Sainte-Menehould

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Sainte-Menehould
Sainte-Menehould (Frankreich)
Sainte-Menehould
Region Champagne-Ardenne
Département Marne
Arrondissement Sainte-Menehould
Kanton Sainte-Menehould
Koordinaten 49° 5′ N, 4° 54′ O49.0902777777784.8972222222222165Koordinaten: 49° 5′ N, 4° 54′ O
Höhe 132–261 m
Fläche 57,11 km²
Einwohner 4.390 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 77 Einw./km²
Postleitzahl 51800
INSEE-Code
Website www.ville-sainte-menehould.fr
Das Hôtel de Ville

Sainte-Menehould [ˌsɛ̃tməˈnu] ist eine französische Gemeinde mit 4390 Einwohnern (Stand 1. Januar 2011) im Département Marne in der Region Champagne-Ardenne. Sie ist Verwaltungssitz des Arrondissements Sainte-Menehould und des Kantons Sainte-Menehould.

Die offizielle Schreibung ist ohne Akzente (INSEE), inoffiziell wird Ménehould buchstabiert. Die Einwohner hingegen sagen Menou oder seltener Sainte-Menou und schreiben Ménéhould.

Geographie[Bearbeiten]

Die Stadt liegt am Fluss Aisne, an der Einmündung des linken Nebenflusses Auve. Sainte-Menehould besitzt einen Bahnhof an der Bahnstrecke von Paris nach Metz, gelegen zwischen Châlons-en-Champagne und Verdun.

Geschichte[Bearbeiten]

Der in gallorömischer Zeit unter dem Namen Castrum Conthense bekannte Ort kam im Jahr 1200n an Graf Theobald III. der Champagne. Seine Witwe, Blanka von Navarra, ließ den Schloßhügel (die „Butte“) befestigen. Diese Befestigung wurde zur Zeit des Königs Franz I. durch Girolamo Marini verstärkt. Die völlig aus Holz gebaute Stadt brannte 1719 nieder. Den Wiederaufbau führte der königliche Ingenieur Philippe de la Force aus.

Zur Zeit der Französischen Revolution war Sainte-Menehould eine Poststation an der Chaussee von Paris nach Verdun, wo die Überland-Postkutschen ihre Pferde wechselten.

Am Abend des 22. Juni 1792 fertigte Postmeister Jean Baptiste Drouet eine Reisegesellschaft ab, die aus einer Berline, einem Einspänner und mehreren Reitkurieren bestand und es offenbar sehr eilig hatte. Obwohl die Pässe auf eine real existierende Baronin von Korff ausgestellt waren, erkannte Drouet die Reisenden kurz nach ihrer Abfahrt auf Bildern: Es waren König Ludwig XVI. von Frankreich und Königin Marie-Antoinette auf ihrer Flucht ins Ausland. Drouet ließ die folgenden Postrelais und Garnisonen alarmieren, so dass das Königspaar noch in der Nacht in Varennes-en-Argonne festgenommen werden konnte.[1]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

  • 1962: 4270
  • 1968: 5392
  • 1975: 5772
  • 1982: 5667
  • 1990: 5177
  • 1999: 4979
  • 2006: 4662

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die Kirche Notre-Dame in der Oberstadt stammt aus dem 13. Jahrhundert. Sie ist eine dreischiffige Basilika. Das Mittelschiff des Chors und die polygonale Apsis stammen vom Beginn dieses Jahrhunderts, während die Seitenkapellen des Chors erst in der Jahrhundertmitte angefügt wurden. Das Schiff mit fünf Jochen wurde im 15. und im 18. Jahrhundert verändert.

Das Rathaus (Hôtel de Ville) an der Place du Général Leclerc wurde nach dem Brand von 1719 im Jahr 1730 von Philippe de La Force errichtet. Die Vorderfront gilt als gutes Beispiel für den Stil der königlichen Agentur von Jules Hardouin-Mansart, Robert de Cotte und Jacques Gabriel.

10 km westlich von Sainte-Menehould liegt das Dorf Valmy. Bekannt ist dieser Ort durch die Kanonade von Valmy, den Wendepunkt des ersten Koalitionskrieges. Von der auf einer Anhöhe stehenden Windmühle hat man eine gute Rundsicht über das ansonsten flache Land. Die 1634 erbaute Windmühle wurde von Kellermann am 20. September 1792 niedergebrannt, da er diesen höchsten Punkt zur Beobachtung der feindlichen Stellungen benötigte. Seither wurde die Windmühle viermal wieder aufgebaut oder restauriert, das letzte Mal nach der Zerstörung durch den Orkan Lothar am 26. Dezember 1999.

Statue Kellermanns bei Valmy

Nur 400 m östlich der Windmühle steht das Monument Kellermann, das an einen der beiden französischen Befehlshaber des Gefechts von 1792 erinnert.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. Die französische Revolution in Augenzeugenberichten, München 1976, S. 97–101