Meleagros von Gadara

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Meleagros von Gadara (altgriechisch Μελέαγρος Meléagros; * im 2. Jahrhundert v. Chr. in Gadara; † im 1. Jahrhundert v. Chr. auf Kos) war ein griechischer Schriftsteller, der Epigramme und Satiren verfasste. Bedeutung für die griechische Literaturgeschichte erlangte er aber vor allem als Kompilator einer Sammlung von Epigrammen namens Stephanos (deutsch: Kranz oder Girlande), die den historischen Grundstock der Griechischen Anthologie bildet.

Leben, Epigramme und der Stephanos

Meleagros wurde in Gadara, dem heutigen Umm Qais in Jordanien, geboren, wuchs in Tyros auf und starb auf der griechischen Ägaisinsel Kos. Seine Tätigkeit als Schriftsteller und Kompilator fällt ins 1. Jahrhundert v. Chr. Als Lyriker trug Meleagros zusammen mit seinem älteren Zeitgenossen Antipatros von Sidon maßgeblich zum späthellenistischen Wiedererstarken des literarischen Epigramms bei. Diese Gattung hatte in der ersten Hälfte des 2. Jahrhunderts v. Chr. viel an Bedeutung verloren. Von Meleagros selbst sind 134 Epigramme zu fast ausschließlich erotischen Themen erhalten.

70 v. Chr. publizierte er eine Anthologie namens Stéphanos (Στέφανος), die Epigramme aus sechs Jahrhunderten griechischer Lyrik vereint. Die Epigramme stammen von 47 verschiedenen Dichtern, unter anderem von Archilochos, Alkaios, Anakreon und Simonides, was sie zu einer bedeutenden literaturhistorischen Quelle besonders zur archaischen, frühklassischen und klassischen Epigrammatik macht.

Satiren

Während in seinen Epigrammen höchstens Spuren kynischen Gedankenguts zu finden sind, sollen seine Satiren im Geist des Kynikers Menippos von Gadara verfasst gewesen sein (siehe Menippeische Satire). Die möglicherweise in jungen Jahren verfassten Satiren sind verloren, Meleagros selbst erwähnt sie in drei seiner Epigramme.[1] Athenaios[2] bezeichnet ihn ausdrücklich als Kyniker.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Klaus Döring: Meleagros aus Gadara. In: Hellmut Flashar (Hrsg.): Grundriss der Geschichte der Philosophie. Die Philosophie der Antike, Band 2/1, Schwabe, Basel 1998, ISBN 3-7965-1036-1, S. 314.
  2. Athenaios, Deipnosophistai (Gastmahl der Gelehrten) 11,502c; vgl. auch 4,157b.