Luisenstädtischer Bildungsverein

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Der Berliner Luisenstädtische Bildungsverein e. V. wurde am 29. Mai 1991 gegründet.[1] Das Hauptziel des Vereins ist die Erforschung und Verbreitung der Geschichte Berlins und Brandenburgs.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Gründer und Geschäftsführer des sozial- und kulturgeschichtlichen Vereins ist der Philosoph und Historiker Hans-Jürgen Mende,[2] ein Mitbegründer ist der Historiker Kurt Wernicke.[3] Der Name Luisenstadt bringt zum Ausdruck, dass sich der Verein der Berliner Aufklärung verbunden fühlt und, davon abgeleitet, sich die Prinzipien der Toleranz zu eigen macht. Die Berliner Luisenstadt war einmal geprägt von Deutschen, Hugenotten und Böhmen. Heute kommen Türken hinzu. Nach dem Fall der Mauer setzte sich der Verein dafür ein, das Zusammenleben und Zusammenwachsen der Deutschen Ost und West zu begleiten und zu fördern.

Der Verein veranstaltet Vorträge und Führungen, hält einen Historischen Informationsdienst bereit, betreibt eine Berlingeschichtliche Datenbank, hat eine Berlin-Bibliothek eingerichtet und gab von April 1992 bis Juni 2001 die Berlinische Monatsschrift heraus. Der Verein finanziert seine Mitarbeiter über öffentliche Förderprojekte, in den 1990er-Jahren waren bis zu mehrere hundert Mitarbeiter eingebunden.[1] 2008 umfasste das online-Lexikon ein Straßennamen-Verzeichnis mit 14.000 Einträgen, umfangreiche Bezirkslexika für Mitte, Friedrichshain-Kreuzberg und Charlottenburg-Wilmersdorf sowie eine Berliner Chronik mit 27.000 Lemmata und die Porträts von 183 Bürgermeistern seit dem Mittelalter.[2]

Unmittelbar vor Weihnachten 2008 nahm der Vorstand des Vereins sein gesamtes Internetangebot vom Server. Lediglich die Hauptseite blieb aktiv, die Maßnahme wurde mit dem Ausbleiben der finanziellen Förderung durch den Berliner Senat begründet.[4] Seit 2007 fehlen dem Verein die Fördermittel des Senats und der Bundesanstalt für Arbeit für „ABM-Maßnahmen“. Mende bat Anfang 2009 Bürgermeister Wowereit um eine finanzielle Unterstützung für verschiedene stadthistorische Publikationen.[2] Bis 2006 waren etwa 40.000 bis 50.000 Fotos von Berlin digitalisiert worden, doch wegen fehlender Mittel konnten die Bilder bisher nicht hochgeladen werden.[1]

Mitte Juli 2009 konnten die Datenbanken des Servers durch eine Vereinbarung mit der kaupert media gmbh wieder für das Netz freigeschaltet werden. Die kaupert media gmbh hat den kompletten Datenbestand des bisherigen Internetangebots des Luisenstädtischen Bildungsvereins übernommen und arbeitet derzeit an einem gemeinsamen Internetauftritt unter der Adresse berlin.kauperts.de.[5]

Werke[Bearbeiten]

Eine Auswahl von in der Edition Luisenstadt erschienenen sowie herausgegebener Werke:

  •  Hans-Jürgen Mende (Hrsg.): Lexikon – Alle Berliner Straßen und Plätze – Von der Gründung bis zur Gegenwart. Neues Leben, Berlin 1998, ISBN 3-355-01491-5 (Edition Luisenstadt, 4 Bände, 2300 Seiten).
  •  Herbert Mayer: Berlins Straßennamen – Schöneberg. Luisenstädtischer Bildungsverein, Berlin 1994, ISBN 3-89542-050-6 (Edition Luisenstadt).
  •  Dagmar Girra, Sylvia Lais, Luisenstädtischer Bildungsverein (Hrsg.): Charlottenburg-Wilmersdorf. Die Strassennamen. Stapp, Berlin 2001, ISBN 978-3-87776-360-5.
  •  Kathrin Chod, Herbert Schwenk, Hainer Weißpflug, Luisenstädtischer Bildungsverein (Hrsg.): Berlin Mitte. Das Lexikon. Stapp, Berlin 2001, ISBN 978-3-87776-111-3 (808 S., 183 Abb.).
  •  Hans-Jürgen Mende, Kurt Wernicke (Hrsg.): Berliner Bezirkslexikon Charlottenburg-Wilmersdorf. Haude & Spener, Berlin 2005, ISBN 3-7759-0479-4 (Edition Luisenstadt, 3000 Stichwörter).
  •  Kurt Wernicke, Luisenstädtischer Bildungsverein (Hrsg.): Ein Jahrtausend deutscher Geschichte im europäischen Kontext. Ein Überblick. Trafo, Berlin 2007, ISBN 978-3-89626-585-2.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Sven Jansen: Luisenstädtischer Bildungsverein – 15 Jahre im Dienste Berlins. Kultstral, Nr. 34, Juli/August 2006
    Ein Kurzporträt. Luisenstädtischer Bildungsverein
  2. a b c Lothar Heinke: Informationsportal ‚Luise‘. Ein Stück Berlin verschwindet aus dem Internet. In: Der Tagesspiegel, 2. Februar 2009
  3. Andreas Gandzior: Berlin streicht Lehrstuhl für die eigene Geschichte. In: Die Welt, 18. November 2007
     Matthias Matussek: Vom Volkskörper abgespalten. In: Der Spiegel. Nr. 1, 1990, S. 140–141 (online).
  4. fü: Bildungsverein muss Berlin-Lexikon aus dem Internet nehmen. In: Die Welt, 27. Dezember 2008
  5. Kauperts rettet Luise. kaupertmedia.de 15. Juli 2009
       Kauperts rettet Luise – Berühmtes Berlin-Archiv vor Schließung bewahrt. openpr.de 15. Juli 2009