Radler

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Radler (Begriffsklärung) aufgeführt.
links: gezapfter Radler (Umgedrehtes Pilsdeckchen), rechts: normales Bier
Radler von Berliner Kindl, Henninger, Krombacher, Oettinger, Sternburg

Der (auch das) Radler ist ein Biermischgetränk, das aus Bier und Limonade besteht. Ursprünglich enthielt es je zur Hälfte dunkles Vollbier und klare Limonade. Heute wird es jedoch meist mit hellem Bier zubereitet, das mittlerweile weiter verbreitet ist. Manche Hersteller verwenden auch eine Mischung von 60 % Bier und 40 % Limonade. Aber auch „Dunkles Radler“ ist in Bayern weiterhin beliebt, muss aber explizit bestellt werden. In Deutschland darf das Radler nach der Änderung des Biersteuergesetzes im Jahr 1993 fertig gemischt in Flaschen oder Getränkedosen verkauft werden, wobei für den Limonadenanteil ebenfalls Biersteuer anfällt.

Varianten[Bearbeiten]

Im deutschsprachigen Raum gibt es mehrere verschiedene Varianten des Radlers, die oft auch andere Namen tragen:

Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Bitte hilf der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst. Näheres ist eventuell auf der Diskussionsseite oder in der Versionsgeschichte angegeben. Bitte entferne zuletzt diese Warnmarkierung.
  • In der Schweiz, im Saarland, in Italien und in Frankreich nennt man es Panaché (französisch für „gemischt“) und eingedeutscht (Deutschschweiz, Saarland) Panasch, geschrieben Panasche (ohne é). In der Schweiz kann zusätzlich noch Panasch sauer (mit Mineralwasser statt Limonade) bestellt werden.
  • Eine besonders in Bayern verbreitete Variante ist der Russ oder Russe. Er besteht aus Weißbier und Limonade.
  • Eine Mischung aus Schwarzbier und Himbeerlimonade wird in einigen Regionen Mitteldeutschlands Ententeich genannt.
  • In Österreich bezeichnet man bei offenen Getränken die Mischung aus Bier und der Kräuterlimonade Almdudler als Almradler oder auch einfach als Radler. Bereits in der Brauerei abgefüllte Flaschen enthalten namenlose Limonade. In Vorarlberg unterscheidet man zwischen „süßem“ (mit Limonade) und „saurem“ (mit Mineralwasser) Radler. Letzterer wird ansonsten in Österreich als „Soda-Radler“ bezeichnet. Bier gemischt mit Cola wird zuweilen Diesel genannt.
  • In Norddeutschland wird Pils verwendet und die Mischung heißt meist Alsterwasser, kurz Alster, benannt nach der vorgeblichen Farbe des gleichnamigen Hamburger Gewässers.
Die Verwendung des Begriffs Alster ist außerhalb Norddeutschlands jedoch nicht einheitlich. Teilweise wird unter Alster ein Mix mit Orangenlimonade verstanden, unter Radler hingegen ein Mix mit Zitronenlimonade; manchmal werden beide Begriffe aber auch synonym benutzt. In den Niederlanden wird ebenfalls Pils verwendet, dort wird das Gemisch als Sneeuwwitje (dt.: „Schneewittchen“) bezeichnet.
  • In Berlin, Brandenburg und dem nördlichen Sachsen-Anhalt wird dafür auch der Begriff Potsdamer kurz Pots verwendet, allerdings trifft man auch hier einige differenzierte Varianten an, z. B. Radler für Bier mit Zitronenlimonade, Alster für Bier mit Orangenlimonade, Diesel für Bier mit Cola und Gespritztes für Bier mit Fassbrause. Der Begriff leitet sich von „Potsdamer Stange“ nach der zylindrischen Form der Gläser, die sich vom Bierglas unterscheiden sollten. So wird auch der Begriff Stange für die Mischung „halb-Bier-halb-Limonade“ verstanden.
  • Im Ruhrgebiet unterscheidet man nach Verwendung der Limonaden-Sorte zwischen Radler (farblose Zitronenlimonade) und Alsterwasser (Orangenlimonade).
  • Am Niederrhein wird eine Mischung aus Altbier und Cola als Krefelder bezeichnet.
  • In einigen Regionen des Münsterlandes wird Bier mit Orangenlimonade gemischt und als Wurstwasser bezeichnet. Wahrscheinlich hängt dieser Name mit der Farbe des Wassers, in dem Bockwürste eingelegt werden, zusammen.
  • Manchmal finden sich auch die Begriffe Radler sauer und Radler trocken, die ein Gemisch aus Bier und Mineralwasser bezeichnen.

Der Begriff Radler wird inzwischen auch für Biermischgetränke im nichtdeutschsprachigen europäischen Ausland verwendet, so in Frankreich (Marke Pelforth), in Belgien (Marke Maes), den Niederlanden (Marke Amstel), Kroatien, Polen (Marke Warka), Russland, der Slowakei (Marken Stein und Steiger), Serbien (Marke PilsPlus), Slowenien (Marke Union), Litauen (Marke Utenos), Tschechien (Marke Zlatopramen), Ungarn und der Ukraine (Marke Browar), Portugal (Marke Sagres), Finnland (Marke Fosters). Außerhalb Europas wird Radler u. a. in Brasilien (Marke Kaiser) vertrieben.

Zubereitung[Bearbeiten]

In der Gastronomie wird das Glas häufig zuerst halb mit Limonade und anschließend mit Bier aufgefüllt. Das hat den Vorteil, dass es weniger stark schäumt und das Füllen schneller geht. Allerdings ist so die Durchmischung schlechter, weil Bier eine geringere Dichte besitzt als Limonade und so oberhalb stehen bleibt. Beim Einfüllen des Bieres als erstes ergibt sich eine vollständige Vermischung von selbst.

Geschichte[Bearbeiten]

Möglicherweise wurde das Radler Ende des 19. Jahrhunderts in einem der zumeist sozialdemokratisch geprägten Fahrradklubs erfunden. Die bayerische Schriftstellerin Lena Christ erwähnt in ihrem Buch Erinnerungen einer Überflüssigen aus dem Jahr 1912 den Ausschank von „Radlermaßen“. Da die beschriebene Geschichte auf das Jahr 1900 zurückgeht, hat das Radler zu dieser Zeit bereits existiert.

Damit hat sich eine verbreitete volkstümliche Geschichte als erfunden herausgestellt, wonach das Radler 1922 von Franz Xaver Kugler erfunden worden sein soll, dem Wirt der nach ihm benannten Kugler Alm, einer überwiegend von Fahrradfahrern frequentierten Ausflugsgaststätte in Oberhaching im Süden von München. Demnach drohte Kugler an einem Samstag im Juni 1922 auf Grund der großen Nachfrage das Bier auszugehen, woraufhin er es zur Hälfte mit Zitronenlimonade gemischt und das Getränk seinen Gästen als „Radlermaß“ serviert habe. Mit dieser Geschichte sollten wohl mehr Gäste zur Kugler Alm gelockt werden.[1]

Fußnote[Bearbeiten]

  1. Petra Foede: Wie der Earl das Sandwich entdeckte, Die Geschichte bekannter Gerichte; ASIN: B008LTZZG6

Einzelnachweise[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]