Morfou

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Dieser Artikel beschreibt die Stadt Morfou auf Zypern; für die gleichnamige türkische Stadt in Kappadokien siehe Güzelyurt (Kappadokien).
Agios Mamas in Morfou
Moschee in Morphou

Morfou oder Morphou, griechisch Μόρφου, türkisch Güzelyurt bzw. Omorfo, ist eine Stadt im Norden der Mittelmeerinsel Zypern.

Das Gebiet um Morfou ist Zyperns bedeutendstes Anbaugebiet für Zitrusfrüchte, deren Erträge einen beachtlichen Teil der Exporteinnahmen Nordzyperns ausmachen.

Einwohnerzahlen[Bearbeiten]

  • 1878: ca. 3000
  • 1985: 10.179
  • 1997: 13.000
  • 2006: 15.250[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Morfou wurde der Sage nach von Spartanern gegründet.

Um 1528 wurde Morfou von der Republik Venedig für 28.500 Dukaten an den Griechen Efgenios Singriticus verkauft. Es gehörte damals zu den 20 größten Dörfern Zyperns.[2] Der Rat der Zehn behielt sich jedoch das Recht eines Rückkaufs innerhalb von fünf Jahren vor. Dies wurde tatsächlich 1530 versucht, 1534 sogar unter Einsatz von Mitteln der Münze. Schließlich zahlte Efgenios 60.000 Dukaten, eine damals außerordentlich hohe Summe, um Morphou und Aradippou bei Larnaka zu behalten. Außerdem lieh er der Signoria 20.000 Dukaten für Jahresfrist.

In Morfou wurde im 19. Jahrhundert Krapp angebaut.[3]

Vor der türkischen Militäroffensive und dem Krieg im Jahre 1974 waren Morfou und Umland fast ausschließlich von griechischsprachigen Zyprern bewohnt, die das Gebiet verlassen mussten. Der Annan-Plan sah 2004 vor, Morfou und Umgebung dem neu zu entstehenden griechisch-zyprischen Teilstaat Zyperns zuzusprechen. Zu den Motiven, die auf griechisch-zyprischer Seite zur Ablehnung führten, gehörte die als zu gering erachtete Kompensation der Vertriebenen von 1974. Hinzu kam, dass nur 20 % der Vertriebenen in ihre Herkunftsorte in einem Zeitraum von 25 Jahren hätten zurückkehren dürfen. Dagegen wurde den Vertriebenen der türkischstämmigen Zyprer das Recht auf Rückkehr zuerkannt. Auch gab es Kritik an der begrenzten Freizügigkeit im wirtschaftlichen Bereich sowie die dauerhafte Präsenz von türkischen Armeeeinheiten.[4]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. Seite nicht mehr abrufbar, Suche im Webarchiv:[1] [2] Vorlage:Toter Link/bevoelkerungsstatistik.de[3]
  2. Benjamin Arbel, Greek Magnates in Venetian Cyprus: The Case of the Synglitico Family. Dumbarton Oaks Papers 49, 1995 (Symposium on Byzantium and the Italians, 13th-15th Centuries), 326
  3. J. Thomson, A journey through Cyprus in the autumn of 1878. Proceedings of the Royal Geographical Society and Monthly Record of Geography, New Monthly Series 1/2, 1879, 101
  4. http://www.hri.org/docs/annan/

35.232.983333333333Koordinaten: 35° 12′ N, 32° 59′ O