Belagerung von Silistra

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Belagerung Silistra
Teil von: Krimkrieg
28-cm-Kanone der Festung
28-cm-Kanone der Festung
Datum März 1854 bis 24. Juni 1854
Ort Silistra
Ausgang osmanischer Sieg
Konfliktparteien
Osmanisches Reich 1844Osmanisches Reich Osmanisches Reich Russisches Kaiserreich 1721Russisches Kaiserreich Russland
Befehlshaber
Osmanisches Reich 1844Osmanisches Reich Musa Hulusi Pasha
Osmanisches Reich 1844Osmanisches Reich Omar Pascha
Russisches Kaiserreich 1721Russisches Kaiserreich Iwan Paskewitsch
Russisches Kaiserreich 1721Russisches Kaiserreich Michail Gortschakow
Truppenstärke
12.000 80.000
Verluste
28 Tote,
74 Verwundete
419 Tote,
1783 Verwundete
Ruinen der Festung

Die Belagerung von Silistra war Teil des Krimkrieges. Die zahlenmäßig weit überlegenene russische Armee musste die anfangs erfolgreiche Belagerung der Festung Silistra nach mehreren Wochen abbrechen und sich zurückziehen.

Vorgeschichte[Bearbeiten]

Nach der Niederlage in der Schlacht von Oltenița und der Waffenruhe im Winter 1853/54, begannen die Russen im Frühling 1854 mit einer erneuten Offensive auf das osmanische Territorium im heutigen Rumänien. Etwa 45.000 Mann überschritten die Grenze nach Bessarabien und konnten einige befestige Stellungen in der Dobrudscha einnehmen. Anfang April überquerten russische Truppen den antiken Trajanswall 30 km östlich von Silistra, Michail Dmitrijewitsch Gortschakow hatte zu diesem Zeitpunkt schon mit der Belagerung der Stadt begonnen.

Die Festung Silistra, von den Osmanen als Medzhidi Tabiya nach ihrem Sultan und Erbauer Abdülmecid benannt, war infolge des Krimkrieges stark ausgebaut worden. So wurde das Fort 1854 vor der Belagerung mit einer neuen Zitadelle und zehn außerhalb gelegenen Forts verstärkt. Der Befehlshaber Musa Hulusi Pasha verfügte über 12.000 Mann, die auf die verschiedenen Forts der auf der rechten Donauseite gelegenen, 2½ km langen Verteidigungsanlage verteilt waren.

Die Belagerung[Bearbeiten]

Am 5. April erreichten die ersten russischen Einheiten die linke Donauseite vor der Stadt und begannen mit dem Bau von Schanzen. Am 22. April traf der russische Oberbefehlshaber Iwan Fjodorowitsch Paskewitsch mit dem Gros seiner Armee an den vorbereiteten Stellungen ein. Weitere Verstärkungen erreichten am 10. Mai die Belagerungsarmee, die nun mit dem Beschuss der Festung begann. Am 28. Mai wurde nach tagelangem Artilleriebeschuss ein erster russischer Angriff auf eine Schlüsselstellung, dem Fort Arab Tabia, unter schweren Verlusten auf beiden Seiten zurückgeschlagen.

Nach dieser ersten Niederlage der Russen begannen beide Seiten mit Artillerieduellen. Dabei wurde Paskewitsch verwundet und durch Gortschakow als Befehlshaber abgelöst. Omar Pascha konnte am 10. Juni eine Ersatzarmee heranführen. Ein erneuter Angriff auf das Fort Arab Tabia, welcher den Sturm auf die Zitadelle der Festung ermöglichen sollte, war schließlich am 20. Juni erfolgreich. Dieser erfolgversprechende Angriff wurde jedoch kurz vor einem greifbaren Sieg auf Befehls Paskewitsch abgebrochen und Gorschakow musste seine Truppen in die Ausgangsstellungen zurückziehen. Paskewitsch brach die Belagerung nach 55 Tagen ab, um eine bessere Ausgangsposition gegen die herannahenden alliierten Verstärkungen aus Warna zu haben. Am 24. Juni verließen die letzten russischen Einheiten die Stellungen vor der Stadt.

Folgen[Bearbeiten]

Der osmanische Sieg wurde wesentlich durch die Unterstützung englischer, französischer und deutscher Militärberater ermöglicht. Durch die Niederlage des russischen Heeres wurde außerdem ein Durchbruch an dieser strategischen wichtigen Stelle und ein möglicher Angriff auf die osmanische Hauptstadt Istanbul verhindert.

Literatur[Bearbeiten]

  • Silistria. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Band 14, Bibliographisches Institut, Leipzig 1885–1892, S. 976.
  • Briefe aus dem Hauptquartier oder die Wahrheit über den Krieg in der Krimm. Band I, S. 45.

Weblinks[Bearbeiten]