Carl Theodor Dreyer

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Carl Theodor Dreyer (1965)

Carl Theodor Dreyer (* 3. Februar 1889 in Kopenhagen, Dänemark; † 20. März 1968 ebenda) war ein dänischer Filmregisseur und Drehbuchautor.

Leben und Werk[Bearbeiten]

Dreyer war Theaterkritiker, bevor er seine Laufbahn beim Film 1912 als Drehbuchautor (z. B. 1914 bei Die Waffen nieder!) begann. Er arbeitete für die dänische Filmproduktionsgesellschaft Nordisk, für die er 1919 seinen Regieerstling Der Präsident drehte. Nach dem Vorbild von D. W. Griffiths Intolerance entwarf Dreyer seinen Episodenfilm Blätter aus dem Buche Satans (Blade af Satans bog) (1920). Zuvor drehte er in Schweden Die Pfarrerswitwe. Mit Beginn der 1920er Jahre ging Carl Theodor Dreyer nach Berlin, um dort für die UFA zu filmen. Es entstand unter anderem der Kammerspielfilm Michael. Der 1925 in Dänemark gedrehte Du sollst deine Frau ehren (Du skal ære din hustru) war einer der wenigen kommerziellen Erfolge Dreyers, der enorme Erfolg des Films, vor allem in Frankreich, ebnete für Dreyer den Weg zur Realisierung der Verfilmung von Die Passion der Jungfrau von Orleans (La passion de Jeanne d'Arc) in Frankreich von 1928, der heute zu den bedeutendsten Filmwerken der gesamten Filmgeschichte gezählt wird. Der Film gilt als einer der bedeutendsten französischen Filme, obgleich Dreyer ansonsten eher in der künstlerischen Tradition des skandinavischen Films stand.

Seinen ersten Tonfilm, Vampyr – Der Traum des Allan Grey, drehte er 1932 wieder in Deutschland. Der Film gilt heute als Klassiker des Horrorfilms, obwohl er keine expliziten Gewaltszenen enthält. Beim zeitgenössischen Publikum war er, wie auch sein Vorgänger, ein Misserfolg. Dreyer ging zurück in sein Heimatland und erst 1943 erschien sein nächster Film Tag der Rache, in dem er Hexenglaube und -verfolgung am Beginn der Neuzeit mit visuell kraftvollen Bildern thematisierte. Nach 1946 drehte Dreyer für die dänische Regierung einige Dokumentarfilme. Mit seinen letzten beiden Werken, Das Wort (1955) und Gertrud nach einem Bühnenstück von Hjalmar Söderberg, schuf Dreyer erneut Filmkunst von bleibendem Wert. Mit der Fixierung auf das Wesentliche in seinem Film „Gertrud“, stieß Dreyer zur Zeit der Premiere 1964 noch auf Unverständnis, die besondere Modernität dieses Meisterwerks begriff man erst nach seinem Tod wirklich.

Carl Theodor Dreyer gilt heute als einer der wichtigsten Visionäre des Kinos und steht als einer der bedeutendsten europäischen Regisseure seiner Zeit neben Fritz Lang und Friedrich Wilhelm Murnau.

Filme (Auswahl)[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Martin Abraham: Carl Theodor Dreyer: Film und Literatur, Melodrama und Tragödie, Abstraktion und Realismus, Gut und Böse.
  •  David Bordwell: The Films of Carl-Theodor Dreyer. University of California Press, Berkeley CA u. a. 1981, ISBN 0-520-03987-4.
  •  Raymond Carney: Speaking the Language of Desire. The Films of Carl Dreyer. Cambridge University Press, Cambridge u. a. 1989, ISBN 0-521-37807-9.
  • Carl Theodor Dreyer: Four Screenplays. La Passion de Jeanne d'Arc. Vampyr. Vredens Dag. Ordet. Translated from the Danish by Oliver Stallybrass and with an introduction by Ole Storm. Thames & Hudson, London, 1970, ISBN 0-500-50002-9.
  •  Jean Drum, Dale D. Drum: My Only Great Passion. The Life and Films of Carl Th. Dreyer (= Filmmakers. Bd. 68). Scarecrow Press, Lanham MD u. a. 2000, ISBN 0-8108-3679-3.
  • Filmwärts. Nr.14, Herbst 1989, ISSN 0940-2322, (Schwerpunkt Dreyer).
  • Jytte Jensen (Hrsg.): Carl Th. Dreyer. The Museum of Modern Art, New York NY 1988, ISBN 0-87070-305-6.
  • Edvin Kau: Dreyers Filmkunst Akademisk Forlag, Kopenhagen 1989, ISBN 87-500-2859-6.
  •  Donald Skoller (Hrsg.): Dreyer in Double Reflection. Translation of Carl Th. Dreyer's Writings About the Film (Om Filmen). With accompanying Commentary and Essays. Da Capo Press, New York NY 1991, ISBN 0-306-80458-1.
  • Paul Schrader: Transcendental style in film. Ozu, Bresson, Dreyer. University of California Press, Berkeley CA 1972, ISBN 0-306-80335-6.
  • Jean Sémolué: Carl Th. Dreyer. Le mystère du vrai. Cahiers du Cinéma, Paris 2005, ISBN 2-86642-408-5.
  • Carsten Bergemann: Carl Theodor Dreyer In Thomas Koebner (Hrsg.): Filmregisseure. Biographien, Werkbeschreibungen, Filmographien. 3., aktualisierte und erweiterte Auflage. Phillip Reclam, Stuttgart 2008 [1. Auflage 1999], ISBN 978-3-15-010662-4, S.192-197.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Carl Theodor Dreyer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien