Moralische Aufrüstung

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Internationals Zentrum, Caux Palace, 2007

Die Moralische Aufrüstung (engl. Moral Re-Armament, Abk. MRA) war eine christlich geprägte Erweckungsbewegung mit Sitz im schweizerischen Caux. Sie ging aus der sogenannten Oxford-Gruppenbewegung hervor und wurde 1938 von dem US-amerikanischen Prediger Frank Buchman gegründet. Nach dem Zweiten Weltkrieg breitete sie sich in Westeuropa und später auch in anderen Teilen der Welt aus. Seit 2001 nennt sich die international tätige Bewegung Initiatives of Change.[1]

Geschichte und Entwicklung[Bearbeiten]

Die Ursprünge der MRA gehen auf die Oxforder Männerbewegung zurück, die sich 1921, nach Abschluss der Abrüstungskonferenz in Washington, um den lutherischen Pastor Buchman versammelt hatte. Die Oxforder nannten sich nach 1938 „Moralische Aufrüstung“ (der Begriff wurde 1938 von Buchman geprägt). Buchman gab folgende Ziele vor: Gott soll wieder in seine Führungsrolle als leitende Kraft im Leben der Völker eingesetzt werden, es soll für die Stärkung der Moral im Lande gearbeitet werden und ein gesundes nationales Leben aufgebaut werden. In seinem Buch Für eine neue Welt schreibt Buchman:

„Die Moralische Aufrüstung ist eine allumfassende Anstrengung, die Welt für Jesus Christus zu gewinnen. Dann werden die größten Wahrheiten des Evangeliums wieder mächtig und Jesus Christus wird König sein. Die Botschaft des Evangeliums in ihrer ungeschmälerten Ganzheit ist die einzige Hoffnung für eine Rettung der Welt. Gottes Möglichkeit ist eine Revolution im Zeichen des Kreuzes Christi, das die Welt umwandeln kann.“

Frank Buchman

1947 fand in Caux der erste „Kongress für Moralische Aufrüstung“ statt, an dem etwa 5000 Personen aus 52 Nationen teilnahmen. Demzufolge erhielt die Bewegung auch den Namen „Moralische Aufrüstung von Caux“ und errichtete in Caux sur Montreux ihr internationales Zentrum.

Kritik[Bearbeiten]

In einer Publikation des Deutschen Gewerkschaftsbunds wurde die MRA negativ beurteilt und als Sekte bezeichnet. Kritisiert wurde, dass die MRA sich aktiv um Einflussnahme auf die Arbeiterbewegung und die Gewerkschaften bemüht und dabei unlautere Mittel eingesetzt habe. Insgesamt wurde ihre Arbeit als Einmischung in gewerkschaftliche Angelegenheiten abgelehnt.[2]

Literatur[Bearbeiten]

  • Rudolf Fischer-Wollpert: Wissen Sie Bescheid? Lexikon religiöser und weltanschaulicher Fragen. Verlag Friedrich Pustet, Regensburg 1980, ISBN 3-7917-0738-8
  • Maike Majewski: Der Wandel der Moralischen Aufrüstung zwischen Oxfordgruppe und Sing-Out-Bewegung im Spiegel ihrer Filme. Magisterarbeit Hamburg 2005; (Volltext; PDF; 0,5 MB)
  • Maike Majewski: Umerziehung durch die Herrschaft Gottes. Die Erweckungsbewegung „Moralische Aufrüstung“ im Re-Education-Programm der Nachkriegszeit. Veröffentlicht als Heft 13 der „Hamburger Skripte“, hrsg. vom Rosa-Luxemburg-Bildungswerk Hamburg e. V., Hamburg 2006. (Volltext; PDF; 1,0 MB)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Initiatives of changes [1]
  2. Fritz Heine: Moralische Aufrüstung? In: Gewerkschaftliche Monatshefte, 6/1961, S. 347–353, online (PDF; 63 kB) verfügbar in der Digitalen Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung.