Georg Heinrich Sieveking

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Gemälde von Martin Ferdinand Quadal; 1796

Georg Heinrich Sieveking (* 28. Januar 1751 in Hamburg; † 25. Januar 1799 ebenda) war ein Hamburger Kaufmann und Aufklärer. Gemeinsam mit seinem Freund und Geschäftspartner Caspar Voght führte er eines der größten Handelshäuser der Hansestadt in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Sieveking war ein begeisterter Anhänger der Ideale der Französischen Revolution. Zum Jahrestag des Sturms auf die Bastille fand auf Sievekings Initiative hin am 14. Juli 1790 in Harvestehude ein Freiheitsfest statt, das weit über Hamburg hinaus Beachtung fand. Nur wenige Jahre vor seinem Tod gelang Sieveking 1796 in Verhandlungen in Paris die Aufhebung des 1793 gegen Hamburg verhängten Handelsembargos.

Leben[Bearbeiten]

Herkunft, Kindheit und Jugend[Bearbeiten]

In dem aus Westfalen stammenden väterlichen Zweig der Familie Georg Heinrich Sievekings war sein Großvater Ahasver Hinrich (1668–1729) der erste, der dem kaufmännischen Beruf nachging, indem er ein auf den Leinenhandel spezialisiertes Unternehmen in Versmold gründete. Dessen Sohn Peter Niclaes (1718–1763) folgte ihm im Tuchhandel nach, ging aber 1734 nach Hamburg, wo er 1747 das Bürgerrecht erwarb. Nur zwei Jahre später heiratete er Catharina Margaretha Büsch, die Tochter eines aus Lüneburg nach Hamburg gekommenen Weinhändlers, deren Bruder Georg Heinrich Büsch den Aufstieg zum Hamburger Senator geschafft hatte. Nach diesem wurde ihr 1751 geborener erster Sohn Georg Heinrich Sieveking genannt. Sieveking erhielt vor allem Privatunterricht. Großen Einfluss übte der Hauslehrer Velthusen auf ihn aus.[1] Der Familientradition folgend wurde er vom Vater für den Kaufmannsberuf bestimmt, was ihm jedoch aufgrund seiner ausgeprägten mathematischen Begabung auch entgegenkam. Gemeinsam mit seinem ein Jahr jüngeren Bruder Heinrich Christian Sieveking wurde Georg Heinrich zunächst von einem Hauslehrer unterrichtet, bevor beide ab 1764 die Mathematik-Vorlesungen Johann Georg Büschs an der Hamburger Handelsakademie hörten.

Das Handelshaus Voght & Sieveking[Bearbeiten]

Geschäftsrundschreiben („Zirkular“) vom 1. Juli 1793 mit der Ankündigung Voghts, sich aus dem gemeinsamen Unternehmen zurückzuziehen

Am 1. August 1766 trat Sieveking als Lehrling in das Handelshaus des damaligen Hamburger Senators Voght ein.[2] Während seiner Lehrzeit erwies er sich als so tüchtig, dass Voght ihm am 1. Januar 1777 – gemeinsam mit seinem eigenen Sohn Caspar – einen Anteil am Geschäft einräumte.[3] Nach dem Tod des Senators im Jahre 1781 führten die beiden das Unternehmen zunächst gemeinsam weiter, erst unter dem Namen „Caspar Voght & Co.“, dann, ab 1788, unter der Bezeichnung „Voght und Sieveking“. Bis zu Sievekings vierzigstem Geburtstag am 28. Januar 1791 hatte Voght ihn mit einem Drittel am Gewinn beteiligt, danach beteiligte er ihn mit der Hälfte.[4] Am 1. Juli 1793 trat Caspar Voght schließlich alle Geschäfte mit Ausnahme des Amerikahandels an Sieveking ab und widmete sich anderen Projekten.[5]

