Lolotoe

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Subdistrikt Lolotoe
Lolotoe (Osttimor)
Red pog.svg
Hauptstadt Lolotoe
Fläche 169,31 km²[1]
Einwohnerzahl 7.129 (2010)[1]
Sucos Einwohner (2010)[2]
Deudet 811
Gildapil 1.198
Guda 958
Lebos 916
Lontas 608
Lupal 1.274
Opa 1.364
Übersichtskarte
Verwaltungsgliederung von Bobonaro
Lage des Distrikts Bobonaro

Lolotoe (Lolotoi, Lolo-Toe) ist der Hauptort des Subdistrikts Lolotoe (Distrikt Bobonaro) im Nordwesten Osttimors.

Der Ort[Bearbeiten]

Lolotoe liegt im Südosten des Distrikts Bobonaro auf einer Höhe von 807 m über dem Meer im Suco Opa. Das Siedlungszentrum beinhaltet auch die Orte Raimea und Moko in Opa und Bou-Tal und Oe-Laca im Suco Deudet.[3] Zur Landeshauptstadt Dili sind es in Luftlinie etwa 78 km nach Nordosten, zur Distriktshauptstadt Maliana etwa 18 km nach Norden. Zur Grenze nach Indonesien sind es nur wenige Kilometer.

Im Ort leben 3.454 Einwohner (2006). Hier befinden sich zwei Grundschulen, zwei Schulen zur Vorbereitung auf die Sekundärstufe, ein Hubschrauberlandeplatz und ein kommunales Gesundheitszentrum.[4]

Der Subdistrikt[Bearbeiten]

Geographie[Bearbeiten]

Städte und Flüsse von Lolotoe

Lolotoe liegt im äußersten Süden des Distrikts Bobonaro. Im Süden und Osten grenzt es an den Distrikt Cova Lima, im Norden an die Subdistrikte Bobonaro und Maliana und im Westen an das indonesische Westtimor.

Der Subdistrikt teilt sich in sieben Sucos: Deudet, Gildapil (Gilapil), Guda, Lebos, Lontas, Lupal (Lupai) und Opa. Im Norden von Gildapil liegt der Berg Leber (1403 m).

Für das Gebiet wird mit 2.837 mm die größte jährliche Niederschlagsmenge in Osttimor angegeben.[5]

Einwohner und Wirtschaft[Bearbeiten]

Im Subdistrikt leben 7.129 Menschen (2010,[1] 2004: 6.992[7]). Der Altersdurchschnitt beträgt 20,7 Jahre (2010,[1] 2004: 18,6 Jahre[8]). Die größte Sprachgruppe bilden die Sprecher der Nationalsprache Bunak. Lolotoe ist eines der Zentren der Bunak in Osttimor.[8] Als Zweitsprache ist die Amtssprache Tetum weit verbreitet. Bahasa Indonesia wurde während der Besatzungszeit verwendet, die Älteren sprechen noch Portugiesisch. Dieses wird auch in den Schulen unterrichtet.[9]

70 % der Haushalte im Subdistrikt bauen Kaffee an, womit Lolotoe das Anbauzentrum im Distrikt ist. Außerdem pflanzen 84 % Maniok, 85 % Mais, 79 % Gemüse, 70 % Kokosnüsse und nur 5 % Reis.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Im 18. Jahrhundert beteiligte sich das Reich von Lolotoe an der Cailaco-Rebellion gegen die Portugiesen.[10]

1999 kam es im damals von Indonesien besetzten Osttimor zu einer Gewaltwelle durch pro-indonesische Milizen (Wanra) und dem indonesischen Militär, die das anstehende Unabhängigkeitsreferendum zu Gunsten der Besatzer entscheiden wollten. Ende Mai war davon auch der Subdistrikt Lolotoe betroffen. Es kam zu willkürliche Verhaftungen, Missbrauch, Vergewaltigungen, Folter und Mord.[11]

Indonesische Soldaten und Mitglieder der Miliz Kaer Metin Merah Putih (KMP) trieben Mitglieder und vermeintliche Unterstützer des CNRT zusammen, der Dachorganisation der Unabhängigkeitsbewegung Osttimors. Viele wurden geschlagen und gefoltert. Frauen wurden in einem genannten Rape houses vergewaltigt. 2005 fand man in Lolotoe ein Massengrab mit 30 Unabhängigkeitsbefürwortern, die hier umgebracht wurden.

Seit 2009 gibt es eine Partnerschaft mit dem australischen Mount Alexander Shire.[12]

Anfang 2010 gab es Berichte, dass Bewaffnete, die sich als Ninjas verkleidet haben, die Bevölkerung in den Distrikten Cova Lima und Bobonaro terrorisieren. Unter anderem wurde ihnen der Mord an einem 15-jährigen Mädchen im Suco Gildapil zur Last gelegt. Timoresische Polizei (PNTL) und Armee (F-FDTL) entsandten daraufhin Einheiten, um gegen die Verbrecher vorzugehen.[13]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Lolotoe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d Direcção Nacional de Estatística: 2010 Census Wall Chart (English) (PDF; 2,7 MB)
  2. a b Direcção Nacional de Estatística: Suco Report Volume 4 (englisch) (PDF; 9,8 MB)
  3. Timor-Leste GIS-Portal
  4. UNMIT: Timor-Leste District Atlas version02, August 2008 (PDF; 535 kB)
  5. Asian Development Bank: TIM: District Capitals Water Supply Project – Rehabilitation of Lake Lehumo, September 2011, abgerufen am 23. Februar 2014.
  6. a b Seeds of Life
  7. Statistisches Amt Timor-Leste Census 2004
  8. a b Direcção Nacional de Estatística: Census of Population and Housing Atlas 2004 (PDF; 14,0 MB)
  9. Bobonaro District Development Plan 2002/2003 (PDF-Datei; 566 kB)
  10. History of Timor (PDF; 824 kB) – Technische Universität Lissabon
  11. 1999 Crimes against humanity in East Tiomor
  12. Bendigo Advertiser, 31. Dezember 2008, Ties to Timor
  13. Wikinews, 24. März 2010, „Ninjas“ in Timor-Leste?

-9.1666666666667125.26666666667Koordinaten: 9° 10′ S, 125° 16′ O