Nikolaus Eseler der Ältere

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Nikolaus Eseler der Ältere (* 1410 in Alzey; † 1483 in Frankfurt am Main) ist ein spätgotischer Baumeister aus dem süddeutschen Raum.

Er wurde 1410 als Sohn des späteren Mainzer Dombaumeisters Peter Eseler geboren. Er starb 1483 in Frankfurt am Main. Die St.-Georgs-Kirche in Dinkelsbühl entstand nach seinem Entwurf und ist das bedeutendste Zeugnis seines Schaffens. Darüber hinaus arbeitete er an einigen bedeutenden Kirchenbauten des 15. Jahrhunderts in Nördlingen, Rothenburg ob der Tauber und Schwäbisch Hall mit. In Nördlingen ist er ab 1442 an der St. Georgskirche nachgewiesen, verließ aber die Baustelle im Streit, so dass ihm dort 1461 gekündigt wurde. In Dinkelsbühl begann er 1448 die spätgotische Hallenkirche St. Georg, die sein Sohn Nikolaus Eseler der Jüngere vollendete. Zwar wird Eseler erst 1456 in einer Dinkelsbühler Stadtrechnung erwähnt, aber die Einheitlichkeit der Kirche und die exakte Planung legen nahe, dass Nikolaus Eseler d. Ä. vom ersten Entwurf bis zur Ausführung dieses Baus beteiligt war. Sein Sohn, Nikolaus Eseler der Jüngere, arbeitete in dessen Bauhütte mit und übernahm ab 1471 die Leitung des Baus der Kirche bis zu der Vollendung 1499.[1] Im Chorumgang der Georgskirche befindet sich ein Gemälde, welches die beiden Baumeister zeigt. Die Tafel wird als Kopie angesehen, die zwei aus dem 15. Jahrhundert stammende Originalporträts, die als verloren gelten, ersetzen soll.

1453 amtierte Eseler als Baumeister an St. Jakob in Rothenburg ob der Tauber, wo er den Westchor erbaute. Im Dienste des Erzbischofs von Mainz arbeitete er an weltlichen Bauwerken wie dem Schloss Höchst, zudem war er als Werkmeister am Mainzer Dom tätig. Seine letzten Lebensjahre verbrachte er in Frankfurt am Main, wo er 1481 das Amt des Stadtwerkmeisters von seinem entlassenen Sohn übernahm.

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Dehio, Georg; Breuer, Tillman: Franken: Die Regierungsbezirke Oberfranken, Mittelfranken und Unterfranken, 2. durchges. und erg. Auflage, München u. a. 1999. S. 222.