Mont Aiguille

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Mont Aiguille
Mont Aiguille (links) von Norden

Mont Aiguille (links) von Norden

Höhe 2087 m
Lage Frankreich
Gebirge Vercors, Dauphiné-Alpen
Koordinaten 44° 50′ 31″ N, 5° 33′ 9″ O44.8419444444445.55252087Koordinaten: 44° 50′ 31″ N, 5° 33′ 9″ O
Mont Aiguille (Frankreich)
Mont Aiguille
Gestein Riffkalk
Erstbesteigung 26. Juni 1492 durch Antoine de Ville
Normalweg Von Westen: PD, UIAA II-III, teilweise versichert
Mont Aiguille (rechts) von Südwesten

Mont Aiguille (rechts) von Südwesten

Mont Aiguille im Winter

Mont Aiguille im Winterbdep2

Der Mont Aiguille ist ein 2087 m hoher Berg in den französischen Alpen. Er ist besonders wegen seiner Erstbesteigung im Jahre 1492 bekannt.

Topographie[Bearbeiten]

Der Mont Aiguille liegt 58 km südlich von Grenoble im Gebirgsmassiv Vercors, einer Gebirgsgruppe am Rande der Dauphiné-Alpen in den Westalpen.

Der Berg ist durch seine auffällige tafelbergartige Form gekennzeichnet. Er weist ein schmales, flaches Gipfelplateau auf, das sich vom höchsten Punkt aus ungefähr 500 Meter in südwestlicher Richtung erstreckt und zwei weitere Nebengipfel mit 2071 m und 2024 m aufweist. Unterhalb dieses Plateaus fällt der Mont Aiguille nach allen Seiten hin mit 300 Meter hohen steilen Felswänden ab. Die Waldgrenze liegt bei etwa 1500 m.

Besteigungsgeschichte[Bearbeiten]

Durch seine steilen Wände galt der Mont Aiguille lange Zeit als unersteigbar und war auch unter dem Namen Mons Inaccessibilis bekannt. König Karl VIII. der Freundliche oder der Höfische, dem die bizarre Gestalt des Berges beschrieben wurde, befahl 1492 seinem Kammerherrn Antoine de Ville, eine Besteigung zu versuchen. Am 26. Juni 1492 erreichten de Ville und mehr als zehn weitere Expeditionsteilnehmer, darunter zwei Priester und ein Notar, mit Hilfe von Leitern und weiterer Bergsteigerausrüstung vom Pass Col de l'Aupet (1627 m) im Westen aus den Gipfel. Dort wurde eine Messe gelesen und der Berg offiziell in „Aiguille-Fort“ umbenannt, ein Name, der sich jedoch nicht durchsetzen konnte. Darüber hinaus wurden Gipfelkreuze und eine kleine Hütte errichtet. Die Expedition verbrachte sechs Tage auf dem Gipfel und ließ sich von unten vom einfachen Volk und Mitgliedern des eigens alarmierten Parlaments in Grenoble huldigen.[1]

Die Erstbesteigung gilt heute neben der Erstersteigung des Mont Ventoux durch Francesco Petrarca als eine Geburtsstunde des Alpinismus. Sie wurde von François Rabelais in Quart Livre beschrieben.

Erst im Jahr 1834 wurde der Mont Aiguille von dem Schafhirten Jean Liotard, einem Nachfahren eines der Erstbesteiger, zum zweiten Mal bestiegen.

1878 baute der Club Alpin Français den Weg der Erstersteiger teilweise zu einem Klettersteig aus, der bis heute als Normalweg zum Gipfel gilt. Mittlerweile gibt es am Berg auch mehrere schwierigere Kletterrouten und er wurde sogar bereits mit Skiern befahren.[2]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mont Aiguille – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Karl Gratzl: Mythos Berg. Lexikon der bedeutenden Berge aus Mythologie, Kulturgeschichte und Religion. Hollinek, Purkersdorf 2000, ISBN 3-85119-280-X, S. 244-245.
  2. http://www.bardoux.de/skiabf.htm