Maßkrug

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Maßkrug mit Brauerei-Emblem
Maßkrüge auf dem Oktoberfest 2006

Ein Maßkrug (kurz: Maß) ist ein Bierkrug, der das Volumen einer Maß fasst. Auf Bairisch und Schwäbisch heißt sie die Maß ([mas], mit kurzem a wie in massig), in anderen Gegenden das Maß ([maːs], mit langem a wie in Maßband). Eine Maß entsprach ursprünglich 1,069 Liter, heute ist es genau ein Liter. Üblicherweise, insbesondere in Bayern und Österreich, wird der Maßkrug für Bier und Biermischgetränke wie Radler oder Goasmaß verwendet.

Geschichte[Bearbeiten]

Die früher üblichen tönernen Maßkrüge (auch als „Keferloher“ bekannt) wurden Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts zunehmend gegen gläserne ausgetauscht. In Franken und unter Kennern wird jedoch manchmal immer noch der tönerne Maßkrug bevorzugt, da in diesem das Bier länger kühl bleibt. Allerdings erkennt man bei ihnen nicht auf den ersten Blick, ob korrekt eingeschenkt wurde. Wird in Bayern nach einer Maß verlangt („Oa Mass!“, wenn die Anzahl betont wird, ansonsten „a Mass!“), gilt es als selbstverständlich, dass es sich um eine Maß Helles handelt.

Besonders bekannt ist der Oktoberfest-Maßkrug, ein Sammlerkrug, der für das Münchner Oktoberfest jährlich neu gestaltet wird und das Plakatmotiv des Oktoberfests zeigt. Im Gegensatz zum gläsernen Maßkrug, in dem das Bier in den Festzelten ausgeschenkt wird, ist der Oktoberfest-Maßkrug aus Steinzeug.

Die traditionellen tönernen Maßkrüge können zusätzlich mit einem Zinndeckel versehen sein. Um diesen besser befestigen zu können, befindet sich am Henkel des Kruges immer eine Einkerbung, auch wenn der Krug keinen Deckel besitzt. Dieses Gestaltungsmerkmal sieht man auch noch bei den neueren Maßkrügen aus Glas. Es handelt sich also entgegen einer landläufigen Meinung nicht um eine Sollbruchstelle, um die Verletzungsgefahr bei Schlägereien zu verringern.

An den gläsernen Maßkrügen befinden sich so genannte „Augen“, runde Vertiefungen, die dazu dienen, dem Glaskörper mehr Stabilität und eine angenehmere Optik zu geben. Entgegen häufiger Ansicht sind die Augen nicht dazu gedacht, beim Anstoßen ein Wegrutschen der Finger zu vermeiden. Da das Umfassen des Maßkruges durch den Henkel hindurch beim Anstoßen die Gefahr birgt, die Finger zwischen zwei anstoßenden Krügen einzuklemmen, ist dies naheliegend. Daher greift der Erfahrene den Maßkrug zum Zwecke des Anstoßens ausschließlich am Henkel.

Die Augen können als Maßstab (nicht zu verwechseln mit Augenmaß) genutzt werden: So ist es üblich, beispielsweise das Mischungsverhältnis einer Radlermaß durch die Anzahl von Augen für die Zitronenlimonade zu definieren, etwa „Eine Radlermaß mit zwei Augen Limonade, bitte!“.

Herkunft[Bearbeiten]

Die Maßkanne war im 19. Jahrhundert eine europaweit anerkannte Messeinheit und fasste 1,069 Liter,[1] somit ist „eine Maß“ einfach als „eine Einheit“ zu verstehen.

Der Maßkrug als Schlagwerkzeug[Bearbeiten]

Nach Aussagen des Physikers Erich Schuller vom Institut für Rechtsmedizin der Ludwig-Maximilians-Universität München handelt es sich bei einem Maßkrug um ein "effektives Schlagwerkzeug", bei dem jeder Schlag potentiell lebensgefährlich sei: Durch die Masse von 1,3 Kilogramm entstehe bei einem heftigen Schlag eine Kraft von 8500 Newton, ein menschlicher Kopf breche jedoch im Scheitelbereich schon bei 4000 Newton. Trotzdem gebe es immer wieder Fälle, in denen der Krug nachgebe. Vermutlich handele es sich dabei um Krüge, die durch Abnutzung eine verringerte Festigkeit aufweisen würden.[2]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://home.fonline.de/fo0126//geschichte/groessen/mas2.htm
  2. "Effektives Schlagwerkzeug" - Interview mit dem Physiker Erich Schuller, Institut für Rechtsmedizin der LMU München, in: SPIEGEL 39/2010, Seite 149