Matsui Sumako

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Porträt von Sumako Matsui, vor 1919

Matsui Sumako (jap. 松井 須磨子, eigentl. Kobayashi Masako (小林正子); * 1. November?[1][2][Anm. 1] 1886 in Kiyono[3], Hanishina-gun (heute: Matsushiromachi-Kiyono, Nagano), Präfektur Nagano; † 5. Januar 1919) war eine japanische Schauspielerin in der Anfangszeit des Shingeki (Neues Theater) und Sängerin.

Die jüngste Tochter einer Samuraifamilie kam 1902 nach Tokio, um im Geschäft einer ihrer Schwestern zu arbeiten.[4]

1909 fand sie Anschluss an die Theatergruppe Bungei Kyōkai (Gesellschaft für literarische Künste), die von Tsubouchi Shōyō und Shimamura Hōgetsu (1871–1918) geleitet wurde. 1911 spielte sie in der Gruppe u.a. die Ophelia und William Shakespeares Hamlet und die Titelrollen in Henrik Ibsens Nora oder Ein Puppenheim und Hermann Sudermanns Heimat. Wegen einer Affäre mit Hōgetsu musste sie 1913 die Truppe verlassen und gründete mit diesem die Gesellschaft Geijutsuza, die große Erfolge mit Stücken wie Die Auferstehung (nach dem Roman von Leo Tolstoi) und Oscar Wildes Salome hatte.[1][4] Das von ihr in Die Auferstehung gesungene Lied Katyusha no Uta (カチューシャの歌, Kachūsha no Uta), komponiert von Nakayama Shimpei, wurde 1914 zu einem landesweiten Hit[1][5] und gilt als eines der ersten Stücke der japanischen Popmusik,[6] die später Ryūkōka genannt werden sollte.[5]

Nachdem Hōgetsu im November 1918 plötzlich an der Spanischen Grippe gestorben war, beging Matsui zwei Monate später Selbstmord durch Erhängen.[7]

Ihr Leben wurde 1947 von Mizoguchi Kenji unter dem Titel Die Liebe der Schauspielerin Sumako (女優須磨子の恋, Joyū Sumako no Koi) verfilmt und 1982 auch in Deutschland gezeigt; sie wurde von Tanaka Kinuyo gespielt.[8]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise und Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. a b c 近代日本人肖像 松井須磨子. Nationale Parlamentsbibliothek, 2004, abgerufen am 1. August 2012 (japanisch, Englische Übersetzung).
  2. 松井須磨子. In: デジタル版 日本人名大辞典+Plus bei kotobank.jp. Abgerufen am 30. Juli 2012 (japanisch).
  3.  Stadt Nagano (Hrsg.): 2010松代イヤー夏のイベント. In: 広報ながの. Nr. 1484, 1. Juni 2010, S. 5 (PDF).
  4. a b  Brian Powell: Matsui Sumako: Actress and Woman. In: William G. Beasley (Hrsg.): Modern Japan: Aspects of History, Literature, and Society. University of California Press, 1977, ISBN 0-520-03495-3, S. 135–146 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  5. a b カチューシャの歌. In: デジタル大辞泉 bei kotobank.jp. Abgerufen am 1. August 2012 (japanisch).
  6.  Edward Seidensticker: Low City, High City: Tokyo from Edo to the Earthquake. D. S. Ellis, 1985, ISBN 0-916870-88-X, S. 168.
  7. 松井須磨子. In: 朝日日本歴史人物事典 bei kotobank.jp. Abgerufen am 30. Juli 2012 (japanisch).
  8.  Schönheit und Unglück der Frauen. In: Der Spiegel. Nr. 28/1982, S. 134–135 (Digitalisat).

Anmerkungen:

  1. Ihr genaues Geburtsdatum ist unklar. Brian Powell gibt Dezember 1886 an, das 朝日日本歴史人物事典 den 20. Juli.
Japanische Namensreihenfolge Japanischer Name: Wie in Japan üblich, steht in diesem Artikel der Familienname vor dem Vornamen. Somit ist Matsui der Familienname, Sumako der Vorname.