Momi-Klasse

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Flagge
Momi-Klasse
Zerstörer Ashi
Zerstörer Ashi
Übersicht
Typ Zerstörer
Einheiten 21
Technische Daten
Verdrängung
  • Standard: 770 ts
  • Standard: 935 ts (nach Umbau 1939/40)
Länge

83,8 m

Breite

7,9 m

Tiefgang

2,4 m

Besatzung

110 Mann

Antrieb
  • drei Dampfkessel
    zwei Satz Dampfturbinen
    21.500 WPS
  • zwei Dampfkessel
    zwei Satz Dampfturbinen
    21.500 WPS (nach Umbau)
Geschwindigkeit
  • 36 kn
  • 18 kn (nach Umbau)
Reichweite

3.000 sm bei 15 kn

Bewaffnung

bei Indienststellung:

nach Umbau Patrouillenboote Nr.31 bis Nr.33:

nach Umbau Patrouillenboote Nr.34 bis Nr.39:

  • 2 x 12-cm SK L/45 (2x1)
  • 6 x 25-mm Typ 96 Flak
  • 18 Wasserbomben
  • 1 Landungsboot

Die Momi-Klasse war eine Klasse von Zerstörern der Kaiserlich Japanischen Marine, die nach dem Ersten Weltkrieg gebaut wurden und teilweise noch im Zweiten Weltkrieg zum Einsatz kamen.

Technik[Bearbeiten]

Die Momi-Klasse war der erste japanische Zerstörertyp, der nicht nach britischen Vorlagen gebaut wurde. Das Design erinnerte stark an die größere Minekaze-Klasse, der Rumpf wurde von der Enoki-Klasse aus dem Ersten Weltkrieg übernommen.

Da die Hauptbewaffnung (12 cm Geschütze) in einer zentralen Linie und die Torpedorohre zwischen Vorschiff und Brücke aufgestellt wurden, verbesserte sich die Hochseefähigkeit dieser kleinen Zerstörer beträchtlich. Probleme mit der zu hohen Krängung während Wendungen bei hoher Geschwindigkeit wurden durch eine Verbreiterung des Bugs und Erhöhung der Wasserlinie gelöst. Die Geschwindigkeit von 36 kn und der geringe Tiefgang machte die Schiffe aber auch zu vorzüglichen Zerstörern in flachen Küstengewässern.

Die Zerstörer der Momi-Klasse waren die ersten Schiffe der japanischen Marine, die mit den neuen 53,3 cm Torpedorohren ausgerüstet wurden.

Ursprünglich waren die Zerstörer konzipiert worden, um in Gruppen von je zwei bis vier Einheiten auch offensive Aufgaben zu übernehmen. Aber schon Anfang der zwanziger Jahre stellte sich heraus, das dieser verhältnismäßig kleine und schwach bewaffnete Schiffstyp durch die immer schneller werdende Entwicklung neuer Zerstörertypen überholt war. Daher stellte die japanische Marine nach Fertigstellung der letzten Einheiten dieses Schiffstyp den Bau kleiner Zerstörer ein und stufte die Momi-Klasse als Zerstörer 2. Klasse ein. Entsprechend wurde die Momi-Klasse im Zweiten Weltkrieg hauptsächlich zur Sicherung von lokalen und küstennahen Konvois eingesetzt.

Liste der Schiffe[Bearbeiten]

