Mundtrockenheit

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Klassifikation nach ICD-10
K11.7 Störungen der Speichelsekretion
- Xerostomie
R68.2 Mundtrockenheit, nicht näher bezeichnet
ICD-10 online (WHO-Version 2013)

Mundtrockenheit oder Xerostomie (Kunstwort nach griechisch ξηρός „ausgedörrt, trocken“ und στόμα „Mund“, wohl über englisch xerostomia) bezeichnet die Trockenheit der Mundhöhle, die verschiedene Ursachen haben kann.

Ursachen[Bearbeiten]

Mundtrockenheit ist eine häufige Nebenwirkung von Arzneimitteln wie Anticholinergika, Atropin bzw. Hyoscyamin, Diuretika oder Psychopharmaka. Ursachen können auch Erkrankungen wie die Sialadenitis, das Sjögren-Syndrom, das Sicca-Syndrom oder das Heerfordt-Syndrom sein. Außerdem können die Entfernung von Speicheldrüsen, eine Strahlentherapie, fieberhafte Allgemeinerkrankungen, die Einnahme von Tetrahydrocannabinol oder chronischer Stress mit gesteigertem Sympathikotonus zu Mundtrockenheit führen. Eine weitere Ursache von Mundtrockenheit kann eine vermehrte Mundatmung sein. Der bei Mundtrockenheit entstehende hochvisköse Speichel kann Entzündungen in den Ausführungsgängen der Speicheldrüsen hervorrufen, besonders betroffen ist hierbei die Unterzungenspeicheldrüse (Glandula sublingualis).

Folgen[Bearbeiten]

Die direkten (unangenehmen) Folgen sind die Trockenheit der Mundschleimhäute und Schluckbeschwerden. Damit ergeben sich Probleme beim Sprechen und beim Verzehr trockener Nahrung. Auch das Einschlafen kann erschwert sein.

Chronisch Betroffene leiden meist hinsichtlich ihrer Zahngesundheit. Häufige Folge ist Karies in Abwesenheit der schützenden Begleitstoffe des normalen Speichelflusses.[1][2] Der normale Mundspeichel enthält eine Reihe antimikrobiell wirksamer Bestandteile, u. a. Immunglobulin A (Antikörper), Lysozym (Enzym), Lactoferrin und Histatin (Protein).

Therapie[Bearbeiten]

Eine systemische Therapie ist nicht bekannt. Symptomatische Therapie erfolgt durch Speichelersatzprodukte (benetzendes Gel, Aerosol, Mundwasser, Kaumittel).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Krebsinformation zur Mund- und Zahnpflege des dkfz
  2. Patienteninformation der Bundesärztekammer (PDF; 95 kB)
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