Neodym(III)-chlorid

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Kristallstruktur
Strukturformel von Neodym(III)-chlorid
__ Nd3+     __ Cl
Kristallsystem

hexagonal

Raumgruppe

P6_3/m \;

Koordinationszahlen

Nd[9], Cl[3]

Allgemeines
Name Neodym(III)-chlorid
Andere Namen
  • Neodymtrichlorid
  • Neodymium muriaticum
  • Neodymium chloratum
Verhältnisformel NdCl3
CAS-Nummer
  • 10024-93-8
  • 13477-89-9 (Hexahydrat)
PubChem 66204
Kurzbeschreibung

rosafarbenes Pulver[1]

Eigenschaften
Molare Masse 250,60 g·mol−1
Aggregatzustand

fest[2]

Dichte

4,134 g·cm−3 (25 °C)[2]

Schmelzpunkt
Siedepunkt

1600 °C[4]

Löslichkeit

löslich in Wasser[5]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [2]
07 – Achtung

Achtung

H- und P-Sätze H: 315​‐​319​‐​335
P: 261​‐​305+351+338 [2]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [6][2]
Reizend
Reizend
(Xi)
R- und S-Sätze R: 36/37/38
S: 26​‐​37/39
Toxikologische Daten

3.692 mg·kg−1 (LD50Mausoral)[2]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Neodym(III)-chlorid ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Chloride.

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten]

Neodym(III)-chlorid kann durch Reaktion von Neodym(III)-oxid mit Chlorwasserstoff oder Ammoniumchlorid gewonnen werden.[7]

\mathrm{Nd_2O_3 + 6 \ NH_4Cl \longrightarrow 2 \ NdCl_3 + 3 \ H_2O + 6 \ NH_3}

Es kann auch direkt aus den Elementen synthetisiert werden.[8]

\mathrm{2 \ Nd + 3 \ Cl_2 \longrightarrow 2 \ NdCl_3}

Eigenschaften[Bearbeiten]

NdCl3 im Sonnenlicht (oben) und unter Kunstlicht (Leuchtstofflampe, unten)

Neodym(III)-chlorid ist ein rosafarbenes bis blassviolettes stark hygroskopisches Pulver, das an Luft schnell Feuchtigkeit aufnimmt und sich in das Hexahydrat umwandelt.[9] Es besitzt eine hexagonale Kristallstruktur mit der Raumgruppe P63/m. Das Hexahydrat ist violett und besitzt eine monokline Kristallstruktur mit der Raumgruppe P2/c. Bei 160 °C gibt es das Kristallwasser ab und bildet die wasserfreie Form.[1]

Verwendung[Bearbeiten]

Neodym(III)-chlorid wird als Laborchemikalie und zur Herstellung von anderen Neodymverbindungen verwendet.[2] Es dient auch als Katalysator bei organischen Synthesen.[10] Das Hexahydrat wird vor allem für Glas, Kristall und Kondensatoren verwendet. Farbiges Glas mit Zusätzen aus Neodymchlorid zeigt zarte Schattierungen von Violett über reines Weinrot und zu warmem Grau. Diese Gläser zeigen ungewöhnlich scharfe Absorptionsbanden.[5]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b  Jean D'Ans, Ellen Lax: Taschenbuch für Chemiker und Physiker. 2007, ISBN 978-3-540-60035-0, S. 634 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  2. a b c d e f g h Datenblatt Neodymium(III) chloride, anhydrous, powder, ≥99.99% trace metals basis bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 24. April 2012 (PDF).
  3. Datenblatt Neodymium(III) chloride hexahydrate, 99.99% bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 24. April 2012 (PDF).
  4. Webelements: Neodymium trichloride
  5. a b Neodymium Chloride
  6. Seit 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Gemischen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.
  7. Pradyot Patnaik: Handbook of Inorganic Chemical Compounds. McGraw-Hill, 2003, ISBN 0070494398, S. 444–446 (Zugriff am 6. Juni 2009)..
  8. Webelements: Reaction of neodymium with the halogens
  9.  Georg Brauer: Handbuch der präparativen anorganischen Chemie. 3., umgearb. Auflage. Band III, Enke, Stuttgart 1981, ISBN 3-432-87823-0, S. 1079.
  10.  O. Nuyken, Reiner Anwander: Neodymium Based Ziegler Catalysts. Springer, 2006, ISBN 978-3-540-34809-2, S. 15ff (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).