Anstatt sich auf eine bestimmte Handelssparte zu konzentrieren, handelten Voght und Sieveking mit einem breiten Spektrum an Waren und auf der Grundlage eines weit gespannten Korrespondentennetzes. Der Schwerpunkt ihres Einfuhrhandels lag zunächst auf den Häfen der französischen Atlantikküste und Englands, doch schon mit Ausbruch des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges kamen auch mit Tabak, Reis und Indigo beladene Schiffe des Unternehmens aus den Häfen der nordamerikanischen Ostküste in der Hansestadt an. Beinahe sprichwörtlich ist heute der Ausspruch Voghts, der von sich selbst meinte: „Ich war der erste Hamburger Kaufmann, der aus Mocca Kaffee, aus Baltimore Toback, aus Surinam Kaffee, aus Afrika Gummi holte“.[6] Der eigentliche Motor des bis 1793 gemeinschaftlich betriebenen Unternehmens war jedoch Georg Heinrich Sieveking. Während Voght auf seinen ausgedehnten Reisen ganz Europa durchquerte, kümmerte sich sein Partner Sieveking in Hamburg weitgehend alleinverantwortlich um die Abwicklung der Geschäfte. Dies unterstrich Voght selbst, als er in einem Rundschreiben an alle Geschäftspartner vom Juli 1793 schrieb, sein Freund sei schon seit einigen Jahren der alleinige Entscheidungsträger des Handelshauses („le seul gérant de notre commerce“) gewesen.[7]

Sieveking und die französische Revolution[Bearbeiten]

Freundschaftskreis, Logentätigkeit[Bearbeiten]

Schon früh hatte Sieveking ein ausgeprägtes Interesse an der Literatur entwickelt. Gemeinsam mit seinen etwa gleichaltrigen Jugendfreunden Johann Michael Hudtwalcker (* 1747) und Caspar Voght (* 1752) verfasste der Aufklärer Gedichte und Prosa und führte im Kreise von Hudtwalckers Schwestern Theaterstücke auf. Sievekings Ehefrau (Hochzeit 2. Oktober 1782), Johanna Margaretha Sieveking, geb. Reimarus (* Hamburg 20. November 1760, gest. Hamburg 12. Juni 1832), führte in Hamburg einen Literarischen Salon, der ebenfalls diese Ideen pflegte.[8] Zu den größten Vorbildern des Kreises um Sieveking gehörten Lessing und Klopstock, den sie als Dichter des Messias schwärmerisch verehrten. Die Ideen der Aufklärung vertiefte Sieveking als Freimaurer in der Hamburger Loge „St. Georg zur grünenden Fichte“, zu deren Meister vom Stuhl er 1789 gewählt wurde.[9] In einer Logenrede über die Freiheit setzte er sich bereits 1777 für einen gemäßigten Freiheitsbegriff ein: „Freiheit ist eben nicht Gesetzlosigkeit: Selbst der erhabene Baumeister des großen Weltalls, der das freieste aller Wesen ist, wird in jeder seiner Handlungen durch die ewigen, unveränderlichen Gesetze der Schönheit, Weisheit und Stärke, der Ordnung und Harmonie regiert. Frei ist der, welcher in seiner Wahl durch vernünftige Gründe und nicht durch fremde Gewalt bestimmt ist. Freiheit im Staate heißt nicht Unabhängigkeit von den Gesetzen, sondern Sicherheit vor unvernünftigen Gesetzen und eigenmächtigen Eingriffen der Obrigkeit in unsere Rechte.“[10] Sieveking und seine Freunde sahen ihre geistigen Ideale in die Tat umgesetzt, als 1789 in Frankreich die Revolution ausbrach, jedenfalls so lange, bis die revolutionäre Freiheitsidee durch die Terreur Robespierres ad absurdum geführt wurde. Sieveking erwarb 1793 zusammen mit Piter Poel und Conrad Johann Matthiessen einen Landsitz in Neumühlen, der sich zu einem Treffpunkt von hoher gesellschaftlicher Bedeutung entwickelte.[11] Den Landsitz besuchten Friedrich Gottlieb Klopstock, Wilhelm von Humboldt und Friedrich Heinrich Jacobi.

