Munt la Schera

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Munt la Schera
Munt la Schera im Schweizerischen Nationalpark

Munt la Schera im Schweizerischen Nationalpark

Höhe 2'586,7 m ü. M.
Lage Graubünden, Schweiz
Gebirge Livigno-Alpen; nach der Alpenvereinseinteilung der Ostalpen: Ortleralpen
Koordinaten 812273 / 16991146.64666666666710.2119444444442586.7Koordinaten: 46° 38′ 48″ N, 10° 12′ 43″ O; CH1903: 812273 / 169911
Munt la Schera (Graubünden)
Munt la Schera

Der Munt la Schera (2'586,7 m ü. M.) ist ein Berg im Schweizer Kanton Graubünden.

Der Berg liegt im Schweizerischen Nationalpark; nördlich am Fuss des Munt la Schera verläuft die Ofenpassstrasse, im Süden liegt der Lago di Livigno, der sich mehrheitlich auf italienischem Staatsgebiet befindet, und die Staumauer Punt dal Gall, wo der Livigno-Stausee in die Spölschlucht, in die Schweiz, entwässert.

Munt-la-Schera-Tunnel[Bearbeiten]

Für den Bau der Staumauer Punt dal Gall, die 1968 fertiggestellt wurde, wurde von der Schweizer Seite aus ein Tunnel unter dem Munt la Schera erstellt. Dieser diente für den Transport von Baumaterial für die 130 Meter hohe Bogenstaumauer. Nachdem die Mauer fertiggestellt und der See geflutet wurde, wurde der Tunnel mit Einschränkung auch für den allgemeinen Verkehr geöffnet. Eigentümer des Tunnels sind die Engadiner Kraftwerke.[1]

Munt-la-Schera-Tunnel Nordportal mit Schweizer Zollstation

Der Tunnel ist 3385 m lang und beginnt am Punt la Drossa im Tal der Ova dal Fuorn (Nordportal46.65527777777810.1905555555561711: 1'711 m ü. M.), an der ganzjährig offenen Ofenpassstrasse, und verläuft östlich der Spölschlucht in praktisch gerader Linie nach Süden an das Nordufer des Lago di Livigno (Südportal46.62527777777810.2011111111111809: 1'809 m ü. M.). Von dort aus verläuft die Strasse – ständig am Ufer des Stausees entlang – nach Westen über den Punt dal Gall und danach nach Süden nach Livigno. Die schweizerische Zollstation befindet sich am nördlichen Tunnelportal, der italienische Zoll am Westende der Staumauer, über die die Staatsgrenze verläuft.

Der Tunnel ist nur einspurig befahrbar, der Richtungswechsel erfolgt üblicherweise alle 15 Minuten. Zugelassen sind Fahrzeuge mit einer Maximalhöhe von 3,6 Metern und einer Maximalbreite von 2,5 Metern. Die Benutzung ist gebührenpflichtig, die Maut wird am Südportal entrichtet. Seit dem 1. Januar 2010 ist die Strecke durchgehend geöffnet, zuvor war der Tunnel nachts geschlossen. Da Mitte 2008 das Befahren des Tunnels mit Fahrrädern amtlich verboten wurde, verkehrt von Mitte Juni bis Mitte September, täglich zwischen 10:00 Uhr und 15:00 Uhr, etwa halbstündlich ein kostenpflichtiger Shuttlebus für Radfahrer. Aufgrund steigenden touristischen Verkehrs kommt es im Winter zunehmend zu Staus auf der Ofenpassstrasse, wodurch die Zufahrt zum Münstertal blockiert wird.[2]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Tunnel Livigno. Engadiner Kraftwerke. Abgerufen am 12. Oktober 2011.
  2. Bündnerland droht Italien mit Tunnelsperrung. In: Tages-Anzeiger. 11. Oktober 2011. Abgerufen am 12. Oktober 2011.