Neue Medien

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Der Begriff Neue Medien wird verwendet für zeitbezogene neue Medientechniken.

Anfänglich wurde damit das Radio bezeichnet, in den Anfängen des Fernsehens wurde der Begriff dafür gebraucht, und mit dem Aufkommen von Videotext und BTX wurden diese als Neue Medien ausgezeichnet. Seit Mitte der 1990er Jahre ist er für alle elektronischen, digitalen, interaktiven Medien und im Kontext Multimedia und Netzpublikation gebräuchlich.

Dietrich Ratzke bezeichnete „alle Verfahren und Mittel (Medien), die mit Hilfe neuer oder erneuerter Technologien neuartige, also in dieser Art bisher nicht gebräuchliche Formen von Informationserfassung und Informationsbearbeitung, Informationsspeicherung, Informationsübermittlung und Informationsabruf ermöglichen“ als Neue Medien. [1]

Der Begriff bezieht sich sowohl auf Kommunikation im allgemeinen, wie auch die Ausdrucksmittel der zeitgenössischen Kunst (Medienkunst) und anderes Kulturschaffen.

Gegenwart[Bearbeiten]

Heutzutage werden als Neue Medien meistens Medien bezeichnet, die Daten in digitaler Form übermitteln oder auf Daten in digitaler Form zugreifen, also z. B. E-Mail, World Wide Web, DVD, Blu-ray, CD-ROM, usw. Im engeren Sinne sind Dienste gemeint, die über das Internet möglich sind.

Als Kennzeichen der Neuen Medien lassen sich die rechnergestützte Handhabung, das digitale Vorliegen der Daten sowie die Interaktivität beim Umgang mit diesen Daten festhalten. Erst die Digitalisierung von Informationen, Ton, Bild, Bewegtbild, usw. und die schnelle Weiterentwicklung der Kompressionsverfahren ermöglichten die Bewältigung der enorm großen Datenmengen, wodurch der Übergang von der Dienstleistungsgesellschaft in die Informationsgesellschaft eingeleitet wurde. Manchmal wird auch der Begriff Multimedia durch den der Neuen Medien ersetzt, da durch die Digitalisierung die Integration von allen möglichen Kommunikationswegen wie Sprache und Text, Video und Audio, Telekommunikation, Unterhaltungselektronik und Computertechnik geschehen kann. Dieses Zusammenwachsen ist kennzeichnend für die Angebote der neuen Informations- und Medienwelt.

Jugendbildung[Bearbeiten]

Im Rahmen der Medienpädagogik soll Wissen über Neue Medien an Kindertagesstätten und Schulen vermittelt werden.

Literatur[Bearbeiten]

  • Lev Manovich: The Language of New Media. MIT Press, Cambridge Mass. 2001, ISBN 0-262-13374-1.
  • Goedart Palm: CyberMedienWirklichkeit. Virtuelle Welterschließungen. Heise, Hannover 2004, ISBN 3-936931-17-8. (Inhaltsangabe)
  • Klaus Arnold, Christoph Neuberger: Alte Medien – neue Medien. Theorieperspektiven, Medienprofile, Einsatzfelder. VS, Wiesbaden 2005, ISBN 3-531-14373-5.
  • Karin Bruns und Ramón Reichert (Hrsg.): Reader Neue Medien. Texte zur digitalen Kultur und Kommunikation. Transcript, Bielefeld 2007, ISBN 978-3-89942-339-6.
  • Dietrich Ratzke: Handbuch der Neuen Medien, Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart 1982, ISBN 978-3-421-02728-3
  • Schrape, Jan-Felix: Wiederkehrende Erwartungen. Visionen, Prognosen und Mythen um neue Medien seit 1970. Hülsbusch, Boizenburg 2012, ISBN 978-3-86488-021-6

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ratzke, Dietrich (1982): Handbuch der Neuen Medien. Information und Kommunikation, Fernsehen und Hörfunk, Presse und Audiovision heute und morgen. Stuttgart: Deutsche Verlags-Anstalt