Manchester-Kapitalismus

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Manchester-Kapitalismus bezeichnet in der sozialistischen Wirtschaftslehre eine Wirtschaftspolitik, die einseitig von den Interessen der Unternehmer ausgeht, keine Regulierung des Staates zulässt und soziale Probleme ignoriert. Der Begriff bezieht sich auf die englische Industriestadt Manchester, wo im frühen 19. Jahrhundert die industrielle Revolution sich besonders rasch vollzogen hatte und wo deren negative Folgen besonders krass in Erscheinung trat: die Verelendung des Proletariats. Vergleichbare Entwicklungen vollzogen sich auch in anderen Städten inner- und außerhalb Großbritanniens, doch blieb der Begriff ebenso an Manchester haften wie z.B. Chicago noch heute mit Gangstersyndikaten assoziiert wird.

Der Begriff wird heute weniger historisch-beschreibend gebraucht, sondern vielmehr als Politisches Schlagwort im Zusammenhang mit der Debatte um Deregulierung der Arbeitsmärkte, der Arbeitsmarktpolitik, den Folgen der Globalisierung in den Entwicklungsländern u.ä. In diesem Zusammenhang drückt er Kritik an einer nach Meinung der Kritiker zu liberalen Politik aus, die den Abläufen des Marktes zu viel Spielraum lasse und soziale und andere gemeinschaftsbezogene Verpflichtungen des Unternehmertums zu wenig geltend mache. Speziell in Deutschland wird er in kritischer Absicht als Gegenmodell der im Grundgesetz verankerten sozialen Marktwirtschaft genannt.

Der Manchester-Kapitalismus war Ansatzpunkt der Theorien von Karl Marx und Friedrich Engels. Engels hatte in Manchester eine Lehre absolviert und dabei Arbeitsbedingungen - Zitat Hölle auf Erden[1] - kennenlernt, die denen in heutigen Niedrigstlohnländern ähneln[2] und die er in seinem Hauptwerk Die Lage der arbeitenden Klasse in England. Nach eigner Anschauung und authentischen Quellen analysierte.


siehe auch Manchesterliberalismus

Literatur[Bearbeiten]

  • Detmar Döring: Manchestertum. Ein Versuch über Richard Cobden und die Freihandelsbewegung. Liberales Institut der Friedrich-Naumann-Stiftung. 2004. Volltext (PDF; 271 kB)
  • Reiner Hank: Das Ende der Gleichheit oder Warum der Kapitalismus mehr Wettbewerb braucht.Frankfurt a.M., S. Fischer, 2000. ISBN 978-3-10030055-3

Weblinks[Bearbeiten]

Belege[Bearbeiten]

  1. Wochenzeitung Die Zeit : Der neue Manchester Kapitalismus
  2. SWR-Fernsehen, Reihe Betrifft, 6. März 2013: Günstiger um jeden Preis. Hauptsache billig