Mauriner

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Mauriner waren Benediktiner der Kongregation des Heiligen Maurus (Mauriner Kongregation) an, sie waren eine Ordensgemeinschaft von Mönchen in der römisch-katholischen Kirche. Im engeren Sinne meint man mit Maurinern eine bestimmte Richtung von Kirchenhistorikern im 17. Jahrhundert, die die Kirchengeschichte und dazu die entsprechenden Quellen kritisch überprüft haben.

Entstehung[Bearbeiten]

Auf Initiative des Cluniazenser-Mönchs Laurent Bérnard (1573–1620) entstand in enger Verbindung zur Kongregation der lothringischen Benediktiner die französische Reformkongregation der Mauriner. Diese wurde 1618 von König Ludwig XIII. und 1621 von Papst Gregor XV. approbiert. Das erste Ordenskapitel beschloss 1618 den Namen des Heiligen Maurus (500(512)-584) zu übernehmen, dieser war ein Schüler des Ordensgründer der Benediktiner, dem Hl. Benedikt von Nursia (480-547). In kürzester Zeit schlossen sich mehrere französische Benediktinerkonvente den „Maurinern“ an, so dass die Ordensgemeinschaft 1675 ungefähr 3000 Mönche in 178 Klöstern zählte. Zum täglichen Ablauf gehörte das Gebet und die Feier der Liturgie, die Mönche waren zum Schweigen, zum Fasten und zur Abstinenz verpflichtet.

Organisation[Bearbeiten]

Der erste Generalsuperior, Dom Grégoire Tarisse (1575–1648) legte 1630 die grundlegenden Ordensregeln fest, ihr oberster Bestandteil war die Festlegung auf eine strenge Ordensdisziplin. Die Kongregation war zentralistisch organisiert, das oberste Gremium war das aus 33 Mitgliedern bestehende Ordenskapitel, dieses trat im Dreijahresrhythmus zusammen und wählte für die gleiche Periode den Generalsuperior, die Visitatoren und Provinzpriore der einzelnen Klöster.

Historische Forschung[Bearbeiten]

Bereits der erste Ordensobere hatte die Mauriner zur Forschung auf Gebieten wie der Patristik und Geschichte angeregt. Dom Luc d’Achery legte 1648 dem Generalkapitel der Kongregation einen Studienplan vor. Als der größte der Mauriner gilt Dom Jean Mabillon, Gründer der Diplomatik (Urkundenlehre).[1] Den größten historischen Erfolg erzielten die Mauriner des Klosters Saint-Germain-des-Près in Paris mit der von ihnen angewandten „historisch-kritischen Methode“. Weiterhin verdankt man den Mönchen die hervorragenden Editionen der Werke des Kirchenlehrers Augustinus von Hippo.

Niedergang[Bearbeiten]

Zum Ende des 18. Jahrhunderts führten die langen Auseinandersetzungen mit dem Jansenismus und den aufkeimenden Konflikten mit den Jesuiten zum Niedergang der Mauriner. Ein vorsichtiger Neubeginn erfolgte 1837, der jedoch nicht an den zurückliegenden Erfolg anschließen konnte.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. R. C. Van Caneghem: Kurze Quellenkunde des Westeuropäischen Mittelalters. Eine typologische, historische und bibliographische Einführung. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1964 (nld. Orig. 1962), S. 155/156.

Literatur[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]