Microsoft Paint

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Microsoft Paint
Logo von Paint
Paint unter Microsoft Windows 8 (mit Ribbon-Oberfläche)
Microsoft Paint aus Windows 8
Basisdaten
Entwickler Microsoft
Erscheinungsjahr 1985
Aktuelle Version siehe Microsoft Windows
Betriebssystem Windows
Kategorie Grafiksoftware
Lizenz proprietär
windows.microsoft.com
Paint unter Windows 2.03
Paint unter Windows NT 3.51 SP 5
Paint unter Windows XP SP 3

Microsoft Paint (MSPaint.exe, auch Paint genannt) ist eine in Microsoft Windows integrierte Grafiksoftware, das eine einfache Erstellung und Bearbeitung von Rastergrafiken erlaubt.

Streng genommen gab es Paint erst seit Windows 95, davor hieß es „Paintbrush“, hatte aber nur unwesentliche Unterschiede. Paintbrush ist nicht zu verwechseln mit dem eigenständigen Programm PC Paintbrush der Firma ZSoft, welches für MS-DOS und Windows 3.1 erhältlich war (siehe auch PCX-Grafikformat).

Versionen[Bearbeiten]

  • Paint für Windows 1.0 und Windows 2.x war schwarz-weiß und konnte ausschließlich im MSP-Format speichern.
  • Paintbrush für Windows 3.x unterstützte Farbe und das BMP-Format. Ein großer Kritikpunkt bei dieser Version war, dass, wenn man ein Bild einfügt, das größer ist als das Zeichenfeld, der überstehende Rest ohne Nachfrage abgeschnitten wurde.
  • Paint für Windows 95 bekam ein neues Design und einige zusätzliche Optionen. Es unterstützt neben BMP auch PCX und RLE. Eine Nachfrage wurde nun eingefügt, falls man versucht, ein Bild einzufügen, das größer ist als das Zeichenfeld. Die Möglichkeit, geschriebenen Text mit 3-D-Effekt oder Umrandung zu versehen, wurde entfernt. Ein Bug im Schwarz-Weiß-Modus führt bei Verwendung der Spraydose zu Zeichnungen, ohne, dass die Maustaste gedrückt wird.
  • Paint für Windows 98 kann gleichzeitig in der Höhe und Breite strecken und zerren. Es unterstützt von sich aus nur noch BMP-Bilder, kann aber Office-Grafikkonverter für andere Formate benutzen.
  • In Paint für Windows ME wurde die Nachfrage, die Zeichenfläche zu vergrößern, falls ein größeres Bild eingefügt wird, entfernt; die Zeichenfläche wird jetzt immer vergrößert. Es können erstmals Bilder im JPEG-Format gespeichert werden.
  • Paint für Windows XP unterstützt standardmäßig die Formate JPEG, GIF, TIFF und PNG, welche vorher nur durch Installation von Office-Grafikkonvertern unterstützt wurden. Ein Bug dieser Version ist, dass Flächen in monochromen Bitmaps nicht mit einem Raster-Füllmuster aus der Farbpalette gefüllt werden können.
  • Paint für Windows Vista bekam ein Redesign und einige neue Funktionen, wie z. B. Zoomfaktoren unter 100 %.
  • In Windows 7 hat Paint das von Microsoft Office 2010 bekannte Ribbon-Interface und einige neue Funktionen und Form-Vorlagen bekommen.
  • In der aktuellen Windows-8-Version wurde an Paint äußerlich nichts geändert.

Formate[Bearbeiten]

Das Programm beherrscht das Laden und Speichern der Grafikformate Bitmap (.bmp), JPG, PNG, GIF und TIFF. Die alten Formate MSP, PCX und RLE werden in neueren Paint-Versionen nicht mehr unterstützt.

Bitmaps können monochrom, mit 16 oder 256 Farben oder mit 24-Bit-Farbtiefe sein und als JPG, GIF oder PNG gespeichert werden.

Werkzeuge[Bearbeiten]

An Zeichen-Werkzeugen steht ein Zeichenstift, ein Füllwerkzeug, ein Radiergummi, eine Linienfunktion, eine Kurve mit zweimaliger Krümmung (kubische Bézierkurve), ein Ausschnittwerkzeug (rechteckig oder freihändig), eine Pipette zum Aufnehmen von Farbwerten, eine Lupe zur Vergrößerung oder Verkleinerung der Anzeige (seit Windows Vista zusätzlich in Form eines Schiebereglers, davor mithilfe wählbarer Vergrößerungs-Faktoren), ein Pinsel mit mehreren Optionen zur Strich-Ausführung, eine Sprühdose, ein Texteingabe-Werkzeug und verschiedene geometrische Figuren (Rechteck, Ellipse, Pfeile, Sterne) zur Verfügung.

