Leslie R. Groves

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Leslie R. Groves

Leslie Richard Groves (* 17. August 1896 in Albany, New York; † 13. Juli 1970) war ein Lieutenant General der US Army und militärischer Leiter der Entwicklung der ersten Atombombe im sogenannten Manhattan-Projekt.

Militärische Laufbahn[Bearbeiten]

Groves studierte an der Universität von Washington, am Massachusetts Institute of Technology (MIT) und er absolvierte 1918 die US Military Academy in West Point, New York.

Während seiner Dienstzeit als stellvertretender Leiter für Bauvorhaben der Pioniertruppen war er maßgeblich am Bau des Pentagon unter seinem Vorgesetzten Lieutenant General Brehon Somervell beteiligt. Dieser schlug ihm 1942 wegen seiner organisatorischen Begabung im Auftrage der politisch Verantwortlichen Vannevar Bush und James Bryant Conant vor, ein geheimes neuartiges militärisches Nuklear-Waffenentwicklungsprojekt zu übernehmen. Damit wurde er der Hauptverantwortliche für eines der größten Projekte der US-amerikanischen Militärgeschichte, den Bau der ersten Atombombe, das von Groves selbst mit der unverfänglichen Bezeichnung „Manhattan Engineering District (MED)“, später nur noch bezeichnet als Manhattan-Projekt, versehen wurde. Insgesamt waren an dem Projekt 150.000 Personen beteilgt, davon 14.000 Wissenschaftler und Ingenieure, bei einem Gesamtkostenaufwand von zwei Milliarden US-Dollar. Die Kosten entsprachen also weniger als einem Tausendstel der gesamten US-amerikanischen Kriegsausgaben des Zweiten Weltkriegs von drei Billionen US-Dollar.

Als oberster militärischer Entscheidungsträger des Manhattan-Projekts rekrutierte er unter strengster Geheimhaltung für die Großforschungsanlage Los Alamos National Laboratory in Los Alamos bei Santa Fé, New Mexico unter Anleitung des Physikers Robert Oppenheimer zahlreiche führende Wissenschaftler, Physiker, Chemiker und Ingenieure (u.a. Leo Szilard, Edward Teller, Enrico Fermi, Eugene Wigner) zur technischen Entwicklung der ersten Atombombe. An weiteren von Groves neu etablierten Großforschungsanlagen in Oak Ridge, westlich von Knoxville Tennessee (Oak Ridge National Laboratory; ORNL) wurde die Uran-Aufbereitung mit Abtrennung des spaltbaren Uran-Isotops Uran 235 mittels Gas-Diffusion entwickelt. An dem großen neuen Großforschungszentrum Hanford Site bei Pasco, Washington wurde spaltbares Plutonium-239 in speziell entwickelten Reaktoren „erbrütet“.

Das gesamte Programm des Manhattan-Projekts umfasste insgesamt 37 geheime Einrichtungen in 19 US-Bundesstaaten, z.T. in Zusammenarbeit mit Einrichtungen in England.

Orte wichtiger Einrichtungen des Manhattan-Projekts

400 Kilometer südlich von Los Alamos in der Wüste bei Alamogordo erfolgte am 16. Juli 1945 der erste Atomwaffentest „Trinity“, dem drei Wochen später am 6. August 1945 der erste Einsatz einer Atombombe in Hiroshima (Japan) folgte.

Der Nominierung des äußerst effektiven und durchsetzungsfähigen Leslie R. Groves, der sich für diese immense Aufgabe hervorragend eignete und sich damit „Weltruhm“ erwarb, erwies sich nachträglich als eine entscheidende Weichenstellung für die unerwartet rasche Erreichung des Ziels des Einsatzes einer Atombombe.

Leslie R. Groves schied im Jahre 1948 aus der US Army aus. 1962, fast 20 Jahre nach Ende des Manhattan-Projektes, veröffentlichte er eine Monographie, in der er die Geschichte dieses historischen Projekts aufarbeitete und zusammenfasste.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Auswahl der Dekorationen, sortiert in Anlehnung der Order of Precedence of Military Awards:

Literatur[Bearbeiten]

  • Leslie R. Groves: Jetzt darf ich sprechen : Die Geschichte der ersten Atombombe, Köln, Berlin: Kiepenheuer & Witsch 1965 (Original: Now It Can Be Told: The Story of the Manhattan Project. Paperback, Da Capo Press, 1962, Wiederauflage 1983, ISBN 0-306-80189-2)
  • Robert S. Norris: Racing for the bomb. General Leslie R. Groves, the Manhattan Project's Indispensable Man. ISBN 978-1-58642-067-3 (1-58642-067-4) 752 Seiten
  • Lansing Lamont: Eine Explosion verändert die Welt – Die Geschichte der ersten Atombombe. Original: Day of Trinity. 1965, R. Piper Verlag München.

Weblinks[Bearbeiten]