Das Harvestehuder Freiheitsfest[Bearbeiten]

Hauptartikel: Freiheitsfest

Während der erste Jahrestag des Sturms auf die Bastille in Paris auf dem Marsfeld gefeiert wurde, fand parallel dazu in Harvestehude vor den Toren Hamburgs ein Freiheitsfest statt, dessen Initiator Georg Heinrich Sieveking war. Die prominentesten unter den rund 80 Gästen waren Adolph Freiherr Knigge und Sievekings Jugendidol Friedrich Gottlieb Klopstock.

Friedrich Gottlieb Klopstock, Gemälde von M. E. Vogel

Sieveking hatte für den Anlass eine Ode auf die Revolution verfasst, die von einem Chor junger, in Weiß gekleideter und mit einer Kokarde geschmückter Mädchen vorgetragen wurde. Die an die Ideale von 1789 orientierte Sievekingsche Ode hinterließ einen prägenden Eindruck. Sophie Reimarus, geb. von Hennings, die zweite Ehefrau des Hamburger Arztes Johann Albert Heinrich Reimarus, schrieb später, dass durch Sievekings Lied „eine Saite berührt wäre, in deren Ton alle einstimmten“.[12]

Das Fest begründete in Hamburg die politische Festkultur und sorgte weit über Hamburgs Grenzen hinweg für Aufsehen. Sogar der Führer der Girondisten, Brissot, erwähnte es lobend in seinem „Patriot Français“. Die französischen Zeitungen berichteten über die zunehmende Ausbreitung revolutionären Gedankengutes über die eigenen Grenzen hinweg.[13] Für die politische Kultur Hamburgs blieb es jedoch ohne konkrete Folgen.[14] Der Senat, die städtischen Unterschichten und der überwiegende Teil des städtischen Bürgertums nahmen das Fest nicht zur Kenntnis.[15] Sauveur Joseph Gandolphe, der französische Geschäftsträger in Hamburg, hielt eine Würdigung der Pariser Ereignisse nur unter Franzosen innerhalb des Gesandtschaftshotels für angemessen. Seine Teilnahme lehnte er mit den Worten ab, dass „die Feier in Harvestehude zur Erregung einer Bevölkerung Anlaß hätte geben können, die in diesem Augenblicke die ruhigste in ganz Europa sei“.[16]

Gemeinnütziges Engagement[Bearbeiten]

Sieveking war Mitglied der „Hamburgischen Gesellschaft zur Beförderung der Künste und nützlichen Gewerbe“ („Patriotische Gesellschaft von 1765“). Im Jahr 1789 argumentierte Sieveking in einer Schrift über den hamburgischen Münzfuß rein ökonomisch. Nach seiner Ansicht könnten bei einem niedrigen Lohn Manufakturen und Fabriken am besten existieren. Die Revolution sensibilisierte Sieveking wohl in politischen und sozialen Fragen. In einer Vorlesung vor der Patriotischen Gesellschaft unterbreitete er 1791 zahlreiche Reformvorschläge, die erst 1797 veröffentlicht wurden. Sieveking wandte sich gegen übertriebenen Luxus bei Mahlzeiten, in der Kleidung und bei Begräbnissen. Er forderte die Gründung einer „Ersparniskasse“, die ärmere Menschen im Fall von Krankheit oder Arbeitslosigkeit helfen sollte. Seine vermögenden Mitbürger forderte er auf, ehrlich ihre Steuern und Abgaben zu zahlen. 1785 wurde er Provisor des Werk- und Zuchthauses. Ein Jahr nach Ausbruch der Französischen Revolution trat er als neuer Vorsteher des Werk- und Zuchthauses für die Gewährung der Menschenrechte auch für die Insassen ein. Sieveking war gegen das Recht der Provisoren eigenmächtig Aufnahmen ins Zuchthaus durchzuführen. Das Aufnahmerecht konnte jedoch erst 1805 abgeschafft werden. Ihm gelang es aber zehn Jungen aus den Werk- und Zuchthaus zu entlassen und sie nach Philadelphia zu bringen. Er setzte sich auch für ein eigenes städtisches Gesetzbuch ein.[17]

