erzherzogtum Österreich unter der Enns während der k.u.k. Monarchie
Das Fünfadlerwappen Österreichs
im Babenberger Stammbaum um 1490 dem Markgrafen Adalbert (um 985–1055) zugeschrieben – ob er das Wappen in dieser Form wirklich geführt hat, ist unbekannt.

Zahl, wie auch Farbgebung der Wappentiere schwankten anfangs. Der wohl früheste Beleg findet sich – in anderer Farbgebung als das heutige Gold auf Blau – an einem Glasfenster des Kreuzganges von Klosterneuburg, das um 1330/35 datiert ist.

In früheren Zeiten hielt man die Adler irrtümlich für Lerchen, so dass man auch vom Lerchenwappen spricht. Ab dem 16. Jahrhundert wurde gedeutet, sie ließen sich aus den Feldzeichen der römischen Legio X alaudarum, die in Vindobona stationiert war, ableiten – lateinisch audala ist die „Lerche“. Diese Deutungen zwischen Adler und Lerche hielten bis in das 18. Jahrhundert an, und 1795 verzichteten die niederösterreichischen Stände endgültig auf das Wappen.

Ab 1804, im Kaiserreich Österreich, wurde das Fünfadlerwappen als Wappen des Erzherzogtums unter der Enns, des heutigen Niederösterreichs, dekretiert und seine Form festgesetzt. Die Vögel blickten alle in ihre rechte Richtung, das Wappen wurde vom Erzherzogshut gekrönt.

Im Stift Klosterneuburg ist ein türkisblaues, mit Vögeln gemustertes Stück Stoff namens Markgrafen-Ornat aus dem 13. Jahrhundert, wahrscheinlich orientalischen Ursprungs, aufbewahrt, von dem es heißt, es soll das Vorbild des Lerchenwappens gewesen sein. Die Vögel auf diesem Stoffrest sind aber weder Adler noch Lerchen, sondern paarweise überkreuzte Papageien, sowie Hähnchen und andere kleine Vögel.[1]

Lerchenwappen und Bindenschild[Bearbeiten]

Der Bindenschild entspricht der „neuen“ Form des Wappens Österreichs. Während der Bindenschild ursprünglich das babenbergische Familienwappen und dann das Wappen für das heutige Nieder- und Oberösterreich war, symbolisierten die fünf Adler die Gesamtheit der habsburgischen Besitzungen im Ostalpenraum: Die Herzogtümer Österreich ob und unter der Enns, Steiermark, Kärnten, Krain und die Windische Mark.

Im Verlauf des 14. Jahrhunderts wandelte sich die Bedeutung und der Bindenschild wurde zum gesamtösterreichischen Wappen und das Lerchenwappen zum Regionalsymbol. Wann genau und warum dieser Bedeutungswandel stattfand, ist nicht eindeutig geklärt, siehe hierzu Altösterreich und Neuösterreich.

Literatur[Bearbeiten]

  • Floridus Röhrig: Das niederösterreichische Landeswappen. Seine Entstehung u. Bedeutung. Wissenschaftliche Schriftenreihe Niederösterreich 57. NÖ. Pressehaus (Sankt Pölten 1980). ISBN 3-85326-542-1-
  • Adler und Rot-Weiß-Rot. Symbole aus Niederösterreich. Ausstellung der Kulturabteilung des Amtes der NÖ Landesregierung. Wiss. Konzeption Andreas Kusternig. = Katalog des Niederösterreichischen Landesmuseums NF 174. Amt der Niederösterreichischen Landesregierung, Abt. III/2, Wien 1986
  • Peter Diem: Die Symbole Österreichs. Kremayr & Scheriau, Wien 1995

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wappen Niederösterreichs – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Lerchenwappen Altösterreichs – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Franz-Heinz Hye: Das Österreichische Staatswappen und seine Geschichte, Innsbruck/Wien 1995, S.80