Midgardschlange

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Der Kampf des Thor mit der Schlange des Midgard, Johann Heinrich Füssli, 1788
Der als Gosforth-Kreuz bekannte Grabstein mit der mythischen Abbildung von Thors „Fischzug“ beziehungsweise dessen Kampf mit der Midgardschlange

Die Midgardschlange (Weltenschlange) (altnordisch Miðgarðsormr; auch Jormungand, altnordisch: Jörmungandr) ist in der germanischen Mythologie eine die Welt umspannende Seeschlange. Wie Hel und der Fenriswolf wurde auch sie von Loki gezeugt und gehört damit zu den drei germanischen Weltfeinden. Thor begegnet ihr dreimal und tritt zweimal an, sie zu vernichten.

So wird im zur Edda zählenden „Lied von Hymir“ (Hymiskviða) der Mythos von „Thors Fischzug“ geschildert, bei dem er zusammen mit dem widerstrebenden Riesen Hymir hinausrudert, um Fische zu fangen, weil sein ungezügelter Appetit die Speisekammer Hymirs vorzeitig geleert hat. Zuvor reißt Thor einem der Stiere Hymirs den Kopf vom Leib, um ihn als Köder an die Leine seiner Angel zu binden. Schließlich beißt die Midgardschlange an, und es gelingt Thor, sie aus dem Wasser zu ziehen, wo er sie mit einem Hieb seines magischen Hammers Mjölnir erschlagen will. Hymir jedoch erschrickt beim Anblick der Midgardschlange derart, dass er die Leine kappt und dem Biest die Flucht ermöglicht. Thor schleudert ihr zwar noch seinen Hammer nach, der Ausgang der Auseinandersetzung bleibt aber offen. Der Edda nach kommen Thor und Hymir beide vom Fischzug zurück, nach einer anderen Version erschlägt Thor aus Wut den Hymir und kehrt alleine an Land zurück.

Während seines Aufenthalts in Utgard trifft Thor die Midgardschlange ein zweites Mal, wenn auch in Gestalt einer Katze. Dem Gott wird die Aufgabe gestellt, jene Katze zu stemmen, was ihm ob ihres gewaltigen Gewichts aber nicht gelingt.

Das dritte und letzte Mal trifft Thor zur Zeit der Ragnarök auf die Schlange. Er erschlägt sie mit Mjölnir, seinem Hammer, kann aber nur neun Schritte zurückweichen, bevor er an ihrem Gift stirbt.

Literatur zum Mythos[Bearbeiten]

  • Jan de Vries: Altgermanische Religionsgeschichte. Band 2: Die Götter – Vorstellungen über den Kosmos – Der Untergang des Heidentums. De Gruyter Berlin/New York 2011 ISBN 978-3-11-002807-2