Mundwasser

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Fertiges Mundwasser dosiert in der zugehörigen Verschlusskappe

Ein Mundwasser (auch als Mundspülung bezeichnet) ist eine antiseptisch wirkende Flüssigkeit, die der Prophylaxe im Mundraum dient.

Geschichte[Bearbeiten]

Zur Vorgeschichte siehe Geschichte der Zahnpflege.

Erstmals wurde das Mundwasser 1892 von Karl August Lingner in Dresden entwickelt, kurze Zeit nachdem bakterielle Keime als Auslöser für Zahnerkrankungen erkannt wurden. Sein Mundwasser wurde unter dem Markennamen Odol vertrieben, unter dem es auch heute noch erhältlich ist. Mit seinen modernen Verkaufsstrategien war Lingner dabei so erfolgreich, dass sein Produkt lange Zeit nahezu konkurrenzlos den Markt beherrschte.

Zusammensetzung[Bearbeiten]

Die Zusammensetzung der Mundwässer ist recht unterschiedlich. Inhaltsstoffe sind etwa Propandiol, Ethanol, Wasser, Aromastoffe, ätherische Öle, Salicylsäurephenylester, Sorbitanester, Natrium-Saccharin, Aloe vera, Minze, Salbei oder Kamille. Manche medizinische Mundwässer enthalten Chlorhexidin oder Cetylpyridiniumchlorid zur Parodontitis- und Gingivitisprophylaxe/-behandlung. Oft sind Fluoride zur Härtung des Zahnschmelzes enthalten.[1]

Viele Mundwässer enthalten Alkohol zur Desinfektion und Konservierung, bzw. als „Lösungsvermittler“, um die ebenfalls enthaltenen ätherischen Öle mit Wasser zu einer Lösung zu verbinden. Der Alkoholgehalt beträgt bis zu 30 %.[2]

Anwendung[Bearbeiten]

Mit konzentrierten Mundwässern erzeugt der Verbraucher selbst eine Lösung, indem nach Herstellerangaben das Konzentrat mit Wasser vermischt wird. Bei unverdünnten Mundwässern dient die Kappe der Flasche als Dosierungsgefäß. Mit dem Mundwasser wird der Mund- und Rachenraum kräftig durchgespült. Dadurch werden auch Bereiche in der Mundhöhle erreicht, die für die Zahnbürste nicht zugänglich sind. Alternativ kann dies auch in Form eines Sprays geschehen. Auf den Verpackungen der meisten Produkte findet sich ein Hinweis, der von einem Herunterschlucken des Mundwassers abrät.

Gesetzlicher Rahmen[Bearbeiten]

Gemäß einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs werden Mundwasser als Medikamente behandelt und müssen nach den entsprechenden pharmazeutischen Standards hergestellt werden.[3]

Literatur[Bearbeiten]

 S. Zimmer, B. Stephan, C. Kolbe, G. Kaiser, T. Krage, M. Ommerborn, C. Barthel: Klinische Effektivität von Zahnseide im Vergleich zu antimikrobiellen Spüllösungen. In: Oralprophylaxe & Kinderzahnheilkunde. 29, Nr. 2, 2007, ISSN 1614-2217, S. 54–59 (http://www.zahnheilkunde.de/beitragpdf/pdf_5017.pdf).

Weblinks[Bearbeiten]

Belege[Bearbeiten]

  1. Umbach: Kosmetik und Hygiene. 3. Auflage. Wiley-VCH Verlag, Weinheim 2004, S. 197 ff, ISBN 3-527-30996-9.
  2. www.clean-teeth.ch
  3. http://lexetius.com/2012,3758.