Name Werft Kiellegung Stapellauf Indienststellung Verbleib
Momi Marinewerft Yokosuka, Japan 23. Dezember 1918 10. Juni 1919 27. Dezember 1919 Außerdienststellung 1932
Kaya Marinewerft Yokosuka, Japan 23. Dezember 1918 10. Juni 1919 28. März 1920 Außerdienststellung 1939 u. 1940 abgewrackt
Nire Marinewerft Kure, Japan 5. September 1919 22. Dezember 1919 31. März 1920
Nashi Kawasaki Schwermetall, Kobe 2. Dezember 1918 22. August 1919 25. Dezember 1919 Außerdienststellung 1939 u. 1940 abgewrackt
Take Kawasaki Schwermetall, Kobe 2. Dezember 1918 26. August 1919 25. Dezember 1919
Kaki Uraga Docks Co. Ltd., Tokio 27. Februar 1919 28. Oktober 1919 8. August 1920
Kuri Marinewerft Kure, Japan 5. Dezember 1919 19. März 1920 30. April 1920
Tsuga Ishikawajima Co., Tokio 5. März 1919 17. April 1920 20. Juli 1920
Fuji Fujinagata Zosensho, Osaka 2. Dezember 1919 27. November 1920 31. Mai 1921
Kiku Kawasaki Schwermetall, Kobe 20. Januar 1920 13. Oktober 1920 10. Dezember 1920
Hagi Uraga Docks Co. Ltd., Tokio 28. Februar 1920 29. Oktober 1920 20. April 1921
Susuki Ishikawajima Co., Tokio 3. Mai 1920 21. Februar 1921 5. Mai 1921
Ashi Kawasaki Schwermetall, Kobe 15. November 1920 3. September 1921 29. Oktober 1921
Tsuta Kawasaki Schwermetall, Kobe 16. Oktober 1920 9. Mai 1921 30. Juni 1921
Warabi Fujinagata Zosensho, Osaka 12. Oktober 1920 28. September 1921 19. Dezember 1921 am 24. August 1927 nach Kollision gesunken
Hasu Uraga Docks Co. Ltd., Tokio 2. März 1921 8. Dezember 1921 31. Juli 1922
Nr.37
ex-Hishi
Uraga Docks Co. Ltd., Tokio 10. November 1920 9. Mai 1921 3. März 1922 am 24. Januar 1942 nach Gefecht auf Grund gesetzt u. nach Bergung aus der Flottenliste gestrichen
Sumire Ishikawajima Co., Tokio 24. November 1920 14. Dezember 1921 30. März 1923
Nr.38
ex-Yomogi
Ishikawajima Co., Tokio 26. Februar 1921 14. März 1922 9. August 1922 am 25. November 1944 durch Torpedoangriff USS Atule gesunken
Tade Fujinagata Zosensho, Osaka 20. Dezember 1920 15. März 1922 31. Juli 1922

Die Zeit bis zum Zweiten Weltkrieg[Bearbeiten]

Die Warabi ging als erstes Schiff dieser Klasse verloren. Sie sank am 24. August 1927 nach einer Kollision mit dem japanischen Leichten Kreuzer Jintsu vor Maizuru. Der Zerstörer Momi wurde 1932 außer Dienst gestellt und die Maschinenanlage entfernt. Der Rumpf wurde zu Versuchszwecken nach Yokosuka gebracht.

Die anderen Zerstörer waren zu Beginn des Jahres 1932 zu je drei bis vier Einheiten auf verschiedene Zerstörerdivisionen in den Marinedistrikten Sasebo, Kure, Maizuru, Chinkei und Mako verteilt.

Nach dem Zwischenfall an der Marco-Polo-Brücke bei Peking, der zum zweiten japanisch-chinesischen Krieg führte, wurden die meisten Zerstörer der Momi-Klasse zur Unterstützung der japanischen Truppenlandungen und Kampfhandlungen in chinesische Gewässer beordert. Hasu, Kuri und Tsuga wurden dem Marinestützpunkt in Shanghai zugeordnet und eskortierten bis Dezember 1941 den Schiffsverkehr in den chinesischen Küstengewässern und im Jangtsekiang.

Die anderen Zerstörer kehrten bis 1939 nach Japan zu ihren dortigen Stützpunkten zurück, um sich anschließend umfassenden Modernisierungs- und Umbaumaßnahmen zu unterziehen. Bei Kaya und Nashi lohnte sich aufgrund ihres schlechten Gesamtzustands dieser Aufwand nicht, beide wurden 1939 außer Dienst gestellt und bis 1940 abgewrackt.

Alle noch vorhandenen Einheiten dieser Klasse, bis auf die in Shanghai stationierten Kasu, Kuri und Tsuga, wurden 1939 modernisiert. Neun wurden zu Patrouillenbooten und fünf zu Trainingsschiffen/Tendern umgebaut.

Umbau zu Patrouillenbooten[Bearbeiten]

Bis zum Abschluss der Umbaumaßnahmen am 1. April 1940 wurde ein Kessel der Maschinenanlage entfernt, das Heck zur Aufnahme eines Daihatsu-Landungsbootes (ca. 14 m lang, Ladekapazität 1 Panzer oder 70 Mann oder 10 Tonnen Material) modifiziert und Unterkünfte für 150 Mann Landungstruppen eingerichtet. Zusätzlich wurde die Bewaffnung den geänderten Bedürfnissen, speziell für die Abwehr von U-Boot- und Flugzeugangriffen, angepasst. Um die Stabilität zu verbessern, wurde die Wasserverdrängung durch zusätzlichen Ballast auf 935 Tonnen erhöht.

Quellen[Bearbeiten]

  • Athony J. Watts: Japanese Warships of World War II
  • Francis E. McMurtrie (Hrsg.): Jane’s Fighting Ships of World War II. ISBN 0-517-67963-9
  • J. Rohwer, G. Hummelchen: Chronology of the war at sea 1939–1945. Naval Institute Press, Annapolis, ISBN 1-55750-105-X