Narsaq

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Narsaq (Die Ebene)
Kommune Kommune Kujalleq
Geographische Lage 60° 54′ 44″ N, 46° 2′ 49″ W60.912222222222-46.0469444444440Koordinaten: 60° 54′ 44″ N, 46° 2′ 49″ W
Narsaq (Grönland)
Narsaq
Höhe m
Einwohner 1.514 (1.1.2014)
Zeitzone UTC-3
Website narsaq.gl
Gemeinde / Provinz (bis 2008)

Narsaq / Kitaa

Wappen fehlt
Lage von Narsaq auf Grönland
Fläche 28 900 km²

Narsaq (deutsch: „Die Ebene“) ist mit 1581 Einwohnern (Stand 2012)[1] einer der größeren Orte im Süden Grönlands in der Kommune Kujalleq.

Geografie[Bearbeiten]

Eisberg vor Narsaq

Die Landschaft wird geprägt durch grüne Berge. Unmittelbar nördlich des Ortes liegt der Sermilik (zu deutsch: ‚Eisfjord‘), der durch mehrere Gletscherzungen des Inlandeises mit zahlreichen Eisbergen gefüllt wird.

Die Tierwelt im Distrikt besteht aus Meeressäugern wie Buckelwalen, Grönlandrobben und Bartrobben, aus Landsäugern wie Polarfüchsen, Schneehasen und einigen Rentieren. Sehr selten verirrt sich ein Eisbär, der mit dem Packeis hierher kommt; fast immer werden die Tiere aber schon in Nanortalik, wenn nicht schon in Tasiilaq an der Ostküste geschossen. Daneben gibt es eine Vielzahl von Vögeln wie Schneeammer, Kolkrabe, Dreizehenmöwe, Gerfalke, Seeadler, Gryllteiste, Alpenschneehuhn und andere. Aus der Pflanzenwelt sind vor allem Weidenröschen, Birken, Blaubeeren, Krähenbeeren und Wollgras zu nennen.

Das Klima ist eine Mischung aus subarktischem Klima und, aufgrund der exponierten Lage im Süden, atlantisch gemäßigtem Klima, so dass teilweise selbst im Winter Regen anstatt Schnee fällt.

Geografisch liegt der Ort etwa auf derselben Breite wie Oslo, so dass es im Sommer mitunter bei Sonne sehr warm werden kann. Aufgrund der trockenen Luft in Grönland und der intensiven Sonneneinstrahlung fühlen sich 15 Grad hier wie hochsommerliche Temperaturen an.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Die Bevölkerung lebt zum größten Teil von Fischerei und Fischverarbeitung. Die einzige Schlachterei Grönlands, wo alle Schafe und Rentiere aus der Umgebung geschlachtet werden, ist ein großer Arbeitgeber. In der Umgebung gibt es einige Bauernhöfe und Siedlungen (z. B. Qassiarsuk und Igaliku), die Schafzucht betreiben. Dennoch spielt auch die traditionelle Jagd auf Robben eine Rolle im Leben vieler Bewohner, besonders im Frühsommer zur Zeit des Treibeises, welches mit dem Ostgrönlandstrom von den Polkappen um Kap Farvel herum nach Südgrönland kommt.

Am Berg Kvanefjeld und nahe dem Ort liegt eine im Februar 1978 entdeckte und heute stillgelegte Uranmine. Die Gegend ist neben Uran auch bekannt für andere Bodenschätze, so dass sich hier viele seltene Mineralien und in abbaufähigem Umfang[2] auch die begehrten Seltene Erden finden.[3] Der Tugtupit kommt nur hier und auf der russischen Kola-Halbinsel vor.

Seit 2006 gibt es auch eine Brauerei in Narsaq. Im „Greenland Brewhouse“ werden mit Gletscherwasser verschiedene Ales gebraut und vornehmlich nach Dänemark exportiert.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kirche in Narsaq

Der Baustil in Narsaq ist eine Mischung aus Jägerhütten, modernen Familienhäusern und den obligatorischen Wohnblocks. Zur Zeit der Besiedlung durch die Grænlendingar (ca. 1000–1450 n. Chr.) lagen hier viele Höfe der Nordmänner, deren Ruinen heute noch zu sehen sind. Der Schaftrail führt von Narsaq bis nach Qassiarsuk (früher: Brattahlíð), wo ein Hof komplett restauriert wurde. Von dort ist Narsarsuaq einfach per Boot zu erreichen.

Kommune[Bearbeiten]

Bis zur Gründung der Kommune Kujalleq am 1. Januar 2009 war Narsaq eine eigenständige Gemeinde, zu der neben Narsaq selbst auch u. a. die Dörfer Qassiarsuk, Igaliku, Igaliku Kujalleq und Narsarsuaq gehörten.

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten]

  • Aleqa Hammond (* 1965), grönländische Politikerin und Premierministerin

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Narsaq – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Statistics Greenland (Hrsg.): Greenland in Figures 2012. März 2012, ISBN 978-87-986787-6-2, ISSN 1602-5709, S. 9 (stat.gl, abgerufen am 13. Mai 2012).
  2. “As of Jan. 1, the Danish government relinquished control of Greenland’s mineral resources, leaving a private company free to develop what it claims is the planet’s biggest deposit of high-quality rare earths, in an area called Kvanefjeld”. In: Peter Gorrie: The search is on for rare earth elements, 9. Januar 2010, wheels.ca
  3. „Greenland Minerals & Energy Ltd. bestätigt mit dem aktuellen Ressourcen-Upgrade vom 18. Juni 2009, weltweit eine der größten Rare Earth (seltene Erden) -Ressourcen zu besitzen …“ Kingstrade 2.0 – Grennland Minerals, kingstrade.de