Mudhoney

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Mudhoney
Allgemeine Informationen
Genre(s) Garage Punk, Grunge
Gründung 1987
Gründungsmitglieder
Mark Arm
Gitarre
Steve Turner
Matt Lukin
Dan Peters
Aktuelle Besetzung
Gesang, Gitarre
Mark Arm
Gitarre
Steve Turner
Bass
Guy Maddison (seit 2001)
Schlagzeug
Dan Peters
Ehemalige Mitglieder
Bass
Matt Lukin (bis 1999)
Bass
Wayne Kramer (2000)
Bass
Steve Dukich (2001)

Mudhoney ist eine Grungeband aus Seattle. Der Name bezieht sich auf den gleichnamigen Film aus dem Jahr 1965 von Russ Meyer, den die Bandmitglieder zum Zeitpunkt der Bandgründung noch nicht gesehen hatten.

Bandgeschichte[Bearbeiten]

Mudhoney wurde an Halloween 1987 von den Freunden Mark Arm und Steve Turner gegründet, die u. a. bereits in den Bands Mr. Epp & The Calculations, Green River und dem Projekt The Thrown-Ups zusammen Musik gemacht hatten. Mark Arm hatte nach Steve Turner Green River verlassen, da sich unüberbrückbare musikalische und karrierebezogene Differenzen zu den anderen Bandmitgliedern aufgetan hatten. Diese gründeten daraufhin Mother Love Bone. Die Band wurde komplettiert durch den Bassisten Matt Lukin (Ex-Melvins) und Dan Peters, der als gefragter Schlagzeuger in zahlreichen Bands spielte, u. a. Bundle of Hiss und Feast.

1989 veröffentlichten Mudhoney bei Sub Pop das EP-Album Superfuzz Bigmuff, das den Sound definierte, der später als Grunge bezeichnet worden ist. Vor dem Erfolg von Nirvana waren Mudhoney das Flaggschiff von Sub Pop. Titel wie Touch Me I'm Sick, You Got It und If I Think wurden in Clubs und College-Radiostationen häufig gespielt. Aufgrund ihres teilweise verzerrten, punklastigen Sounds war Mudhoney kommerziell jedoch nie so erfolgreich wie Nirvana oder Pearl Jam. Ihr erstes Album Mudhoney erschien 1989, das zweite Album Every Good Boy Deserves Fudge 1991.

Aus Unzufriedenheit über Sub Pops Zahlungsschwierigkeiten und die Labelpolitik wechselten Mudhoney schließlich zum Major-Label Reprise Records. Das erste Album bei diesem Label war Piece of Cake. Nach den kommerziell erfolglosen Nachfolgern Five Dollar Bob's Mock Cooter Stew (einer EP, die verschiedenste Genres abhandelt), My Brother the Cow und Tomorrow Hit Today verlangte Reprise Demo-Aufnahmen für weitere LPs, um nicht weitere „Flops“ zu produzieren. 2001 trennte sich Reprise von Mudhoney.

Das Erscheinen der Retrospektive March to Fuzz (2000) und der Ausstieg Matt Lukins erweckten den Anschein, Mudhoney werde sich auflösen. Arm und Turner konzentrierten sich auf The Monkeywrench und tourten mit diesen, doch nachdem Guy Maddison als Bassist den musikmüden Matt Lukin ersetzt hatte, kehrte Mudhoney zu Sub Pop zurück und veröffentlichte 2002 Since We've Become Translucent. Dieses Album ist deutlich durch Mark Arms Vorliebe für Hawkwind und andere Psychedelic Rock-Bands geprägt.

Die Bandmitglieder sind mittlerweile verheiratet, haben teilweise Familien gegründet und betreiben die Musik als Hobby neben ihren Jobs zum Lebensunterhalt. Nach langer Pause haben sie 2006 Under a Billion Suns und 2007 Live Mud veröffentlicht.

Im Mai 2008 erschien das Album The Lucky Ones, auf dem Mark Arm zum ersten Mal nicht Gitarre spielt. Ebenfalls im Mai, zum 20-jährigen Jubiläum der Superfuzz Bigmuff-EP, erschien eine neue Deluxe-Version dieser EP, die zusätzlich im Sub Pop-Archiv neu entdeckte Live-Aufnahmen eines Konzert in Berlin 1988 enthält.