An meine Mitbürger[Bearbeiten]

Hinrichtung Ludwig des XVI. (Kupferstich aus dem Jahr 1793)

Nachdem sich die Revolution in Frankreich immer weiter radikalisiert hatte und der französische König Ludwig XVI. im Januar 1793 auf das Schafott geführt worden war, geriet Sieveking in Hamburg zunehmend unter Druck. Die 1792 von Hamburger Kaufleuten und Schriftstellern und um den französischen Gesandten Lehoc gegründete Lesegesellschaft („Société de Lecture“) musste Sieveking als ihr Präsident auf Druck konservativer Kräfte bereits am 29. Dezember 1792 wieder auflösen.[18] Sieveking wurde gar persönlich bedroht. Unbekannte warfen ihm einen Strick ins Haus und malten einen Galgen an die Tür.[19] Dem Vorwurf, er sei ein Jakobiner, trat er schließlich in einer öffentlichen Verteidigungsschrift unter dem Titel An meine Mitbürger entgegen, in der er energisch bestritt, er habe sich über den Tod des Königs gefreut.[20] Gleichzeitig verurteilte er die Auswüchse der Revolution als „Anarchie, Cabale, Ungehorsam gegen die Gesetze, Irreligiosität, Grausamkeit und Mord“, wandte sich jedoch nicht grundsätzlich gegen die auf den Gedanken der Aufklärung basierenden Grundprinzipien der Revolution. Die Behauptung, er sei Jakobiner verneinte er. Er sei Mitglied bei den Freimaurern und in der Patriotischen Gesellschaft. Sein Geschäftspartner Voght dagegen ging weiter: Er nahm später den Titel „Baron“ an und setzte sich für eine Einschränkung der Pressefreiheit ein.

Als hamburgischer Sondergesandter in Paris (1796)[Bearbeiten]

Reichskrieg, Ausweisung Le Hocs und Embargo[Bearbeiten]

Als der Erste Koalitionskrieg (1792–1797) gegen Frankreich offiziell zum Reichskrieg erklärt wurde, galten für den hamburgischen Frankreichhandel besondere Bestimmungen. Insbesondere die Ausfuhr der kriegswichtigen Güter Getreide und Fleisch war verboten. Eine Reihe von Kaufleuten – unter ihnen auch Sieveking – versuchten sich diesem Verbot zu entziehen, indem sie ihre Waren ins dänische Altona transportierten und von dort auf Schiffen nach Frankreich schickten. Die trotz der Verbote weiterhin engen Beziehungen der Hamburger zu ihrem bisher mit Abstand wichtigsten Handelspartner Frankreich erregten zunehmend das Missfallen Österreichs und seines Verbündeten Preußen. Im Februar 1793 verlangten der niedersächsische Kreis mit Preußen an der Spitze, unterstützt durch den kaiserlichen Gesandten Binder von Kriegelstein, die Ausweisung des französischen Gesandten in Hamburg, François Le Hoc. In dieser angespannten Situation verließ Le Hoc freiwillig die Stadt. Der Nationalkonvent erklärte daraufhin die Beschlagnahmung aller in französischen Häfen liegenden Hamburger Schiffe und verhängte ein Handelsembargo gegenüber der Hansestadt. Das Embargo wurde jedoch bereits nach kurzer Zeit wieder aufgehoben, da eine Verschlechterung der außenpolitischen Beziehungen aufgrund der bedeutenden Rolle Hamburgs im Wirtschaftsgefüge nicht im Interesse Frankreichs lag.[21]

Sievekings Mission in Paris[Bearbeiten]

Georg Heinrich Sieveking, Kolorierter Kupferstich von P. M. Alix, Paris

Zum Nachfolger Le Hocs wurde im Juni 1795 Karl Friedrich Reinhard nach Hamburg geschickt.[22] Auf Druck des Reiches musste der Hamburger Senat die Anerkennung Reinhards am 25. Januar 1796 ablehnen.[23] Am 27. Februar 1796 verließ Reinhard Hamburg und ging nach Bremen. Wegen seines hohen Ansehens in Paris sollte Sieveking in Paris vermitteln. Am 31. März 1796 traf Sieveking in Paris ein.[24] Dort war nach der Niederschlagung des gegenrevolutionären Aufstandes vom 13. Vendémaire (5. Oktober 1795) durch Napoleon und Paul de Barras eine Zeit der innenpolitischen Ruhe eingekehrt. Am 12. April 1796 erhielt Sieveking eine erste Audienz beim Direktorium, bei der es jedoch zu keiner Lösung des Konfliktes kam. Sein Plan, Frankreichs Finanzen durch eine Anhebung des Wechselkurses für die weitgehend entwerteten Assignaten zu stützen, wurde nicht nur von Paris als unzureichend, sondern auch vom Hamburger Senat als undurchführbar abgelehnt. Am 27. April erhielt Sieveking von der Hamburger Kommerzdeputation 311.172 Mark zu seiner freien Verfügung, und er zögerte nicht, sie an Barras und andere Entscheidungsträger der Republik als Bestechungsgelder auszuzahlen.[25] Im Mai 1796 kam es nach einem Gespräch Sievekings mit dem französischen Finanzminister Ramel schließlich zu einer günstigen Wende der Angelegenheit. Der am 14. Juni 1796 vom Direktorium gebilligte Vertrag sah die Zahlung von insgesamt 13 Millionen Livres vor, für die Sieveking persönlich haftete. Noch am selben Abend ließ Barras Sieveking zu sich bitten und sagte ihm: „Votre affaire est finie“ (deutsch: „Ihre Angelegenheit ist erledigt.“). Die offizielle Unterzeichnung fand zehn Tage später statt, und noch am selben Tag schrieb Sieveking besorgt nach Hamburg: „Ob ich das Opfer meines Patriotismus sein werde, das werden meine Mitbürger entscheiden.“ Doch seine Furcht erwies sich als unbegründet. Bei seiner Rückkehr im Juli 1796 wurde Sieveking mit großen Ehrenbezeugungen empfangen. In seinem Bericht vor den versammelten Mitgliedern der Kommerzdeputation erklärte er: „Ich schwöre es bei Ihrer Achtung, bei meiner Ehre, ich habe Hamburg gerettet. Ich habe dabey gewagt arm zu werden“[26]

Tod[Bearbeiten]

Am 25. Januar 1799 starb Georg Heinrich Sieveking plötzlich und unerwartet. In einem Brief schrieb Wilhelm von Humboldt über ihn: „Das Andenken des Verstorbenen wird gewiß bei allen seinen Freunden unvergeßlich bleiben, und gewiß ist nur wenigen das Glück zu teil geworden, so allgemein und so aufrichtig bedauert und vermißt zu werden.“ Das Sievekingsche Handelshaus wurde von Sievekings Witwe zusammen mit den Teilhabern Jean François Bertheau und Friedrich Joachim Schlüter fortgeführt. Das Handelshaus musste durch die Kontinentalsperre 1806 Verluste hinnehmen, konnte jedoch 1807 schon wieder einen Gewinn von 62.298 Mark Banco verbuchen.[27] In den folgenden Jahren nahmen die Verluste allerdings zu. 1811 ging das Handelshaus Konkurs.[28]

Quellen[Bearbeiten]

Ungedruckte Quellen

  • Staatsarchiv Hamburg, 622–1 Sieveking I – Archivalien zu Ehrenämtern, Haushalt und Vermögen: Erinnerungen von Johann Michael Hudtwalcker (Jugendfreund Sievekings), Korrespondenzen – Die Dokumente unterliegen einem besonderen Genehmigungsvorbehalt.
  • Admiralitätszoll- und Convoygeld-Einnahmebücher. Staatsarchiv Hamburg, 371-2 Admiralitäts-Kollegium, F 6, Bände 1–50 – Die Zollregister aus den Jahren 1733–1798 sind die wichtigste Quelle zur Hamburger Handelsstatistik des 18. Jahrhunderts. Da in den Registern auch die Namen der Importeure erfasst wurden, lässt sich aus ihnen ein ungefähres Profil des ausgedehnten Warenhandels des Handelshauses Voght & Sieveking gewinnen.

Gedruckte Quellen

  • Johann Georg Büsch: Zum Andenken an meine Freunde Dorner und Sieveking. Hamburg 1799.
  • Charlotte Schoell-Glass (Hrsg.); Caspar Voght: Lebensgeschichte. Hamburg 2001, ISBN 3-7672-1344-3. Autobiographie mit Schwerpunkt auf Voghts Reisen durch Europa. Über das gemeinsame Handelsunternehmen mit Sieveking ist wenig zu erfahren, was jedoch Voghts Desinteresse an geschäftlichen Angelegenheiten noch nachträglich unterstreicht.
  • Georg Heinrich Sieveking: An meine Mitbürger. Hamburg 1793 – Fünfzehnseitige Verteidigungsschrift Sievekings, der sich drei Jahre nach seinem „Freiheitsfest“ dem Vorwurf seiner Mitbürger ausgesetzt sah, er sei ein Jakobiner und habe sich über die Hinrichtung Ludwigs XVI. gefreut.

Literatur[Bearbeiten]

  • Dirk Brietzke: Sieveking, Georg Heinrich. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 24, Duncker & Humblot, Berlin 2010, ISBN 978-3-428-11205-0, S. 387–389 (Digitalisat).
  • Hans-Werner Engels: Alles war so möglich! Auftakt für ein neues Europa – Hamburgs Bürger feiern die Französische Revolution. In: Die Zeit. Hamburg 2002, 29 (11. Juli), ISSN 0044-2070, S. 80.
  • Walter Grab: Norddeutsche Jakobiner. Demokratische Bestrebungen zur Zeit der französischen Revolution. Frankfurt a. M. 1967.
  • Arno Herzig: Zwischen Reich und Revolution: Hamburg in den 1790er Jahren. In: Arno Herzig, Inge Stephan, Hans G. Winter (Hrsg.): „Sie und nicht Wir“. Die Französische Revolution und ihre Wirkung auf Norddeutschland und das Reich. Band 1: Norddeutschland. Hamburg 1989, ISBN 3-926174-13-7, S. 153–176. Guter Überblicksartikel über die politische Situation Hamburgs in den Jahren nach der Französischen Revolution.
  • Franklin Kopitzsch: Ein Lied für arme Teufel. Georg Heinrich Sieveking, Johann Wolfgang Goethe und die Französische Revolution. In: Jörgen Bracker (Hrsg.): Frieden für das Welttheater. Goethe – ein Mitwirkender, Beobachter und Vermittler zwischen Welt und Theater, Politik und Geschichte. Hamburg 1982, DNB 830519173, S. 88–98.
  • Franklin Kopitzsch: Grundzüge einer Sozialgeschichte der Aufklärung in Hamburg und Altona. 2., erg. Auflage. Verlag Verein für Hamburger Geschichte, Hamburg 1990, ISBN 3-923356-36-6.
  • Franklin Kopitzsch: Sieveking, Georg Heinrich. In: Hamburgische Biografie, Band 1, Christians, Hamburg 2001, S. 291–293.
  • Burghart Schmidt: Hamburg im Zeitalter der Französischen Revolution und Napoleons 1789–1813. 2 Bde., Verlag Verein für Hamburgische Geschichte, Hamburg 1998, ISBN 3-923356-87-0.
  • Georg Herman Sieveking: Aus der Familiengeschichte de Chapeaurouge und Sieveking 1794–1806. In: Zeitschrift des Vereins für Hamburgische Geschichte. 12 (1908), ISSN 0083-5587, S. 207–234.
  • Heinrich Sieveking: Georg Heinrich Sieveking. Lebensbild eines hamburgischen Kaufmanns im Zeitalter der französischen Revolution. Berlin 1913. (einzig verfügbare moderne Biographie zu Sieveking)
  • Heinrich Sieveking: Das Handlungshaus Voght und Sieveking. In: Zeitschrift des Vereins für Hamburgische Geschichte. 17 (1912), ISSN 0083-5587, S. 54–128. Textgleich mit dem gleichnamigen Kapitel in Heinrich Sievekings 1913 erschienener Monographie.
  • Wilhelm Sillem: Sieveking, Georg Heinrich. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 34, Duncker & Humblot, Leipzig 1892, S. 220–224.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Georg Heinrich Sieveking – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Heinrich Sieveking: Georg Heinrich Sieveking. Lebensbild eines hamburgischen Kaufmanns im Zeitalter der französischen Revolution. Berlin 1913, S. 5.
  2. Heinrich Sieveking: Georg Heinrich Sieveking. Lebensbild eines hamburgischen Kaufmanns im Zeitalter der französischen Revolution. Berlin 1913, S. 6.
  3. Heinrich Sieveking: Das Handlungshaus Voght und Sieveking. In: Zeitschrift des Vereins für Hamburgische Geschichte. Bd. 17 (1912), S. 54–128, hier: S. 64.
  4. Heinrich Sieveking: Das Handlungshaus Voght und Sieveking. In: Zeitschrift des Vereins für Hamburgische Geschichte. Bd. 17 (1912), S. 54–128, hier: S. 87.
  5. Heinrich Sieveking: Georg Heinrich Sieveking. Lebensbild eines hamburgischen Kaufmanns im Zeitalter der französischen Revolution. Berlin 1913, S. 8f.
  6. Franklin Kopitzsch: Grundzüge einer Sozialgeschichte der Aufklärung in Hamburg und Altona. 2., erg. Aufl., Hamburg 1990, S. 396.
  7. Heinrich Sieveking: Das Handlungshaus Voght und Sieveking. In: Zeitschrift des Vereins für Hamburgische Geschichte. Bd. 17 (1912), S. 54–128, hier: S. 88.
  8. Die Zeit, 11. Juli 2002, Zeitläufe
