Mīr

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Mīr (persisch ‏مير‎) ist ein Ehrentitel, der wie das deutsche Wort Emir von dem arabischen Begriff amīr (‏امير‎ ‚Befehlshaber, Prinz‘) abgeleitet ist. Das anlautende Alif ist dabei ausgefallen. Wie der Begriff amīr wurde das persische Wort mīr anfangs vor allem für Prinzen verwendet, später aber auch für Dichter wie Mīr ʿAlī Schīr Nawā'ī.

In Indien und Pakistan verwenden auch Sayyids den Titel für sich. Er hat eine ähnlich ehrende Funktion wie Sahib oder Agha. Im Sultanat von Delhi und dem Mogulreich war der Begriff Teil zusammengesetzter Titel wie mīr ātisch ("Chef der Artillerie"), mīr bahr ("Admiral") oder mīri ʿimārat ("Baubeaufsichtigter"). Das weltliche und religiöse Oberhaupt der Jesiden hat den Titel "Mīr von Schaichān".

Im Türkischen ist von dem Begriff ein eigenes Nisba-Adjektiv gebildet worden, das die Bedeutung von "staatlich, zur Regierung gehörend" hat. Eine Ableitung von Mīr ist der persische Titel Mīrzā. Er steht verkürzend für amīr-zāda ("Prinzensohn").

Literatur[Bearbeiten]