Einfluss[Bearbeiten]

Die Musik von Mudhoney ist stark von den so genannten Protopunk-Bands MC5 und The Stooges beeinflusst. Dies ist am deutlichsten bei 1995 (My Brother the Cow) hörbar, das sich musikalisch und inhaltlich in die Tradition der Stooges-Songs 1969 und 1970 stellt. MC5-Gitarrist Wayne Kramer hatte einen Gastauftritt auf dem 2002 veröffentlichten Album Since We've Become Translucent, wo er für den Track Inside Job den Part am Bass übernahm. Umgekehrt fungiert Mark Arm bei den US-Auftritten des DKT/MC5-Projekts als Sänger und hat als Gastsänger der Stoner Rock-Band Nebula I Need Somebody von den Stooges aufgenommen. Als weitere Einflüsse nennt Mark Arm in verschiedenen Interviews Can, Amon Düül und The Beatles.

Ihren Vorbildern huldigen Mudhoney gerne in Form von Coverversionen. Als Beispiele sind u.a. Fix Me von Black Flag, Magnolia Caboose Babyshit (im Original: Magnolia Caboose Babyfinger) von Blue Cheer, Over The Top von Motörhead oder Urban Guerrilla von Hawkwind zu nennen; den letztgenannten Song covern Mudhoney für eine John Peel-Session im Jahr 2002.[1][2]

Mudhoney beeinflussten viele Musiker wie beispielsweise Kurt Cobain. Mudhoney war die Band, die Hole auf eine Tour nach Europa mitnahm.

Diskografie (Alben)[Bearbeiten]

Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Alben
Every Good Boy Deserves Fudge
  UK 34 31.08.1991 (2 Wo.) [3]
Piece of Cake
  UK 39 17.10.1992 (2 Wo.) [4]
  US 189 31.10.1992 (1 Wo.) [5]
My Brother The Cow
  UK 70 08.04.1995 (1 Wo.) [6]
Singles
Let It Slide
  UK 60 17.08.1991 (1 Wo.) [7]
Suck You Dry
  UK 65 24.10.1992 (1 Wo.) [8]
  • 1989: Boiled Beef and Rotting Teeth (Tupelo)
  • 1989: Superfuzz Bigmuff (Sub Pop)
  • 1989: Mudhoney (Sub Pop)
  • 1991: Every Good Boy Deserves Fudge (Sub Pop/Sony)
  • 1992: Piece of Cake (Reprise)
  • 1993: Five Dollar Bob's Mock Cooter Stew (Reprise)
  • 1995: My Brother the Cow (Reprise)
  • 1998: Tomorrow Hit Today (Reprise)
  • 2000: March to Fuzz (Sub Pop)
  • 2000: Here Comes Sickness/The Best of the BBC Recordings (Strange Fruit)
  • 2002: Since we've Become Translucent (Sub Pop)
  • 2006: Under a Billion Suns (Sub Pop)
  • 2007: Live Mud - Live in Mexico City (Sub Pop)
  • 2008: The Lucky Ones (Sub Pop)
  • 2013: Vanishing Point (Sub Pop)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. BBC - Radio 1 - Keeping It Peel - 08/09/2002 Mudhoney
  2. The Runout Groove: MP3: Mudhoney Peel Session 2002
  3. Mudhoney - Every Good Boy Deserves Fudge bei chartstats.com (Zugriff am 14. September 2011)
  4. Mudhoney - Piece of Cake bei chartstats.com (Zugriff am 14. September 2011)
  5. Mudhoney: Chart History. In: billboard.com. Abgerufen am 20. August 2013 (englisch).
  6. Mudhoney - My Brother The Cow bei chartstats.com (Zugriff am 14. September 2011)
  7. Mudhoney - Let It Slide bei chartstats.com (Zugriff am 14. September 2011)
  8. Mudhoney - Suck You Dry bei chartstats.com (Zugriff am 14. September 2011)

Literatur[Bearbeiten]

  • Michael Azerrad: Our Band Could Be Your Life: Scenes from the American Indie Underground, 1981-1991 Back Bay Books, Reprint 2002, ISBN 0-31678-753-1

Weblinks[Bearbeiten]