Namık Kemal

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Namık Kemal

Namık Kemal, eigentlich Mehmed Kemal (* 21. Dezember 1840, Tekirdağ; † 2. Dezember 1888 in Chios), war ein türkischer Dichter und Schriftsteller, der bekannt für seinen großen Einfluss auf die jungtürkische Bewegung und den türkischen Patriotismus und Liberalismus war.[1]

Kemal, der einer aristokratischen Familie angehörte, bekam als Kind Privatunterricht, bei dem er Arabisch, Persisch und Französisch lernte. Seine Sprachenbildung bescherte ihm zwischen 1857 und 1858 die Stelle eines Dolmetschers der osmanischen Regierung.

Seine Gedichte waren zuerst im klassisch-osmanischen Stil verfasst. Später dann ließ er sich von Şinasi beeinflussen, der von westlichen Ideen und der westlichen Lebensweise begeistert war. Nachdem Şinasi 1865 ins Ausland fliehen musste, übernahm Kemal seine Aufgabe als Herausgeber der Zeitung Tasvir-i Efkâr. Bald mussten auch Kemal und die Mitautoren der Tasvir-i Efkâr wegen ihren politischen Überzeugungen in den Westen fliehen. Dort widmete er sich dem Studium und der Übersetzung der Werke von Autoren wie Victor Hugo, Jean-Jacques Rousseau und Charles-Louis Montesquieu ins Türkische. Zeitweise gab er auch die Zeitung „Hürriyet“ heraus. Nachdem er und seine Freunde aus dem Exil zurückkommen durften, gab er die Zeitung „İbret“ heraus und schrieb Beiträge für die 1870 von Teodor Kasap gegründete Satire-Zeitschrift Diyojen („Diogenes“).

Um diese Zeit schrieb er sein berühmtes Theaterstück, das die Belagerung Silistras zum Thema hatte und auch danach benannt wurde. Ein weiterer Name für das Stück ist „Vaterland“. Da das Stück von den Ideen des Patriotismus und der Liberalität geprägt war, wurde es 1873 genau so wie alle Satirezeitschriften verboten. Wie viele andere Schriftsteller und Journalisten wurde Kemal daraufhin verhaftet und in Zypern inhaftiert. 1876 wurde er dann freigelassen und rehabilitiert. 1888 wurde er zum Gouverneur von Chios ernannt.[1]

Kemal war den Angaben der Großloge der Freien und Angenommenen Maurer der Türkei zufolge ein Freimaurer.[2]

Literatur[Bearbeiten]

  • Nermin Menemencioğlu; Namık Kemal Abroad: A Centenary; in: Middle Eastern Studies, Vol. 4, No. 1 (Oct., 1967), S 29-49
  • Vaterland oder Silistria!: Ein Theaterstück in vier Akten, Manzara Verlag, Darmstadt 2010 ISBN 978-3-939795-04-9
  • Ischtiraki (Friedrich Schrader): Das geistige Leben in der Türkei und das jetzige Regime, In: Die neue Zeit : Revue des geistigen und öffentlichen Lebens. - 18.1899-1900, 2. Bd.(1900), H. 45, S. 548 - 555 Online Artikel bei der FES Bonn, dort S. 550 ff.

Weblinks[Bearbeiten]

Quellen und Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. a b Enzyklopädie Britanica: Biografische Angaben zu Namik Kemal (englisch)
  2. Großloge der Freien und Angenommenen Maurer der Türkei: Berühmte Türkische Freimaurer (türkisch)