Modernes Englisch

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Modernes Englisch oder Neuenglisch ist die Form der englischen Sprache, wie sie etwa seit dem 18. Jahrhundert in Gebrauch ist.

Noch im 16. und 17. Jahrhundert wurde Englisch fast ausschließlich in England und teilweise in Schottland, Irland und Wales gesprochen. Heute ist es eine internationale Sprache, die als Muttersprache von über 340 Millionen Menschen auf den Britischen Inseln, in Teilen Kanadas, den Vereinigten Staaten von Amerika, Australien und Neuseeland gesprochen wird. Es dient als offizielle Sprache für Unterricht und Verwaltung in vielen anderen Ländern, wie Indien und Pakistan, sowie weiteren afrikanischen und asiatischen Staaten.

Die große Zeit der Grammatiker und Lexikografen war das späte 17. und das 18. Jahrhundert. Samuel Johnsons "Dictionary of the English Language" erschien 1755 nach mehr als acht Jahren der Vorbereitung und blieb lange Zeit vorbildhaft. Die strikte Wortstellung Subjekt-Verb-Objekt, die im Altenglischen nur in Hauptsätzen üblich war, wird im modernen Englisch zwingend.

Das moderne Englisch wird vor allem durch folgende Erscheinungen charakterisiert:

  • eine starke Assimilation fremden Wortguts; das Neuenglische entlehnte im Laufe seiner Entwicklung Wörter aus mehr als 50 Sprachen, darunter aus anderen europäischen Sprachen wie Italienisch (volcano, violin), Spanisch (alligator, sombrero), Portugiesisch (fetish, tank), Deutsch (kindergarten, zeitgeist), Schweizerdeutsch (putsch, muesli), Russisch (samovar, troika), aber auch aus dem Arabischen (magazine, coffee), Persischen (naphtha, chess), Hindi (guru, chutney), dem Japanischen (sake, soy), Chinesischen (sampan, ginseng), indianischen (coyote, wigwam) und australischen (kangaroo, boomerang).
  • die Konversion, d.h. den Übergang von einer Wortart in die andere, ohne formale Änderung; dies wird auch als „grammatische Homonymie“ bezeichnet.
Beispiel: like
Substantiv: I never saw his like
Präposition: Behave like a man.
Verb: Do you like music?
Partikel: I have like three hours of homework! (umgangssprachlich)
  • Wortverbindungen in festen Fügungen, die als Idiome bzw. „phrasal verbs“ von Nicht-Muttersprachlern gelernt werden müssen.
Beispiele:
take up aufnehmen, einnehmen usw.
take in lernen, verstehen, täuschen usw.
take on einstellen, übernehmen usw.
take off ausziehen, abheben usw.

Vor allem die frühneuenglische Vokalverschiebung (Great Vowel Shift) führte dazu, dass das Schriftbild in vielen Fällen nicht mehr der Aussprache entspricht. Man kann aus der Schreibweise in vielen Fällen nicht mehr die Aussprache erkennen und vom gesprochenen Wort nicht mehr auf die Schreibweise schließen. George Bernard Shaw hatte einmal sarkastisch ghoti als denkbare Schreibweise für das Wort fish vorgeschlagen: gh wie in cough (husten), o wie in women (Plural) und ti wie in nation. Tatsächlich wird z. B. der Laut [f] in der englischen Orthografie durch vier verschiedene Schreibweisen (f, ff, gh, ph) repräsentiert. Dennoch sind alle bisherigen Bemühungen um eine durchgreifende Orthografiereform gescheitert.

Literatur[Bearbeiten]

  • Herbert Koziol: Grundzüge der Geschichte der englischen Sprache. 3. Auflage. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1984, ISBN 3-534-04449-5. .
  • Ernst Leisi, Christian Mair: Das heutige Englisch. Wesenszüge und Probleme. 8. Auflage. Winter, Heidelberg 1999, ISBN 3-8253-0598-8.

Weblinks[Bearbeiten]