Musikhochschule Lübeck

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Musikhochschule Lübeck
Gründung 1973
Trägerschaft staatlich
Ort Lübeck
Bundesland Schleswig-Holstein
Staat Deutschland
Präsident Rico Gubler
Studenten 369 (WS 2012/13)[1]
Website http://www.mh-luebeck.de/

Die Musikhochschule Lübeck (MHL) ist die einzige Musikhochschule des Landes Schleswig-Holstein. Es gibt zwei Studiengänge: „Musik vermitteln“ und „Musikpraxis“, die zu den Berufen Solist, Kammermusiker, Orchestermusiker, Sänger, Komponist, Kirchenmusiker, freier Musikpädagoge oder Musiklehrer am Gymnasium führen können. In den Fächern Musikwissenschaft, Musiktheorie und Musikpädagogik bietet die MHL eine Promotionsmöglichkeit an. Mit dem Brahms-Institut ist der Hochschule ein musikwissenschaftliches Institut angegliedert. [2] Untergebracht ist die MHL in 22 denkmalgeschützten Bürgerhäusern, die zum UNESCO-Weltkulturerbe zählen.

Entstehung und Geschichte[Bearbeiten]

Eine institutionalisierte Ausbildung zum Solisten, Orchestermusiker und Musikpädagogen gibt es in Lübeck seit 1911. Die heutige Musikhochschule geht auf eine Gründung der Klavierlehrerin Marie Luise Kaibel als privates Konservatorium zurück.

  • 1911–1932: Lübecker Konservatorium der Musik und Vorschule
  • 1923–1933: Lübische Singschule
  • 1933–1937: Lübecker Staatskonservatorium und Hochschule für Musik
  • 1938–1950: Landesmusikschule Schleswig-Holstein in Lübeck
  • 1950–1969: Schleswig-Holsteinische Musikakademie und Norddeutsche Orgelschule
  • 1969–1973: Staatliche Fachhochschule für Musik in Lübeck
  • Seit 1973: Musikhochschule Lübeck

Gebäude[Bearbeiten]

Gebäude der Musikhochschule
in der Großen Petergrube.
Aufnahme 2007.

Die ab 1974 für die Hochschule restaurierten denkmalgeschützten Gebäude befinden sich in einem Ensemble von 22 Bürgerhäusern unterhalb der St. Petrikirche an der Obertrave und werden von der UNESCO zum Weltkulturerbe gezählt. In der Großen Petersgrube sind das die von dem Architekten Joseph Christian Lillie für den Lübecker Kaufmann Johann Daniel Jacobj geschaffenen drei klassizistischen Fassaden mit den Hausnummern 17 und 19, gefolgt von der Rokokofassade der Nummer 21. Außerdem gehört die Fassade der Nr. als Beispiel des frühen Rokoko von 1730 mit glasierten Ziegeln dazu. Die Häuser Nummer 27 und 29 zur Straße An der Obertrave sind Beispiele des Klassizismus.

Das Lübecker Brahms-Institut befindet sich in der klassizistischen Eschenburg-Villa, erbaut von dem dänischen Baumeister Christian Frederik Hansen, vor dem Burgtor.

Im Jahr 2007 wurde die Musikhochschule durch die denkmalgeschützte Holstentorhalle neben dem Holstentor und den Salzspeichern auf der anderen Seite der Trave räumlich erweitert. In ihr befinden sich Übungsräume, ein Musikstudio und Hörsäle.

Lehrkörper[Bearbeiten]

An der MHL unterrichten rund 170 Dozenten, darunter 30 Professoren. Viele von ihnen sind als Solisten, Kammermusiker und Pädagogen weltweit tätig. Darunter auch die Klarinettistin Sabine Meyer.[3]

Am 30. Oktober 2013 hat der Senat der Musikhochschule Lübeck Rico Gubler zum neuen Präsidenten als Nachfolger von Inge-Susann Römhild, seit 1994 Leiterin der Musikhochschule Lübeck, gewählt. [4]

Konzerte und Projekte[Bearbeiten]

Bestandteil des Studienplans ist die Bühnenpraxis. In den hauseigenen Sälen finden im Semester jeden Tag Konzerte mit Studierenden und Dozenten für ein öffentliches Publikum statt. Präsentiert wird nicht nur klassische Musik, sondern auch Neue Musik, Rock/Pop, Jazz und Musik anderer Kulturkreise. Im Rahmen dieser Konzerte findet ein Brahms-Festival statt, bei dem ausgewählte Studierende mit Dozenten gemeinsam konzertieren. Das Hochschulorchester spielt jährlich unter Leitung von Gastdirigenten. Der internationale Buxtehude-Orgelwettbewerb knüpft an Lübecks lange kirchenmusikalische Tradition an.

Außerdem gibt es ein Kooperationsprojekt Orchesterstudio und Opernelitestudio zusammen mit dem Theater Lübeck eine Zusammenarbeit gibt es auch mit anderen Theatern. Die Musikhochschule Lübeck ist auch Spielstätte für die Meisterkurse im Rahmen des Schleswig-Holstein Musik Festivals. Darüber hinaus beteiligte sich die Hochschule an den Überlegungen zu einem Neubau der 1942 zerstörten Schnitger-Orgel im Lübecker Dom.[5]

Netzwerke[Bearbeiten]

  • Die Musikhochschule ist Mitglied in der Rektorenkonferenz der 24 deutschen Musikhochschulen
  • Sie ist Mitglied der Association of Baltic Academies of Music, in der die Hochschulen der Ostseeanrainerstaaten kooperieren
  • Mitglied im Dachverband Association Europeénne des Conservatoires, Academies de Musique et Musikhochschulen, zu dem 186 europäische Musikhochschulen und ihre angegliederten Einrichtungen in Amerika, Asien und Australien gehören.
  • Die MHL arbeitet in einem Kompetenznetzwerk der Musikhochschulen für Qualitätsmanagement und Lehrentwicklung, gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung, mit

Literatur[Bearbeiten]

  • Ilsabe von Bülow: Joseph Christian Lillie (1760-1827). Berlin 2008 S. 47 ff., 54 ff. und 116 ff. ISBN 978-3-422-06610-6 (zum Hochschulgebäude)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt: Studierendenzahlen Studierende und Studienanfänger/-innen nach Hochschularten, Ländern und Hochschulen, WS 2012/13, S. 66-113 (abgerufen am 3. November 2013)
  2. Internetseite des Brahms-Instituts
  3. Sabine Meyer erhält Bundesverdienstkreuz
  4. Senat wählt neuen Präsidenten der MHL
  5. epd.de: Lübecker Dom soll eine neue Barock-Orgel bekommen, gesehen 6. Dezember 2012.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Musikhochschule Lübeck – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

53.86472510.681422222222Koordinaten: 53° 51′ 53″ N, 10° 40′ 53″ O