Mustache Pete

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Als Mustache Pete wurden Mitglieder der originären sizilianischen Mafia bezeichnet, die Anfang der 1900er Jahre nach New York City kamen.

Mustache (französisch moustache) heißt Oberlippenbart. Im ländlichen Sizilien waren diese Bärte um jene Zeit weit verbreitet. Viele italienische Einwanderer waren stark mit der alten Heimat verbunden und verdienten ihr Einkommen durch Import-Geschäfte italienischer Spezialitäten. Der Begriff Mustache Pete kam damals für Mafia-Angehörige auf – ob diese einen Schnauzer trugen oder nicht.

Das jeweilige Monopol ihrer Importtätigkeiten wurde häufig bereits mit klassischen mafiösen Taktiken wie Einschüchterung, Sabotage, körperliche Gewalt, etc. durchgesetzt. Im Gegensatz zu den jüngeren Italo-Amerikanern kultivierten die Mustache Petes ihre sizilianischen Wurzeln und standen insbesondere dem illegalen Drogenhandel mit Opiaten eher ablehnend gegenüber.

Insbesondere Joe „The Boss“ Masseria stand dabei einer Neuordnung der Cosa Nostra in New York City im Wege, und im Krieg von Castellammare wurde viele der Mustache Petes, die auf unterschiedlichen Seiten standen, getötet oder anderweitig „kaltgestellt“.

So ordnete Joe Masseria die Ermordung von Salvatore D’Aquila an. Beide waren Einwanderer aus Sizilien gewesen, und beide waren die Gründungsväter sich etablierender Mafiafamilien in New York, die später als Bonanno, Colombo, Gambino, Genovese und Lucchese klassifiziert wurden.

Diese Auseinandersetzung war sozusagen durch einen zuspätgekommenen „Mustache Pete“ ausgelöst worden; Salvatore Maranzano verließ erst Ende der 1920er Jahre Sizilien, um im Auftrag von Don Vito Cascio Ferro, der selbst von 1901 bis 1909 in New York war, dessen Einfluss dort durchzusetzen, und wollte sich selbst zum „Capo di tutti i capi“ (Boss aller Bosse) machen. Zwar gelang ihm noch die Ermordung von Joe Masseria, womit der „Krieg von Castellammare“ praktisch beendet war, aber seine weitreichenden Ambitionen führten auch zu seiner eigenen Ermordung.

Beispiele[Bearbeiten]

Folgende Personen können als „Mustache Pete“ gelten:

Literatur[Bearbeiten]

  • Selwyn Raab: Five Families: The Rise, Decline, and Resurgence of America’s Most Powerful Mafia Empires. New York: St. Martin’s Press, 2005. ISBN 0-312-30094-8