Michael (1924)

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Filmdaten
Originaltitel Michael
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 1924
Länge 90 Minuten
Stab
Regie Carl Theodor Dreyer
Drehbuch Thea von Harbou, Carl Theodor Dreyer
Produktion Erich Pommer für UFA, Abt. Decla-Bioscop
Kamera Karl Freund, Rudolph Maté
Besetzung

Michael ist ein deutscher Spielfilm von Carl Theodor Dreyer aus dem Jahr 1924. Er entstand nach dem gleichnamigen Roman von Herman Bang aus dem Jahr 1904.

Handlung[Bearbeiten]

Der Maler Claude Zoret fühlt sich zu seinem Modell Eugène Michael, den er auch als Pflegesohn angenommen hat, emotional verbunden. Michael ist ihm künstlerische Anregung, zugleich gibt er ihm alles, was Michael benötigt. Während eines Abendessens bei Zoret sind neben Michael der Herzog Monthieu, das befreundete Ehepaar Adelskjold und der Kritiker Switt zu Gast. Zoret eröffnet ihnen, er wolle ein Bild vom Mord Brutus' an Cäsar malen; dabei schaut er zu Michael. Der Herzog zeigt seine Zuneigung zu Alice Adelskjold.

Die verarmte Fürstin Zanikow will ein Porträt von sich malen lassen. Zoret lässt sich schließlich dazu überreden, Michael ist von ihr eingenommen und geht eine Beziehung mit ihr ein. Den teuren Lebensstil finanziert er mit dem Verkauf von Bildern und anderen Gegenständen Zorets. Dieser deckt ihn gegenüber Switt, der zur Trennung von Michael geraten hat, und kauft gar ein Michael geschenktes und von jenem zum Verkauf angebotenes Bild durch den Kunsthändler Leblanc zurück.

Das offenen Bekenntnis Michaels, er habe es satt als Modell zu dienen, ändert nichts an Zorets ungebrochener Zuneigung zu Michael. Der Herzog wird von Adelskjold im Duell getötet, nachdem dieser von der Liaison des Herzogs zu seiner Frau erfahren musste.

In einer Vernissage stellt Zoret sein neustes Bild Hiob - ein Mensch, der alles verloren hat vor. Als "Maler des Schmerzes" wird er von den Anwesenden gerühmt.

Auf seinem Sterbebett lässt Zoret seinen gesamten Besitz Michael zukommen. Dieser hält es nicht für nötig, dort zu erscheinen und vergnügt sich lieber mit der Fürstin Zanikow. Zoret stirbt mit den Worten „Jetzt kann ich ruhig sterben, denn ich habe eine große Liebe gesehen“.

Anmerkungen[Bearbeiten]

Dem Film werden mitunter homoerotische oder homosexuelle Tendenzen nachgesagt, dafür gibt es jedoch nicht mehr Anhaltspunkte als für eine bloße platonische Liebe eines Künstlers zu seinem ihm Ruhm bringenden Modell. Ansatzpunkt hierfür ist die Homosexualität des Autors der Romanvorlage.

Literatur[Bearbeiten]

  • Klaus Lippert Michael. In Günther Dahlke, Günther Karl (Hrsg.): Deutsche Spielfilme von den Anfängen bis 1933. Ein Filmführer. Henschel Verlag, 2. Auflage, Berlin 1993, S. 102 ff. ISBN 3-89487-009-5

Weblinks[Bearbeiten]