Louis de Marillac

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Porträt Louis de Marillacs, Stich eines unbekannten Künstlers aus dem 17. Jahrhundert

Louis de Marillac (* Juli 1572 oder 1573 in Aigueperse, Auvergne; † 10. Mai 1632 in Paris, enthauptet) war ein französischer Heerführer und Staatsmann, Marschall von Frankreich.

Louis war der Sohn des Guillaume de Marillac (1500–1573) und der Antoinette Camus. Sein Bruder war Michel de Marillac (1563–1632), der Siegelbewahrer Ludwigs XIII.

Louis trat in die Armee ein und machte schnell Karriere. 1598 war er Kammerherr Heinrichs IV., dann Leutnant der Leibgarde des Herzogs von Anjou. Er wurde Botschafter in Savoyen, Mantua, Florenz, Venedig (1611), Lothringen, Deutschland und Italien (1616). Ludwig XIII. ernannte ihn 1617 zum Maréchal-de-Camps (Generalmajor) und Commissaire Général des Armées. Er begleitete den König auf dessen Feldzügen und wurde 1621 vor Montauban verwundet. 1626 wurde er zum Generalstatthalter der Trois-Évêchés (Metz, Toul, Verdun) ernannt und war auch an der Belagerung von La Rochelle und der Einnahme der Île de Ré 1627 beteiligt. Am 12. Juni 1629 ernannte ihn der König anlässlich der Belagerung von Privas zum Marschall von Frankreich.

Einer Verschwörung gegen Richelieu beschuldigt, wurde Louis, wie auch sein Bruder, am 22. November 1629 in Italien verhaftet und zunächst auf Schloss Sainte-Ménehould inhaftiert, bevor er in die Zitadelle von Verdun, später auf Schloss Pontoise verlegt wurde. Sein Prozess dauerte zwei Jahre. Ungeachtet seiner 40-jährigen treuen und loyalen Dienste wurde er auf Veranlassung Richelieus am 8. Mai 1632 zum Tode verurteilt und zwei Tage später auf der Place de Grève in Paris unter dem Vorwand der Untreue enthauptet. Erst nach dem Tod des Kardinals wurde Marillac vom Pariser Parlement rehabilitiert.

Seine uneheliche, aber von ihm anerkannte Tochter war die heilige Louise de Marillac, die 1633 gemeinsam mit Saint Vincent de Paul die Genossenschaft der Töchter der christlichen Liebe (französisch: Filles de la Charité), in Deutschland auch bekannt als Vinzentinerinnen, gründete.

Literatur[Bearbeiten]

  • Pierre de Vaissiere: Un grand procès sous Richelieu. L’affaire du maréchal de Marillac (1630-1632). Perrin, Paris 1924 (Rezension).
  • Gédéon Tallemant des Réaux: Les historiettes de Tallemant des Réaux. Mémoires pour servir à l’histoire du XVIIe siècle. Band 2. Levavasseur, Paris 1834, S. 1–3 (online).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Louis de Marillac – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien