Marie Colvin

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Marie Catherine Colvin (* 12. Januar 1956 in Oyster Bay, New York; † 22. Februar 2012 in Homs, Syrien) war eine US-amerikanische Journalistin.

Leben[Bearbeiten]

Colvin wurde als Tochter eines Lehrerehepaars geboren. Ihr Vater, ein ehemaliger US-Marine und Veteran des Koreakriegs, engagierte sich als Aktivist für die Demokraten unter John F. Kennedy. Marie Colvin organisierte in ihrer Heimatstadt Oyster Bay Proteste gegen den Vietnamkrieg. Sie studierte Amerikanische Literatur an der Yale University. Als Journalistin arbeitete sie zunächst für United Press International in New Jersey, anschließend in Paris.[1]

1986 war sie die Erste, die nach den Angriffen auf Libyen Muammar Gaddafi interviewte, den sie in späteren Jahren noch mehrfach traf.[2] Ab 1986 arbeitete Colvin als freie Mitarbeiterin für die Sunday Times und heiratete den Nahostkorrespondenten des Blattes, Peter Bishop, mit dem sie einige Jahre in Jerusalem lebte. In den nächsten Jahrzehnten berichtete sie für die Sunday Times aus den verschiedensten Krisen- und Kriegsgebieten, unter anderem über die Konflikte im Ersten Golfkrieg, Libanon, Kosovo,[1] Israel und Jemen. Während der Krise in Osttimor 1999 half sie durch ihre Berichterstattung 1.500 Flüchtlinge im UN-Lager vor der Belagerung durch die indonesische Armee zu schützen. Vier Tage berichtete sie in Zeitungen und Fernsehen, bis sie evakuiert wurde. Für ihren Bericht aus Tschetschenien wurde Colvin ausgezeichnet. Hier geriet sie unter den Beschuss russischer Flugzeuge.[3] Als Folge eines Angriffs in Sri Lanka verlor sie 2001 ihr linkes Auge und trug seitdem eine schwarze Augenklappe, an der man sie leicht wiedererkennen konnte.[4] Ihre Arbeit während des 2. Golfkriegs im Irak neben vier anderen Journalistinnen wurde von Barbara Kopple in dem Dokumentarfilm Bearing Witness begleitet.

Am 22. Februar 2012 wurde Colvin während des Aufstands in Syrien bei einem Artillerieangriff auf ein Haus in Bab al-Amr, einem Stadtteil von Homs, getötet. Bei dem Angriff starb auch der Fotograf Rémi Ochlik. Weitere westliche Journalisten wurden verletzt.[5] Ihr Tod wurde auf den Straßen von Homs mit Gedenkgesängen betrauert.[6]

Am 12. März wurde Colvin in ihrer Heimatstadt Oyster Bay beigesetzt.[7]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • 2000: British Press Awards – Best Foreign Correspondent of the Year
  • 2000: International Women’s Media Foundation – Courage in Journalism award

Literatur[Bearbeiten]

  • Denise Leith: Bearing witness. The lives of war correspondents and photojournalists. Random House Australia, Milsons Point NSW 2004, S. 93ff. ISBN 1-74051-260-X.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Marie Colvin, obituary. The Telegraph, 22. Februar 2012
  2. Judith Miller: God Has Ninety-Nine Names: Reporting from a Militant Middle East. Simon & Schuster, 1996, S. 232
  3. Pressemitteilung des Präsidenten von Osttimor: President expresses deepest sorrow for the death of veteran war correspondent Marie Colvin
  4. Danica Kirka: Respected American war journalist Marie Colvin killed in bombardment in Syria. Associated Press, 22. Februar 2012 (englisch).
  5. Martin Chulov: Sunday Times journalist Marie Colvin killed in Syria. The Guardian, 22. Februar 2012 (englisch).
  6. Youtube, Online nicht mehr abrufbar
  7. The saddest of homecomings: Murdoch joins mourners as Marie Colvin is finally buried after being killed in Syria. Daily Mail, 12. März 2012