Mammon

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Anbetung des Mammon (Gemälde von Evelyn De Morgan)

Mammon ist ursprünglich ein unredlich erworbener Gewinn oder unmoralisch eingesetzter Reichtum, wenn er etwa zur lebensbestimmenden Maxime wird. Heute wird mit dem Begriff abschätzig das Geld im Allgemeinen bezeichnet (schnöder Mammon).

Begriff[Bearbeiten]

Der Begriff ist aufgrund seiner Erwähnung in der Bibel bekannt:

„Niemand kann zwei Herren dienen: Entweder er wird den einen hassen und den andern lieben, oder er wird an dem einen hängen und den andern verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon.“

Mt 6,24 Lut

Das Wort Mammon leitet sich ursprünglich vom aramäischen Wort mamona (Vermögen, Besitz) ab. (Einer anderen Quelle zufolge stammt es von dem aramäischen Wort aman ab und bedeutet das, worauf man sich verlässt.[1]) Das Wort gelangte über seine griechische Schreibweise in die Bibel, in der Vulgata wird daraus lateinisch mam[m]ona. Martin Luther übersetzte das Wort nicht und so gelangte es als Mammon ab dem 16. Jahrhundert ins Deutsche. Daraus resultierte, dass Mammon in Volksglaube und Literatur als personifizierter Reichtum zu einem Dämon wurde, der den Menschen zu Geiz und Habgier verführt.

Mammon in Literatur, Film und Theater[Bearbeiten]

Der Mammon und sein Sklave, Sascha Schneider, 1896

Als personifizierter Reichtum tritt der Dämon Mammon, der den Menschen zum Geiz verführt, im TheaterstückJedermann“ auf. Als solcher ist er auch in dem humorvoll-makaberen Pen-&-Paper-Rollenspiel um Himmel und Hölle „In Nomine“ von Steve Jackson Games vertreten. Im 1667 veröffentlichten epischen Gedicht Paradise Lost von John Milton ist Mammon einer der gefallenen Engel, die sich unter Satans Führung gegen Gott wenden.

Im Film Constantine trägt der Sohn Satans den Namen „Mammon“. In der Comic-Reihe Spawn des Amerikaners Todd McFarlane spielt die Figur des Mammon die Rolle des hintergründigen Strippenziehers. Dargestellt wird er als Mann in weißem Anzug mit drei Narben über dem linken Auge. In der Zeichentrickserie DuckTales benutzt Dagobert Duck in der deutschen Synchronisation relativ häufig den Ausdruck „Heiliger Mammon!“, wenn er überrascht ist. Im Videospiel Chrono Trigger erscheint ein Gerät namens Mammon-Maschine, die von einer Hochkultur im Jahre 12.000 v. Chr. erbaut wurde, um Unmengen von Energie aus dem Planeteninneren an die Oberfläche zu befördern und dem Volk zu unbegrenzter Macht und Reichtum zu verhelfen. In dem Videospiel und dem Anime Umineko no Naku Koro ni tritt Mammon als eine der "Seven Sisters of Purgatory" auf.

Literatur[Bearbeiten]

  • Jochen Weiß: Mammon. Eine Motivgeschichte zur Religiosität des Geldes. Dissertation, Universität Mannheim 2004 (E-Text)

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Mammon – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Mammon in: Brockhaus' Konversationslexikon, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896, 11. Band: Leber - More