Michael Hoferer

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Michael Hoferer in München, um 1870

Michael Joseph Hoferer (* 14. Oktober 1820 in Großprüfening; † 26. November 1894 ebenda) war ein Kaufmann und amtierte über viele Jahre hinweg als Bürgermeister der Gemeinden Großprüfening und Dechbetten. Er war auch Mitglied der Gesellschaft der bayerischen Ostbahn und engagierte sich für deren Bau. Zudem führte er den Titel eines Fürstlichen Hofrates und Hofschmiedemeisters. Ebenfalls war er Mitglied der Marianischen Männerkongregation und des hl. Dritten Ordens.

Leben[Bearbeiten]

Er war neben einer Schwester der einzige Sohn des Schmiedemeisters und Schultheißen Michael Hoferer (1772–1843) und seiner zweiten Ehefrau Walburga Weber (1791–1869). Die Familie der Mutter stand in enger Verbindung mit dem ehemaligen Kloster Prüfening, während die Familie des Vaters eine bekannte Handwerker- und Bauersfamilie, die schon seit Generationen in verwaltenden Ämtern, als Ortsrichter, Amtmann, Gemeinderat oder Bürgermeister tätig war. Die Eltern besaßen weitläufigen Grundbesitz und waren, bereits durch die Elterngeneration, durch das Handwerk und den Handel an der wichtigen Handelsstraße Nürnberg-Regensburg-München, entlang Donau wohlhabend geworden. Der Vater stand, nach seiner Teilnahme an den Napoleonischen Kriegen als Ortsvorsteher und Richter der Gemeinde einige Jahre vor. Bereits der Großvater Joseph Hoferer war als Gemeinderat tätig. Michael besuchte nach dem Abschluss der Dorfschule in Prüfening die Kurfürstliche Höhere Bürgerschule in Regensburg und genoss eine gute Ausbildung. In München studierte er anschließend Ökonomie und Forstwirtschaft und erlernte den Kaufmannsberuf. Auf Wunsch des Vaters und wegen der erhaltung der Schmiedewerkstatt legte er nach seiner Lehrzeit in verschiedenen Schmieden die Meisterprüfung mit auszeichnung ab.

Nach Beendigung der Lehrzeit kehrte er nach Prüfening zurück und vermehrte durch geschickte Zukäufe von Landbesitz auswandernder Familien, den ohnehin großen elterlichen Hof. Nach dem plötzlichen Tod seines Vaters 1843 übernahm er das Gut und verwaltete es selbst, später mithilfe eines Verwalters. Hoferer erbte die traditionsreiche Schmiedewerkstatt des Vaters und folgte bald als jüngster Gemeinderat. Er wurde wie sein Vater zum Hofschmiedemeister der Fürsten Thurn und Taxis ernannt und führte den Titel bis zu seinem Tod weiter. Dieses Privileg entsprach ungefähr dem eines Hoflieferanten. Der Hofschmiedemeister war persönlich für den Hufbeschlag der fürstlichen Pferde und andere Aufträge des Monarchen zuständig. 1846 wurde er in das Amt des Bürgermeisters der Gemeinde Prüfening gewählt, welches er bis zur Revolution 1848 innehatte. Ebenfalls wurde er als Kommandeur der örtlichen Bürgerwehr aufgestellt. Wegen der Unruhen legte er seine Ämter nieder und bekleidete es erst ab den Neuwahlen mit neuen Gemeinderäten wieder. Er blieb bis in die 1890er Jahre Bürgermeister der Ortschaft. Durch die Fürstenfamilie Thurn und Taxis wurde ihm der Titel eines Fürstlichen Hofrates verliehen.

Hoferer wurde ebenfalls Mitglied der Handwerkskammer, des Landgerichts Oberpfalz und der Actiengesellschaft der bayerischen Ostbahnen. Er engagierte sich als Aktionär und Kreispolitiker an dem zügigen Ausbau der Ostbahn. Seinen energischen Bemühungen ist es zu verdanken, dass Großprüfening und andere kleinere Regengemeinden an das Bahnnetz angeschlossen wurden. Ohne dessen Intervention wäre es dazu nicht gekommen. Auf ihn geht auch die Gründung des Armenhauses Prüfening und einiger Stiftungen zurück. Unter anderem riefen er und seine Gattin im Jahre 1866 die Michael und Franziska Hoferer´sche Stiftung ins leben, welche für die versorgung von Witwen und Weisen eintrat. Hoferer starb am 26. November 1894 in seinem Anwesen in Großprüfening in seinem 74. Lebensjahr an einem Gehirnschlag und wurde am 28. November auf dem katholischen Friedhof in Dechbetten, im Familiengrab beigesetzt.

Seiner am 6. August 1850 geschlossenen zweiten Ehe mit Franziska Riederer entstammten neun Kinder, darunter der Lokalpolitiker und Gutsbesitzer Johann Baptist Hoferer (1860-1936).[1] und der Großkaufmann und Lokalpolitiker Aloisius Maximilianus Hoferer (1873-1956)

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Dt. Reichsbahn, Die deutschen Eisenbahnen in ihrer Entwicklung 1835-1935, Berlin, 1935
  • Heinrich Prößl, 100 Jahre Familie Prößl auf dem Adlersberg, Regensburg, 1938
  • Peter Loeffler, Prüfening – Dorf und Schloss, Regensburg
  • Karl Röhrl, Die Hoferer von Prüfening – eine Familienchronik, Regensburg 1905

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Johann Baptist Hoferer auf Marjorie-Wiki.org