Mari Trini

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Mari Trini, eigentlich María Trinidad Pérez de Miravete Mille (* 12. Juli 1947, Caravaca de la Cruz, Murcia, Spanien; † 6. April 2009, Murcia), war eine spanische Sängerin und Liedermacherin. Mit über 10 Millionen verkauften Tonträgern zählt die auch im spanischsprachigen Süd- und Mittelamerika populäre Künstlerin zu den 15 erfolgreichsten spanischen Musikern. Mari Trini, deren melancholische Stimmlage ihr oft Vergleiche mit Édith Piaf und Juliette Gréco einbrachte, erreichte in Deutschland vor allem zu Anfang der 1970er Jahre mit auf französisch gesungenen Interpretationen des Jacques Brel-Titels Ne me quitte pas und des Rina Ketty Welterfolges J'attendrai einen gewissen Bekanntheitsgrad.

Leben[Bearbeiten]

Schon bald nach ihrer Geburt zog sie mit ihren Eltern in die Hauptstadt Madrid. Aufgrund eines chronischen Nierenleidens war sie vom 7. bis 14. Lebensjahr meist bettlägerig und die mit ihrer Krankheit einhergehende Corticoid-Behandlung hinterließ bleibende Spuren auf ihrer linken Gesichtshälfte. In jenen Jahren las sie viel, erlernte die Gitarre und erträumte sich eine Karriere als Sängerin. Von ihrem Arzt als unheilbar betrachtet stürzte sie sich dennoch ins Leben. Eines Nachts sang sie im Madrider Club Nikka's des Regisseurs Nicholas Ray (… denn sie wissen nicht, was sie tun). Dieser stellte ihr eine Filmrolle in Aussicht und schickte sie nach London zum Schauspielstudium. Dort war unter anderem Peter Ustinov ihr Lehrer, sie Arbeit ein Jahr lang für ein Radioprogramm und traf Stars wie Roman Polański, Paul McCartney und Marlene Dietrich.

Die erhoffte Rolle blieb aber aus und bereits 1963 zog sie nach Paris weiter. Dort machte sie unter anderem Bekanntschaft mit der Musik von Jacques Brel und Gilbert Becaud und anderen Protagonisten des französischen Chansons jener Ära. Schon bald nannte sie sich nurmehr "Marie Trini" und 1965 wurde mit Bonne chance, mon amour ihr erster Titel veröffentlicht.[1] Insgesamt veröffentlichte sie in Frankreich zwölf Titel auf drei Extended Play Singles für die Plattenfirma EMI. Mit dem von selbstgeschriebenen Haupttitel ihrer 1966 erschienenen zweiten EP Guitarra ist sie auch in einem Cameo-Auftritt in dem 1967 produzierten Film La nuit infidèle zu sehen.[2]

Nach dem Tod ihres Vaters kehrte sie 1967 nach Spanien zurück. Dies war die Zeit der großen europäischen Protestbewegung und ihre oft von persönlicher Freiheit handelnden Lieder fielen so im Spanien Francos auf offene Ohren. Mari Trini veröffentlichte noch 1967 unter dem RCA-Label vier weitere Singles. 1969 folgte ihre erste, selbstbetitelte, LP, die jedoch nur geringe Beachtung fand. Mit den nachfolgenden Alben Amores und Escúchame konnte sich die kurzgewachsene Sängerin mit den strahlend blauen Augen, die meist in Jeans auftrat, aber etablieren und erste Hits landen.

In den 1980er Jahren näherte sich ihr Stil immer mehr zum Pop mit aufwändigeren musikalischen Arrangements. Sie unternahm Anstrengungen, ihr existentialistisches Image aufzulockern. In 1984 stimmte sie der Veröffentlichung von sinnlichen Aufnahmen in der Zeitschrift Interviú zu.[3] Auch sonst präsentierte sie sich femininer und farbenfreudiger als zuvor. Dennoch entschwand Mari Trini immer mehr aus dem Gesichtsfeld der breiteren Öffentlichkeit

2001 veröffentlichte sie als Comeback-Versuch die CD Mari Trini con Los Panchos in welcher sie mit der drei-Mann Gruppe Los Panchos ihre größten Hits mit neuen Arrangements einem neuen Publikum zugänglich machen wollte.

Insgesamt veröffentlichte Mari Trini 25 Alben. 2005 wurde sie vom Fachverband Sociedad General de Autores y Editores für 10 Millionen verkaufte Tonträger mit einer Diamanten-Schallplatte ausgezeichnet. Am Internationalen Frauentag im März 2008 bedachte sie die Regionalverwaltung von Murcia mit dem Premio Lucha por la Igualdad, den „Kampf für Gleichheit“-Preis. Die Laudatio würdigte ihr Eintreten für Frauenbelange und Emanzipation mit ihren Liedern.

Nachdem ihre letzten Lebensjahre erneut von Krankheit überschattet waren – 2004 wurde eine ihrer Nieren entfernt – verstarb sie am 6. April 2009 in einem Krankenhaus von Murcia im Alter von 61 Jahren, vermutlich an Krebs. Sie hinterließ ihre Lebensgefährtin Claudette Lanza, mit der sie über vierzig Jahre hinweg verbunden war, ihre Mutter María Mille Campos, ihre Geschwister Paco Luis, Gonzalo und Myriam sowie ihre politischen Weggefährten María Cristina Van-Meurs, Mayi Etcheverry und Augusto Trujillo.

Diskografie[Bearbeiten]

  • 1969: Mari Trini ("Ne me quitte pas", "Daniel", "Guitarra"...)
  • 1970: Amores ("J'attendrai", "Vive", "Un hombre marcho", "Amores"...)
  • 1971: Escúchame ("La Fanette", "Milord", "Me marcharé"...)
  • 1972: Ventanas ("Un hombre gris", "No", "Quizas"...)
  • 1973: L'automne ("L'automne", "Quand tu me caresses", "Un homme est parti", "Laisse-moi rêver", "Les amours deviennent folles"...)
  • 1974: ¿Quién? ("Mi tercer amor", "Le robare", "Al fin y al cabo"...)
  • 1975: Mari Trini en français ("Qui", "Mon troisième amour", "La bouteille à la mort", "Je confesse", "L'amour quotidien", "Je volerai"...)
  • 1975: Transparencias ("Querida enemiga", "No te preocupes amor", "Los amantes callados"...)
  • 1976: Como el rocío ("La chanson des vieux amants", "Marchate", "Por ti, por ti"...)
  • 1977: El tiempo y yo ("Le temps des cerises", "El verbo amar", "Acercate", "La libertad"...)
  • 1978: Solo para ti ("La star", "Non, je ne regrette rien", "Porque", "Palabras"...)
  • 1979: A mi aire ("El desertor", "El poeta", "Ayudala"...)
  • 1980: Compilation française Polydor ("L'automne", "Quand tu me caresses", "Mon troisième amour", "Un homme est parti"...)
  • 1981: Oraciones de amor ("Mirame", "Amor que estas en la tierra", "Guardate"...)
  • 1982: Una estrella en mi jardín ("Una estrella en mi jardín", "Tu y tu dios", "Amor mio", "A ese hombre"...)
  • 1984: Mari Trini / Mari Trini interpreta grandes autores mexicanos ("Contigo aprendi", "No", "Noche de Ronda", "Cuando vuelva a tu lado"...)
  • 1984: Diario de una mujer ("Hombre Marinero", "Solo es una mujer", "Diario de una mujer", "Aniversario"...)
  • 1985: En vivo Live-Album ("Yo confieso", "Un hombre marcho", "Amores", "Ne me quitte pas", "Hombre Marinero"...)
  • 1986: ¿Quién me venderá? ("La carta", "Un canto de amor", "Ay dios mio", "Hazme un favor"...)
  • 1987: En tu piel ("Parlez-moi d'amour", "La soledad", "Por una vez", "Te jure", "Arriba el animo"...)
  • 1990: Espejismos ("Andalucia", "Sobre la arena", "Dejalo correr", "La verdad", "Dos errantes"...)
  • 1993: Sus grandes éxitos Doppelalbum ("Mi tercer amor", "Ne me quitte pas", "Milord", "Un hombre marcho", "Mírame", "Me marcharé"...)
  • 1995: Sin Barreras ("Sin un adios", "Las sombras nos acosan al amanecer", "Para quererse", "Corazon de Madrid", "Amores, versión 95"...)
  • 1996: Alas de cristal ("Avec le temps", "Mira", "Lunas de papel", "Como una isla tu cuerpo", "Vuelve", "No pasa nada"...)
  • 1998: Mari Trini ("Por una vez", "Pero ellos no son", "El recuerdo de una isla", "Cancion vieja", "Soy un caso perdido"...)
  • 2001: Mari Trini con Los Panchos Doppelalbum ("La Paloma", "Tuya", "La corriente", "Quizas", "Nosotros", "La barca", "Caminemos"...)
  • 2005: Una estrella en mi jardín Set: 2 CD / 1 DVD (Anthologie ihrer Erfolge)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Audio: Bonne chance, mon amour (komplett, 3:07), Mari Trini (Offizielle Website), abgerufen am 28. Oktober 2013
  2. Video: La nuit infidèle auf YouTube (Filmausschnitt, 3:08)
  3. 35 años de portadas históricas: De María Esteve (la hija de Marisol) a Paula Vázquez, Interviú (abgerufen am28. Oktober 2013)