Molybdän(IV)-chlorid

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Kristallstruktur
Keine Zeichnung vorhanden
Allgemeines
Name Molybdän(IV)-chlorid
Andere Namen

Molybdäntetrachlorid

Verhältnisformel MoCl4
CAS-Nummer 13320-71-3
PubChem 83340
Kurzbeschreibung

schwarzer Feststoff[1]

Eigenschaften
Molare Masse 237,75 g·mol−1
Aggregatzustand

fest[1]

Dichte

3,193 g·cm−3[2]

Schmelzpunkt

272 °C (Zersetzung)[2]

Löslichkeit
  • löslich in Wasser[1]
  • löslich in konzentrierter Schwefelsäure und Salpetersäure[2]
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [3]
keine Einstufung verfügbar

Achtung

H- und P-Sätze H: siehe oben
P: siehe oben
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Molybdän(IV)-chlorid ist eine anorganische chemische Verbindung des Molybdäns aus der Gruppe der Chloride.

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten]

Molybdän(IV)-chlorid kann durch Reaktion von Molybdän(V)-chlorid mit Benzol, Molybdän(III)-chlorid oder Tetrachlorethylen gewonnen werden.[1]

\mathrm{2 \ MoCl 5 +  C_6H_6 \longrightarrow 2 \ MoCl_4 + C_6H_5Cl + HCl}
\mathrm{MoCl_5 + MoCl_3  \longrightarrow 2 \ MoCl_4}

Eigenschaften[Bearbeiten]

Molybdän(IV)-chlorid ist ein paramagnetisches, licht-, luft- und feuchtigkeitsempfindliches schwarzes Pulver oder schwarz-braune, sechseckige Säulen. Es ist äußerst hydrolyseanfällig und löst sich rückstandslos mit gelber bis rotbrauner Farbe in Wasser, Ethanol und Ether. Beim Erhitzen über 180 °C im Vakuum ist es unter teilweiser Zersetzung in Molybdän(III)-chlorid und Molybdän(V)-chlorid flüchtig. Es besitzt eine trigonale Kristallstruktur mit der Raumgruppe P31c (a = 605,8 pm, c = 1167,4 pm).[1][2] Die Verbindung (α-Form mit Ketten aus trans-kantenverknüpften MoCl6 Oktaedern) wandelt sich 250 °C in die β-Form um, welche aus Ringen von sechs cis-kantenverknüpften MoCl6 Oktaedern besteht.[4]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e  Georg Brauer: Handbuch der präparativen anorganischen Chemie. 3., umgearb. Auflage. Band III, Enke, Stuttgart 1981, ISBN 3-432-87823-0, S. 1533.
  2. a b c d  Jean d'. Ans, Ellen Lax, Roger Blachnik: Taschenbuch für Chemiker und Physiker. Springer DE, 1998, ISBN 364258842-5, S. 574 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  3. Diese Substanz wurde in Bezug auf ihre Gefährlichkeit entweder noch nicht eingestuft oder eine verlässliche und zitierfähige Quelle hierzu wurde noch nicht gefunden.
  4.  Arnold F. Holleman, Egon Wiberg, Nils Wiberg: Lehrbuch der anorganischen Chemie. Walter de Gruyter, 1995, ISBN 311012641-9, S. 1470 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).