Meeresbodenbergbau

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Meeresbodenbergbau (kurz Meeresbergbau, im Bereich der Tiefsee auch Tiefseebergbau genannt) ist Bergbau, das heißt das Aufsuchen, Erschließen und Fördern von mineralischen Rohstoffen (Bodenschätzen), auf und unter dem Meeresboden.

Rohstoffvorkommen[Bearbeiten]

Metallische Rohstoffe (Erze)[Bearbeiten]

Auf und unter dem Meeresgrund gibt es aufgrund der andersartigen chemischen und physikalischen Umgebung bedeutende Vorkommen einiger Erze und polymetallischer Mineral-Aggregate aus Metallen, die in der Erdkruste an Land nur selten oder meist in geringer, nicht abbauwürdiger Konzentration auftreten:

Fossile Energierohstoffe[Bearbeiten]

Seit langem verbreitet ist die Gewinnung von fossilen Rohstoffen für die energetische aber auch die stoffliche Verwertung aus dem Untergrund unter dem Meer.

Die Erschließung der Vorkommen geschieht in der Regel durch eine Bohrinsel oder ein Bohrschiff, anschließend erfolgt die Förderung durch eine Förderplattform von der Wasseroberfläche aus.

Massenrohstoffe (Steine und Erden)[Bearbeiten]

Im küstennahen Flachwasser werden teilweise Massenrohstoffe wie Sand oder Kies mit Schwimmbaggern gewonnen, die vor allem als Baustoff verwendet werden.

Umweltprobleme[Bearbeiten]

Wegen des enormen Aufwandes wird Meeresbergbau hauptsächlich von hochtechnisierten Industrieländern betrieben, allen voran Japan. Um wirtschaftlich zu arbeiten, muss der Tiefseebergbau große Erzmengen fördern: zurzeit 5000 t Manganknollen (nass) pro Tag und pro Abbaueinheit.

Pro 5000 t Manganknollen werden mindestens 1 km² des Meeresbodens abgebaut, was Umweltprobleme mit sich bringt:

  • mechanische Zerstörung des Bodens durch Abbaugeräte
  • Ausbildung einer Trübungswolke, wobei bodenlebende Organismen (z.B. Schwämme) durch plötzliche Sedimentation abgedeckt werden
  • Störung des biologischen Gleichgewichts in der Tiefsee durch Mineralentzug

Literatur[Bearbeiten]

  • Henning Jessen: Staatenverantwortlichkeit und seevölkerrechtliche Haftungsgrundsätze für Umweltschäden durch Tiefseebodenbergbau, Zeitschrift für Umweltrecht (ZUR) 02/2012, 71 (PDF)
  • Sebastian Scholz: Rohstoffversorgung durch Meeresbergbau. In: Schiff & Hafen, Heft 5/2011, S. 72−76. Seehafen-Verlag, Hamburg 2011, ISSN 0938-1643
  • Juergen B. Donges: The economics of deep-sea mining. Springer, Berlin 1985, ISBN 0-387-15144-3.

Siehe auch[Bearbeiten]

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