Magdalena von Bayern

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel behandelt die Tochter Herzog Friedrichs von Bayern. Zur Pfalzgräfin von Neuburg siehe Magdalene von Bayern.

Magdalena von Bayern (auch: Magdalene von Bayern; * 1388; † 1410) war die zweite überlebende Tochter Herzog Friedrichs von Bayern-Landshut und seiner Ehefrau Maddalena Visconti. 1404 heiratete sie Graf Johann Meinhard VII. von Görz.

Leben[Bearbeiten]

Magdalena wurde 1388 geboren. Gemeinsam mit ihrer Mutter Maddalena, ihrem älteren Bruder Heinrich XVI. und ihrer älteren Schwester Elisabeth erlaubte sie im Jahr 1400 der Stadt Reichenhall die Erhebung einer Sondersteuer zur Wiederherstellung der durch Wassereinbruch zerstörten Salzbergwerke.[1] Am 18. Dezember 1403 vereinbarte Herzog Heinrich in Hall, dass sie Graf Johann Meinhard VII. von Görz heiraten sollte.[2] 1404 wurde sie Johann Meinhards erste Ehefrau; die Mitgift betrug 25.000 Gulden und wurde in mehreren Tranchen ausbezahlt.[3] Heinrich, der bereits die Mitgift für seine Schwester Elisabeth aufzubringen hatte, verpfändete dafür Burg und Pflege Griesbach sowie die Maut zu Burghausen an Arnold Fraunberger.[4]

Magdalena starb 1410 und wurde wie ihre Mutter im Kloster Raitenhaslach bestattet. Die Ehe war kinderlos geblieben. Nach Johann Meinhards Tod 1430 verlangte Herzog Heinrich XVI. von dessen Bruder, Graf Heinrich VI. von Görz, die für seine Schwester gezahlte Mitgift zurück;[5] er wollte offensichtlich nicht, dass Johann Meinhards zweite Ehefrau Agnes von Pettau von dem Geld profitierte. Der zunächst mit der Klage befasste Kaiser Sigismund[6] beauftragte den mit Heinrich von Bayern-Landshut verbündeten Bischof Leonhard von Passau mit der Klärung des Falles.[7] Leonhard entschied schließlich im April 1435 gegen Herzog Heinrich XVI.; Görzer Zeugen hatten ihm glaubwürdig versichert, dass die Mitgift zu Recht bei den Görzern verblieben war.[8]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Bernhard Glasauer: Herzog Heinrich XVI. (1393–1450) der Reiche von Bayern-Landshut. Territorialpolitik zwischen Dynastie und Reich (= Münchner Beiträge zur Geschichtswissenschaft. Band 5). Herbert Utz Verlag, München 2009, ISBN 978-3-8316-0899-7, S. 69–70 mit Anm. 195, 77 mit Anm. 19, 105, 294–295 (zugleich Dissertation, Universität München 2009).
  •  Karin Kaltwasser: Herzog und Adel in Bayern-Landshut unter Heinrich XVI. dem Reichen (1393–1450). Dissertation, Universität Regensburg 2004, S. 66 mit Anm. 339 (PDF).

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Regesta Boica, Band 11, S. 185.
  2. Bayerisches Hauptstaatsarchiv, Geheimes Hausarchiv Hausurkunden 2015; Pfalz-Neuburg Urkunden Heiraten 71/1.
  3. Geheimes Hausarchiv Hausurkunden 2017–2020.
  4. Kurbayern Urkunden 16111.
  5. Geheimes Hausarchiv Hausurkunden 2058; Pfalz-Neuburg Urkunden Heiraten 95.
  6. Haus, Hof- und Staatsarchiv, Allgemeine Urkundenreihe 1434 VIII 28; Regesta Boica, Band 13, S. 299.
  7. Geheimes Hausarchiv Hausurkunden 2059–2061.
  8. Geheimes Hausarchiv Hausurkunden 2063–2064.