Zernez

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Zernez
Wappen von Zernez
Basisdaten
Staat: Schweiz
Kanton: Graubünden (GR)
Bezirk: Innw
Kreis: Sur Tasna
BFS-Nr.: 3746i1f3f4
Postleitzahl: 7530
Koordinaten: 803507 / 17553946.69999810.0999971474Koordinaten: 46° 42′ 0″ N, 10° 6′ 0″ O; CH1903: 803507 / 175539
Höhe: 1'474 m ü. M.
Fläche: 203.85 km²
Einwohner: 1150 (31. Dezember 2012)[1]
Einwohnerdichte: 6 Einw. pro km²
Website: www.zernez.ch
Zernez

Zernez

Karte
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Zernez ( [tsərˈnɛts]?/i) ist eine politische Gemeinde des Kreises Sur Tasna, Bezirk Inn des Kantons Graubünden in der Schweiz.

Zum 1. Januar 2015 fusioniert die Gemeinde mit Lavin und Susch. Die neue Gemeinde wird den Namen Zernez tragen.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: In Silber (Weiss) ein aufrechter, rot bewehrter schwarzer Bär, eine bewurzelte grüne Tanne tragend

Das Wappen erinnert an die vielen Bärengeschichten aus den Wäldern der Gemeinde. Gleichzeitig verweist es auch auf die Familie Planta, die für die Gemeinde von großer Bedeutung war und eine Bärentatze im Wappen führte.

Geographie[Bearbeiten]

Zernez befindet sich im weiten Talboden des Engadin am Zusammenfluss von Inn und Spöl. Zernez hat 1033 mehrheitlich rätoromanische Einwohner und liegt auf einer Höhe von 1'474 m. Der Ort ist wichtigster Ausgangspunkt für Wanderungen in den Schweizerischen Nationalpark. Ein beliebtes Ziel ist die Wanderhütte Chamanna Cluozza. Zu Zernez gehören die Fraktion Brail und der Weiler Carolina.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Sprachen[Bearbeiten]

Trotz einem Sprachwechsel einer kleinen Minderheit vom Romanischen zum Deutschen im 19. Jahrhundert blieb der Grossteil der Einwohner der angestammten Sprache in Form des Idioms Vallader treu. 1880 gaben 84 %, 1900 79 % und 1941 78 % der Bürger Romanisch als Muttersprache an. In der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg ist der Anteil des Romanischen zwar weiter zurückgegangen, doch ist dieses nach wie vor Mehrheitssprache. 1990 gaben 81 % und im Jahr 2000 80 % Romanischkenntnisse an. Die Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte zeigt folgende Tabelle:

Sprachen in Zernez
Sprachen Volkszählung 1980 Volkszählung 1990 Volkszählung 2000
Anzahl Anteil Anzahl Anteil Anzahl Anteil
Deutsch 207 22,50 % 243 27,96 % 300 31,28 %
Rätoromanisch 645 70,11 % 571 65,71 % 586 61,11 %
Italienisch 56 6,09 % 41 4,72 % 42 4,38 %
Einwohner 920 100 % 869 100 % 959 100 %

Religionen und Konfessionen[Bearbeiten]

In Zernez fand die Reformation im Jahr 1553 statt.

Herkunft und Nationalität[Bearbeiten]

Von den Ende 2005 1044 Bewohnern waren 922 (= 88 %) Schweizer Staatsangehörige.

Geschichte[Bearbeiten]

Zernez 1925 Richtung Süden, Aufnahme von Walter Mittelholzer

Zernez wurde 1161 erstmals urkundlich als Sarnetz[2] erwähnt.

Nach einem Grossbrand am 5. September 1872, der von 157 Häusern nur 40 unbeschädigt übrigliess, wurde ein Teil der Ortschaft im städtischen Stil und mit für das Engadin sonst untypischen Flachdächern wieder aufgebaut.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Unweit nördlich von Zernez liegt das sehenswerte, aus dem 17. und 18. Jahrhundert stammende Schloss Wildenberg. Im Ortsteil Runatsch steht eine frühbarocke Pfarrkirche von 1609 mit reichen Stuckverzierungen.

Kultur[Bearbeiten]

In der Tradition der Übernamen der Engadiner Dörfer heissen die Zernezer ils magliachognas (deutsch «die Hundefresser»).

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Marcus Tatius «Tatius Alpinus» (um 1509–1562), Humanist, Übersetzer und Poet
  • In Zernez lebt und arbeitet der Zeichner, Maler, Bildhauer und Theaterregisseur Jacques Guidon, Gewinner des Bündner Kulturpreises 2006.

Literatur[Bearbeiten]

  • Luzi Dosch: Zernez (= Schweizerische Kunstführer. Nr. 590, Ser. 59). GSK, Bern 1996, ISBN 3-85782-590-1.
  • Peter W. Roth: Der lange Weg zur achtgrössten Gemeinde. Zernez ist bereits 850 Jahre alt. In: Engadiner Post vom 3. März 2011, S. 5.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Zernez – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. Der lange Weg ... (siehe Literatur)
  3. Kapelle St. Sebastian
  4. Chasa Bezzola
  5. Bahnhistorisches Ensemble am Bahnhof
  6. Ausweichstelle der RhB
  7. Morenturm