  9. Heinrich Sieveking: Georg Heinrich Sieveking. Lebensbild eines hamburgischen Kaufmanns im Zeitalter der französischen Revolution. Berlin 1913, S. 27.
  10. Heinrich Sieveking: Georg Heinrich Sieveking. Lebensbild eines hamburgischen Kaufmanns im Zeitalter der französischen Revolution. Berlin 1913, S. 22.
  11. Franklin Kopitzsch: Grundzüge einer Sozialgeschichte der Aufklärung in Hamburg und Altona. 2., erg. Aufl., Hamburg 1990, S. 206, 394, 596.
  12. Zitat nach Burghart Schmidt: Hamburg im Zeitalter der Französischen Revolution und Napoleons 1789–1813. Teil 1, Hamburg 1998, S. 114.
  13. Burghart Schmidt: Hamburg im Zeitalter der Französischen Revolution und Napoleons 1789–1813. Teil 1, Hamburg 1998, S. 114.
  14. Arno Herzig: Zwischen Reich und Revolution. Hamburg in den 1790er Jahren. In: Ders., Inge Stephan und Hans G. Winter (Hrsg.), „Sie, und nicht wir“ Die Französische Revolution und ihre Wirkung auf Norddeutschland und das Reich, Bd. 1: Norddeutschland, Hamburg 1989, S. 153–176, hier: S. 158.
  15. Burghart Schmidt: Hamburg im Zeitalter der Französischen Revolution und Napoleons 1789–1813. Teil 1, Hamburg 1998, S. 114.
  16. Das Zitat: Adolf Wohlwill: Neuere Geschichte der Freien und Hansestadt Hamburg, insbesondere von 1789 bis 1815. Gotha 1914, S. 88.
  17. Zu diesem Abschnitt Dirk Brietzke: Sieveking, Georg Heinrich. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 24 (2010), S. 387–389. Franklin Kopitzsch: Ein Lied für arme Teufel. Georg Heinrich Sieveking, Johann Wolfgang Goethe und die Französische Revolution. In: Jörgen Bracker (Hrsg.): Frieden für das Welttheater. Goethe – ein Mitwirkender, Beobachter und Vermittler zwischen Welt und Theater, Politik und Geschichte. Hamburg 1982, S. 88–98.
  18. Franklin Kopitzsch: Grundzüge einer Sozialgeschichte der Aufklärung in Hamburg und Altona. 2., erg. Aufl., Hamburg 1990, S. 575f.
  19. Burghart Schmidt: Hamburg im Zeitalter der Französischen Revolution und Napoleons 1789–1813. Teil 1, Hamburg 1998, S. 120.
  20. Georg Heinrich Sieveking: An meine Mitbürger. Hamburg 1793, S. 5–11. Zusammenfassung bei Heinrich Sieveking: Georg Heinrich Sieveking. Lebensbild eines hamburgischen Kaufmanns im Zeitalter der französischen Revolution. Berlin 1913, S. 158–163.
  21. Burghart Schmidt: Hamburg im Zeitalter der Französischen Revolution und Napoleons 1789–1813. Teil 1, Hamburg 1998, S. 134, 145.
  22. Burghart Schmidt: Hamburg im Zeitalter der Französischen Revolution und Napoleons 1789–1813. Teil 1, Hamburg 1998, S. 143.
  23. Burghart Schmidt: Hamburg im Zeitalter der Französischen Revolution und Napoleons 1789–1813. Teil 1, Hamburg 1998, S. 146.
  24. Georg Herman Sieveking: Aus der Familiengeschichte de Chapeaurouge und Sieveking 1794–1806. In: Zeitschrift des Vereins für Hamburgische Geschichte. 12 (1908), S. 207–234, hier: S. 216. Zur Sieveking-Mission: Adolf Wohlwill: Neuere Geschichte der Freien und Hansestadt Hamburg, insbesondere von 1789 bis 1815. Gotha 1914, S. 157–161; Heinrich Sieveking: Georg Heinrich Sieveking. Lebensbild eines hamburgischen Kaufmanns im Zeitalter der französischen Revolution. Berlin 1913, S. 198–269.
  25. Burghart Schmidt: Hamburg im Zeitalter der Französischen Revolution und Napoleons 1789–1813. Teil 1, Hamburg 1998, S. 147.
  26. Abschlußbericht Sievekings an die Commerzdeputaion vom 21. Juli 1796. In: Dokumente zur Geschichte der Handelskammer Hamburg. Hamburg 1965, S. 68–70.
  27. Heinrich Sieveking: Das Handlungshaus Voght und Sieveking. In: Zeitschrift des Vereins für Hamburgische Geschichte. Bd. 17 (1912), S. 54–128, hier: S. 110.
  28. Burghart Schmidt: Hamburg im Zeitalter der Französischen Revolution und Napoleons 1789–1813. Teil 1, Hamburg 1998, S. 277.
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