Die Bestimmung der Breite von Linien und Umrissen erfolgt, indem vor dem Anwenden eines Werkzeugs in einer separaten Auswahl die Strichstärke eingestellt wird.

Es kann gewählt werden, ob mit geometrischen Werkzeugen erzeugte Flächen umrandet und mit Füllfarbe versehen werden oder nicht. Die Ränder und Füllungen können mit verschiedenen Texturen (Buntstift, Textmarker, Ölfarbe, Bleistift, Wasserfarbe) ausgestattet werden. Des Weiteren steht eine Farbpalette zur Verfügung, aus der mit der Maus die Vorder- und Hintergrundfarbe (1. und 2. Farbe) für das Werkzeug bestimmt werden kann. Beim Verschieben und Einfügen von Ausschnitten kann die 2. Farbe als transparente Farbe verwendet werden.

Paint erlaubt das Führen der Werkzeuge auch mit der rechten Maustaste, sodass die 2. Farbe als Vordergrund- und die 1. Farbe als Hintergrundfarbe verwendet wird. Vor Windows 7 konnte die Hintergrundfarbe noch mit der rechten Maustaste aus der Palette ausgewählt werden.

Es können Bildattribute eingestellt werden (Anzahl horizontaler und vertikaler Pixel), die in der Farbpalette vorgegebenen Farben können verändert, markierte Bildausschnitte gedreht werden (90 Grad-Winkel, kein freies Drehen). Stauchen und Strecken markierter Bereiche ist möglich, wobei beim Stauchen von Pixelgrafiken Details verloren gehen, während beim Strecken nicht nur das gewählte Detail, sondern auch die systembedingten umgebenden Darstellungsfehler vergrößert werden – es kommt deutlich zum Treppeneffekt.

Beim Abspeichern kann zwischen Bitmap-Formaten verschiedener Farbtiefe gewählt werden. Das Abspeichern in einer geringeren Farbtiefe führt oftmals zu ungewollten Farbverlusten, da beim Umwandeln ins 16- und 256-Farb-Format nur in Standardfarben konvertiert wird, ungeachtet der tatsächlich verwendeten Farben. Alternativ definierte Farbpaletten werden beim Speichern beibehalten, können aber in Paint nicht definiert werden. Beim Abspeichern im GIF-Format, auch von bestehenden Grafiken, werden in neueren Versionen nur wiederum andere Standardfarben unterstützt, einfarbige Flächen in anderen Farben (darunter alle von Paint vorgegebenen Farben) werden in (mit dem Füllwerkzeug nicht bearbeitbare) Punktraster umgewandelt, was auch zu deutlich größeren Dateien führt. Das PNG-Format hat dieses Problem nicht.

In frühen Versionen (Paintbrush) war es möglich, Objekte mit den Pfeiltasten der Tastatur pixelweise zu verschieben, ohne diese Möglichkeit wird eine pixelgenaue Ansteuerung nur mit einer entsprechend sensiblen Maus erreicht.

Korrekturen[Bearbeiten]

Paint behandelt im Bild befindliche Gebilde nicht als einzelne Objekte (Kreise, Rechtecke oder auch Texte) sondern - ähnlich einem Mosaik - als Ansammlung von Bildpunkten zu einer gesamten (Raster-)Grafik. Einmal angelegte Details können daher nicht mehr separat markiert und nachträglich verändert werden, sondern müssen - wie sonst eher von der Arbeit mit Papier und Bleistift vertraut - mit Werkzeugen wie dem Radiergummi oder durch Abdecken mit neuen Farbschichten beseitigt werden. Bei jedem Einsatz eines Werkzeugs speichert Paint zur Sicherheit den vorherigen Zustand der Grafik intern ab. Wird eine Operation durch den Nutzer rückgängig gemacht („Undo“), verwirft das Programm die Änderung und greift auf die Sicherung im Speicher zurück. Die Sicherung erfolgte vor der Einführung von Windows Vista in Form des gesamten Bildes. Diese Methode unterscheidet sich von modernen Verfahren, welche nur Änderungen vermerken und gegebenenfalls zurücksetzen, und ist sehr speicherplatzintensiv, so dass maximal drei aufeinander folgende Rückgängig-Schritte möglich waren. In neueren Programmversionen sind je nach Werkzeugeinsatz unterschiedlich viele Versionen abrufbar.

Weblinks[Bearbeiten]